cdufraktion@thl-cdu.de geht gar nicht

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Moderator: Techies

mar
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cdufraktion@thl-cdu.de geht gar nicht

Ungelesener Beitrag von mar » Mittwoch 15. Oktober 2014, 00:49

Hilfe, die CDU hat Probleme mit ihrer IT. Mail an cdufraktion@thl-cdu.de kommt zurück mit:

SMTP error from remote mail server after RCPT TO:<cdufraktion@thl-cdu.de>:
host hermes02.toringi.net [195.191.14.99]: 550 5.1.1 <cdufraktion@thl-cdu.de>:
Recipient address rejected: undeliverable address:
host apollon.cn.thlv.de[10.51.241.41] said: 551 <cdufraktion@thl-cdu.de>:
Recipient address rejected: undeliverable address:
host thlvch2.thlv.de[10.19.133.44] said: 550 5.1.1 User unknown (in reply to RCPT TO command) (in reply to RCPT TO command)

Die einzige, die diese Adresse zu benutzen scheint ist Christina Tasch. Wahrscheinlich hat sie seit drei Monaten nicht in ihre E-Mail geschaut. Irgendjemand der unserer geliebten eichsfelder Landtagsabgeordneten technisch auf die Sprünge helfen kann?

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Re: cdufraktion@thl-cdu.de geht gar nicht

Ungelesener Beitrag von mar » Mittwoch 15. Oktober 2014, 01:28

Ähm, warum geht Mail an die CDU-Fraktion eigentlich über das Landesrechenzentrum? Hat vielleicht jemand festgestellt, das die Nutzung von Landeseinrichtungen für den Mailverkehr der CDU eine ungebührliche Vorteilsnahme ist und Frau Tasch hat das Memo nicht gekriegt?

Nana
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Re: cdufraktion@thl-cdu.de geht gar nicht

Ungelesener Beitrag von Nana » Freitag 17. Oktober 2014, 08:28

Also ich würde mich freiwillig bereit erklären und ihr einmal zeigen, wie das mit dem Abrufen von Mails so funktioniert. Die Fehlermeldung lässt aber eher darauf schließen, dass die Adresse an sich nicht stimmt. Nur ein volles Postfach kann es nicht sein.
Weisheit ist die Anerkennung der eigenen Grenzen. Paul Tillich

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Re: cdufraktion@thl-cdu.de geht gar nicht

Ungelesener Beitrag von mar » Freitag 17. Oktober 2014, 18:27

Das ist nett von Dir, Nana. :) Ich find es bemerkenswert, dass im Eichsfeld eine Direktkandidatin für den Landtag Spitzen-Wahlergebnisse erzielen kann, ohne per E-Mail erreichbar zu sein. Das ist schon wieder unfreiwillig fortschrittlich, denn in Zeiten des NSA-BND ist es einfach sicherer, wenn die Bürger persönlich im Büro vorsprechen.

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Re: cdufraktion@thl-cdu.de geht gar nicht

Ungelesener Beitrag von niels » Freitag 31. Oktober 2014, 19:49

host thlvch2.thlv.de[10.19.133.44] said: 550 5.1.1 User unknown
Der für die Domain "thl-cdu.de" zuständige Mailserver (MX => "MaileXchanger") - augenscheinlich eine Maschine der Thüringer Landesverwaltung (?!?), gibt an, das er die Mailadresse nicht kennt. Und da ER der offiziell im Internet verantwortliche Mailserver ist, ist die Mailadresse im Internet generell nicht erreichbar.

Falls es sich um ein temporäres Problem handelte, funktionierte die Adressauflösung auf dem Server nicht.

Das Problem jedoch liegt definitiv beim Empfänger bzw. dessen Netz.

Das die Adresse vom Landesrechenzentrum betreut wird, finde ich allerdings auch "seltsam":

[Zone-C]
Type: PERSON
Name: Andreas Munde
Organisation: Thueringer Landesrechenzentrum
Address: Warsbergstrasse 3
PostalCode: D-99092
City: Erfurt
CountryCode: DE
Phone: +49 361 3783096
Fax: +49 361 37849362
Email: andreas.munde@tlrz.thueringen.de
Changed: 2011-04-04T16:02:11+02:00



hth
Beste Grüße,

Niels Dettenbach.

