Das christliche Schöpfungsverständnis

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Holuwir
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Re: Das christliche Schöpfungsverständnis

Ungelesener Beitrag von Holuwir » Sonntag 9. Februar 2020, 21:39

Auch dies ein Versuch, die unteleologische Evolutionstheorie auf durchaus überzeugende Weise zu diskreditieren:
Was vermag der Zufall wirklich?
Ungeachet all dieser Erfahrungstatsachen muß jedoch der Neodarwinismus an seiner “Kombination von Urdummheit plus Urbrutalität" festhalten, da nun einmal die einzige Alternative zum Zufall als Ursache alles Neuen und Höheren Plan, mithin also Schöpfung heißt! Doch damit steht die Theorie vor einem weiteren schwerwiegenden Problem. Ist es tatsächlich denkbar, daß “einzig und allein der Zufall jeglicher Neuerung, jeglicher Schöpfung in der belebten Natur zugrunde liegt? Der reine Zufall, nichts als der Zufall, die absolute, blinde Freiheit ...” und, wie Darwin selbst sagte, die Wandlungsfähigkeit der Organismen ebensowenig einem Plan folgt wie die wechselnde Richtung des Windes? Kann allein durch sinnloses Zufallsgeschehen die gesamte unerhörte Ordnung und Zweckmäßigkeit des Lebendigen entstanden sein? Es hat schon seinen besonderen Grund, daß Darwin selbst einmal offen gestand, allein schon der bloße Gedanke an ein menschliches Auge versetze ihn in einen Fieberzustand! Das soll heißen: seine “so herrlich einfache” Theorie kann nicht erklären, wie eine derart hochkomplizierte Ganzheit sich allmählich aus weniger vollkommenen Vorstufen entwickelt. Arthur Koestler nannte denn auch - obwohl diese Erkenntnis für jedes beliebige Organ ebenso gilt - das Auge den “klassischen Stolperstein des Darwinismus”. Die lichtempfindliche Netzhaut, ihre sie mit Sauerstoff versorgenden Blutgefäße, der die Reize zu Gehirnzentren weiterleitende Sehnerv, die alles umhüllende, schützende Lederhaut, die durchsichtige Hornhaut (genau an der einzig richtigen Stelle!), die Pupille als Sehöffnung just vor einer Linse, die durch besondere Muskulatur in ihrer Brennweite veränderlich ist, die vor Verletzungen bewahrenden Augenlider - alles ist einander in der einzig sinnvollen, funktionsgemäßen Art und Weise zugeordnet! Alle Teile dieses Organes ergänzen sich gegenseitig zu einer höchst zweckmäßigen, vollendet ihrer speziellen Aufgabe gewachsenen Ganzheit!
Darwins “so herrlich einfache” Theorie kann nicht erklären, wie eine derart hochkomplizierte Ganzheit [wie das menschliche Auge] sich allmählich aus weniger vollkommenen Vorstufen entwickelt? Wirklich?

Ja, Darwin konnte es noch nicht. Heute kann man es. Weil wir heute in der Lage sind, die embryonale Entwicklung des Auges, ausgehend von der initialen Eizelle bis hin zum voll funktionsfähigen Auge eines Babys, Schritt für Schritt zu verfolgen. Dabei machten die Forscher die verblüffende Entdeckung, dass die einzelnen Entwicklungsstufen funktionsfähigen Augen von Tierarten entsprechen, von denen wir abstammen. Diese Tiere wurden jeweils mit den Augen des menschlichen embryonalen Zwischenstandes geboren. Mutationen führten nun dazu, dass bei einzelnen Individuen die Entwicklung ein wenig weiterging, die Augen damit besser wurden und somit einen Überlebensvorteil bedeuteten. Auch wenn die Unterschiede zu den Augen der Vorfahren jeweils nur geringfügig waren, so wurden diese etwas erweiterten Eigenschaften weitervererbt.