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Re: cdufraktion@thl-cdu.de geht gar nicht

Ungelesener Beitrag von mar » Sonntag 9. November 2014, 22:35

Hehe, auf meine Frage, wie ich Frau Tasch per E-Mail erreichen kann, hat der Tech-C von christina-tasch.de mich auf Adresse und Telefon des Bürgerbüros verwiesen. Man sollte in Zeiten des BND-NSA-GCHQ-Komplexes auch gar nicht mehr soviel e-mailen. :)

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Re: cdufraktion@thl-cdu.de geht gar nicht

Ungelesener Beitrag von niels » Montag 10. November 2014, 07:46

Was heißt denn: "nicht mehr"? Wann konnte man denn noch ohne umfassendes Spionageabkommen mit den Siegermächten mailen?

Immerhin ist seit 20 Jahren die Anwendung von wirksamer Verschlüsselung in DE nicht mehr strafbar - so gesehen gab es also noch kritischere Situationen...ß)

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Re: cdufraktion@thl-cdu.de geht gar nicht

Ungelesener Beitrag von mar » Montag 10. November 2014, 15:05

Jaaa, okay, aber bis vor kurzem hat das nur ein paar Cryptopunks gejuckt. Außerdem vermute ich, dass die Überwachung in den 90ern noch weitgehend zielgerichtet, nicht flächdeckend war. Wenn Frau Tasch es nicht schafft, eine funktionierende E-Mail-Adresse für's Neuland anzubieten, ist es vielleicht auch etwas zu viel verlangt, nach einem PGP-Schlüssel zu fragen. :]

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Re: cdufraktion@thl-cdu.de geht gar nicht

Ungelesener Beitrag von niels » Montag 10. November 2014, 15:56

Nun, mit Deinen Vermutungen liegst Du wohl eher falsch, denn:

1.) Ich erinnere mich noch gut daran, das bis vor wenigen jahren fast kein Emailbenutzer SSL/TLS gesichert auf sein Mailpostfach per POP3 oder IMAP zugriff und noch vor 5 Jahren flogen 95% aller Mailpostfachpassworte im Klartext durch's Netz. Nicht viel besser sah es zwischen den Mailanbietern aus, da gerade die Großen großzugig und aus Kostengründen auf Verschlüsselung verzichteten (bei uns gab's die schon vor über 15 Jahren...) - also das, was web.de, gmx und Telekom heute als Email made in Germany" feilbieten und bei professionellen Mailanbietern schon zehn Jahre zuvor Standard war.

Aber die Leutz lassen sich ja jeden Unsinn andrehen...

2.) Gemessen am wesentlich geringeren Mailaufkommen vor 15 Jahren war es kein großer Aufwand über Einrichtungen wie Echelon den Großteil des Mailverkehrs abzufassen - so wie er umgekehrt bis heute nicht zu 100% vollständig erfasst werden kann/wird. Das es diese "Staubsauger" genannten Einrichtungen gab, ist ja kein Geheimnis mehr. Das Abhören von Satellitenverbindungen wie terrestrischen Verbindungen war damals noch wesentlich einfacher zu bewerkstelligen, aus vielerlei Gründen (nicht nur die wesentlich geringeren Datenmengen und Datenkomplexität).

Lediglich die deutschen Polizeien hatten damals noch Schwierigkeiten beim Zugriff auf Mailkommunikation, da technisch noch icht auf der Höhe der Zeit - bei den Diensten hingegen sah das anders aus. Dank laufend neuer Überwachungsgesetze und Abbau von Persönlichkeitsgeheimnissen (was die Leute ja bis heute befeiern und fordern - zB TKÜV, Bankgeheimnisse, Geschäftsgeheimnisse, Telefonie / Mobilfunk, geografischer Aufenthalt, Rasterfahndung, Schleierfahndung, Landesgesetze, die jedwedes Individual-Grundrecht aushebeln, präventive Erfassung von DNA & Co. etc.pp.) haben nun lediglich noch wesentlich mehr Behörden Zugriff auf die Informationen, die zuvor nur den Diensten zugänglich waren.

Allein das "Recht" deutscher Polizeien, mal eben - d.h. bei "begründetem Verdacht" - auf der Straße einen Bürger wegzufangen und nackig zu machen bzw. inkl. Körperöffnungen einsehen und befummeln zu dürfen, um ev. "illegale" wie "ultragefährliche, die Allgemeinheit zutiefst bedrohende" Gegenstände" wie zB nen Krümel Haschisch finden zu können, gibt es sonst fast nur in Staaten, die weder als Rechtsstaaten noch Demokratien gehandelt werden. Für Deutsche ist das selbstverständlich. Das Individualrecht hat sich - so auch wieder das neue Motto der selbsterklärten Bessermenschen - der "Freiheit des WIR" unterzuordnen. Das immer noch keine staatlichen Kameras (mit Zugriff vom Sozialministerium, Polizeien, Diensten, Jugendamt uswusf.) in deutschen Haushalten angebracht werden, um Straftaten wie häusliche Gewalt oder Kindesmißbrauch "zu verhindern", verwundert mich in dem Kontext dann doch ehrlich...

Wie sonst hätte ein Typ wie Adolf es in DE soweit bringen können?!?

Und die Leute freut's auch noch, denn noch nie war das Leben so "sicher und gerecht"...

3.) Wozu wolltest Du mit Frau Tasch PGP kommunizieren? ß)

4.) Recht hast Du damit, das Verschlüsselung bis vor kurzem kaum jemanden interessiert hat - schon gar keine endezuende (wie zB mittels PGP/GnuPG) - aber heute hält sichd as Interesse der meisten, die danach plärren, auch nur im Rahmen hysterischen Aufhebens und mündet in so glorreichen Ideen, das man per Gesetz Verschlüsselung vorschreiben müsse oder das es Mailanbieter gibt, die die "ende2ende" Verschlüsselung übernehmen könnten um künftige Zugriffe staatlicherseits zu verhindern. Derlei Buden sprießen so schnell aus dem Boden wie die Journalisten da einen Unsinn nach dem anderen lobpreisen.

Das Interesse wird auch recht schnell wieder verschwinden, da schon der ganze Hype nicht annähernd ehrlich war und primär der Profilierung von Personen wie Parteien diente.

Wer allen Ernstes die Informationshoheit über seien Kommunikation "zurück" will, kommt nicht umhin selbst den Kopf einzsuchalten - es ist halt wie überall im Leben. Freiheit und Individualität sind mit persönlicher Verantwortung untrennbar verknüpft - auch wenn sich immer wieder Leute, indem Sie das gegenteil behaupten, dumm und dämlich verdienen oder als Retter / heiland gefeiert werden. Die Versuchung scheint offensichtlich zu groß, das eine ohne das andere bekommen zu können.

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Re: cdufraktion@thl-cdu.de geht gar nicht

Ungelesener Beitrag von mar » Montag 10. November 2014, 21:08

zu 2) Der EU-Report von 2001 meint: "therefore, the UKUSA states have access to only a very limited proportion of cable and radio communications and can analyse an even more limited proportion of those communications". Kann sein, dass die Kommission das falsch eingeschätzt hat, kann sein, dass sie nicht alle Informationen hatten. Wenn du aber keine weiteren Belege auftreiben kannst, steht meine Vermutung weiter gegen deine.

zu 3) To show off as a crypto nerd, oder, wenn dir das besser gefällt: aus Prinzip. :)

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Re: cdufraktion@thl-cdu.de geht gar nicht

Ungelesener Beitrag von niels » Donnerstag 13. November 2014, 16:29

u 2) Der EU-Report von 2001 meint:
Bleinbt offen, inwie weit das Inkompetenz oder Absicht war. Jeder halbwegs informierte fachmensch wusste das damals schon wesentlich besser...

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Re: cdufraktion@thl-cdu.de geht gar nicht

Ungelesener Beitrag von mar » Donnerstag 13. November 2014, 20:05

Dass die Tinfoil-Hats teilweise rehabilitiert sind, heisst nicht, dass man jedem Paranoiker alles durchgehen lassen muss. :) Rück doch mal rüber, aus welchen Quellen, jeder halbwegs informierte Fachmensch das schon damals alles besser wusste.