Dadurch, dass solche Situationen immer wiederkehrten, veränderten sich allmählich die Augen ganzer Populationen. Dies war allerdings mit dem Nachteil verbunden, dass sich die Entwicklungszeit im Mutterleib immer weiter verlängerte, denn die einzelnen Entwicklungsstufen mussten wie bisher alle durchlaufen werden. Aber das trat natürlich nicht nur wegen der Augen ein. Die Organismen wurden insgesamt aufgrund diverser Mutationen immer komplexer. Die natürliche Selektion führte immer zu einem Gleichgewicht zwischen Vor- und Nachteilen.

Das ging allerdings durchaus auch andersherum. Wenn z. B. bei Tieren, die in dunklen Höhlen lebten, die Augen nicht so wichtig waren und dann Mutationen schlechtere Augen hervorbrachten, so war das kein Nachteil für diese Tiere. Ihnen half vielleicht ein besserer Tast- oder Geruchssinn. Die Augen verkümmerten allmählich über sehr viele Generationen, da Mutationen, die dies bewirkten, keinen negativen Einfluss auf das Hervorbringen von Nachkommen hatten. Durch die besonderen Lebensumstände führten andere Verbesserungen zu einer ganz anderen Selektion.

Zusammenfassend kann man sagen, dass die in https://de.wikipedia.org/wiki/Augenentw ... rbeltiere) dargelegten Erkenntnisse über die Augenentwicklung die oben zitierten Behauptungen glatt widerlegen. Statt ein Stolperstein für die Evolutionstheorie zu sein, entpuppt sich die Übereinstimmung der Augenentwicklung des Individuums mit der evolutiven Entwicklung der Arten geradezu als Demonstrationsobjekt der Evolutionstheorie.
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Re: Das christliche Schöpfungsverständnis

Ungelesener Beitrag von Christel » Freitag 14. Februar 2020, 17:32

Siehe Ga-chens Link zu John Lennox unter Gibt es Gott. Holuwir nimmt einen Lückenbüßer als Gott an. John Lennox beschreibt das christliche Gottes- sowie das christliche Natur(wissenschaftliche) Verständnis!
„Ich glaube, dass auch unsere Fehler und Irrtümer nicht vergeblich sind, und dass es Gott nicht schwerer ist mit ihnen fertig zu werden, als mit unseren vermeintlichen Guttaten.“ Dietrich Bonhoeffer (Widerstand und Ergebung)

Holuwir
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Re: Das christliche Schöpfungsverständnis

Ungelesener Beitrag von Holuwir » Freitag 14. Februar 2020, 22:23

Christel hat geschrieben:
Freitag 14. Februar 2020, 17:32
Holuwir nimmt einen Lückenbüßer als Gott an.
Gläubige beschäftigen sich mit der Naturwissenschaft mit dem Ziel, Irrtümer zu konstruieren, um auf diese Weise die Notwendigkeit eines Schöpfergottes zu begründen. Eine andere Begündung haben sie nicht. Ich zeige, dass diese angeblichen Irrtümer keine sind, sondern beabsichtigte Verdrehungen und Falschdarstellungen der tatsächlichen Erkenntnisse der Naturwissenschaft. Statt sich nun sachlich damit auseinaderzusetzen, bezichtigt mich Christel, unpassende Annahmen über Gott zu machen. Aber ich mache ja überhaupt keine Annahmen über einen Gott, sondern setze mich mit Ansichten Gläubiger auseinander. Seltsam!
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Re: Das christliche Schöpfungsverständnis

Ungelesener Beitrag von Christel » Samstag 15. Februar 2020, 14:31

Du irrst sehr! Du folgst einer Ideologie! Höre auf John Lennox
„Ich glaube, dass auch unsere Fehler und Irrtümer nicht vergeblich sind, und dass es Gott nicht schwerer ist mit ihnen fertig zu werden, als mit unseren vermeintlichen Guttaten.“ Dietrich Bonhoeffer (Widerstand und Ergebung)

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Re: Das christliche Schöpfungsverständnis

Ungelesener Beitrag von Holuwir » Samstag 15. Februar 2020, 21:12

Weiter im Text schöpfungsgläubiger Evolutionstheorie-Widerleger:
Tatsächlich haben wir es auch hier wieder nicht nur mit einem, sondern gleich mit mehreren Problemen des Neodarwinismus zu tun. Einmal stellt sich nämlich die Frage, die Darwin “Fieber" verursacht: ist es wirklich möglich oder vernünftigerweise auch nur denkbar, daß rein zufällig die genannten (und das sind bei weitem noch nicht alle!) Voraussetzungen, die ein Auge zum Sehorgan geeignet machen, gerade so, also richtig zustandekommen und exakt zueinander passen?
Da muss man die Gegenfrage stellen: Warum denn nicht? Die Grundlagen für jedes noch so hoch entwickelte Sehorgan sind in der jeweiligen DNA gelegt. Sie und nur sie bestimmt, welches Auge sich im Embryo entwickelt. Wenn also die DNA geziehlt dafür angelegt worden wäre, wäre sie dennoch eine bloße Aneinanderreihung der vier möglichen Nukleotide, nicht mehr und nicht weniger. Nun wird ja eine vorhandene DNA durch Mutationen ständig verändert, wobei ungünstige Mutationen jeweils ausscheiden. Warum sollen sich durch kleine Mutationen in unzähligen Generationen nicht genau diese Aneinanderreihungen einstellen, die unser jetziges Auge hervorbringen? Es ist ja nicht so, dass unser Auge neu für den Menschen "erfunden" worden wäre. Bis auf wenige Ausnahmen gleichen sich die Augen aller Wirbeltiere. DNA-Segmente, die unser Auge entstehen lassen, waren in ähnlicher Form schon bei useren mausähnlichen Vorfahren vorhanden. Alles was nicht "exakt zueinander passte" ist längst ausgeschieden. Übrig geblieben ist eine DNA, die unser Auge entstehen lässt. Das alles konnte Darwin noch nicht wissen, nicht erahnen. Uns ist es bekannt und es ist sehr plausibel.
Und zum anderen: wie konnten die noch nicht vollkommenen Vorstadien einer allmählichen Entwicklung – welchen Organes auch immer! – der Selektion entgehen, da sie doch noch nicht funktionsfähig waren und somit keinen Überlebensvorteil erbrachten?
So etwas gibt es nicht. Jedes Individuum mit Augen, das Nachkommen hatte, hatte auch ein vollkommen funktionsfähiges Auge, das für sein Überleben ausgereicht hat. Es gab nie irgendwelche Vorstadien, auch wenn sie im Nachhinein als solche erscheinen. Auch unsere Augen werden einmal "Vorstadien" sein, wenn es denn in einer Million Jahren noch Nachkommen von uns geben sollte.
Aber selbst wenn diese Zwischenstufen einer Entwicklung einen Auslesewert besessen hätten, – und hier würde der überzeugte Darwinist auf primitivere Augenformen wie etwa Pigmentbecherocellen bei Würmern, Grubenaugen und Lochkameraaugen bei Weichtieren verweisen –, so wäre gerade deshalb nicht einzusehen, weshalb sie sich, da sie doch ihrer Aufgabe erwiesenermaßen voll genügten, noch weiter hätten vervollkommnen sollen!
Also die Einsicht, dass es doch keine Vorstadien waren! Gut! Aber dann gleich der nächste Unsinn. Gedanklich sind Gläubige halt immer bei Schöpfung. Evolution jedoch kennt keine Absicht, kein Streben nach Vervollkommnung. Das was passiert, passiert. Ob es aus unserer Sicht gut ist oder "unvollkommen", interessiert die Natur nicht. Mutationen geschehen. Wenn die daraus entstehenden Lebewesen Nachkommen haben, vererbt sich die Mutation weiter, wenn nicht verschwindet sie wieder, für immer. Mutationen bedeuten auch nicht, dass nun alle Lebewesen dieser Art sich wandeln. Es kommen neue, andere hinzu, die alte Form bleibt erst einmal erhalten. Mutationen bringen Vielfalt hervor. Was aber auch nicht ausschließt, dass bestehende Arten aussterben. Man schätzt, dass 99% aller je auf Erden lebenden Arten ausgestorben sind. Spricht nicht gerade für Schöpfung oder?
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