Hier noch drei "Indizien":

- Erich Schmidt-Eenboom auf der FIfFKon ab ca. Minute 2:30: "Die bis zu 28 amerikanischen Nachrichtendienste haben über 50 Jahren hinweg dieses heere Ziel weitestgehend verfehlt und nur bescheidene Erfolge aufzuweisen gehabt bis die NSA vor etwa 5 Jahren zu voller Blüte kam."

- William Edward Binney hat die NSA 2001 verlassen. Wenn man ihm nicht unterstellen will, dass es nur um persönliche Rache ging, weil er sich nicht mit ThinThread durchsetzen konnte, dann liegt es nahe anzunehmen, dass es zu diesem Zeitpunkt eine erhebliche Auseinandersetzungen um die Ausweitung der Überwachung gab.

- George Bushs Präsidentschaft begann 2001. Müssen wir annehmen, dass Bush in der Überwachung nicht nochmal ordentlich draufgesattelt hat, sondern nur übernommen hat, was es sowieso schon gab?

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Re: cdufraktion@thl-cdu.de geht gar nicht

Ungelesener Beitrag von niels » Mittwoch 10. Dezember 2014, 04:57

Dass die Tinfoil-Hats teilweise rehabilitiert sind, heisst nicht, dass man jedem Paranoiker alles durchgehen lassen muss. :) Rück doch mal rüber, aus welchen Quellen, jeder halbwegs informierte Fachmensch das schon damals alles besser wusste.
Das ist wohl so ein bischen wie bein den KZs und den Nachkriegsdeutschen - keiner will's gewusst haben - und das "es soo schlimm war"...

Es gab immer wieder Dokumentationen im öffentlich-rechtlichen TV wie in "normalen" Zeitungen (Süddeutsche fällt mir da ein), in denen sich Deutsche (i.d.R. ehemalige Beamte oder auch Bundeswehrsoldaten) über ihre "Erlebnisse" in der "Zusammenarbeit" während ihrer Dienstzeit berichteten (obgleich offiziell noch Geheimnisträger - demnach damals schon ).

Und die technische Einrichtung Echelon kannte mindestens jeder, der im internationalen Telcogeschäft tätig war - Quellen dazu fidnen sich im Web auch noch genug (Mailinglisten, Usenetarchive uswusf.) und auch dazu gab es ausführliche, teils detailreiche Artikel, die lange nicht nur aus "Vermutungen" bestanden.

Aber am besten:

U.a. stellte die FDP - damals Fraktionsvorsitzender Kinkel - dem damaligen Bundeskanzler Brand offiziell vorm Bundestag die Frage, ob das Geheimabkommen (zum G10 Gesetz - mit den Alliierten / den USA) existiere (zuvor gab es Rumoren in den Regioerungsreihen, da wohl irgendjemand "gequqatscht" hatte), was der als "lächerlich" und "Paranoia" der FDP abtat, obwohl er belegterweise davon wusste (wie jeder Bundeskanzler und Außenminister übrigens). Mindestens JEDE Regierung (mindestens jeder Kanzler und Außenminister) seit Adenauer wusste es bewiesenermaßen - umso lächerlich heute das parteiische Affentheater darum heute - vor allem der Roten und der Grünen (die BEIDE mehrfach selbst Kanzkler wie Außenminister stellten)...

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Re: cdufraktion@thl-cdu.de geht gar nicht

Ungelesener Beitrag von mar » Montag 15. Dezember 2014, 13:09

Nur zur Erinnerung: Wir streiten über meine Vermutung, dass die Überwachung damals noch weitgehend zielgerichtet und nicht flächendeckend war. Du meinst damit würde ich eher falsch liegen. Echelon und Foschepoth sind mir bekannt. Das überzeugt mich aber nicht, von meiner Vermutung abzurücken, dass beginnend mit 2001 die Qualität und Quantität der Überwachung deutlich gesteigert wurde. Da war noch viel Platz in die Fläche zu gehen. Und ja, das fällt durchaus auch in die Zeit des Schröder-Kabinetts. Ich werfe z. B. Christian Ströbele vor, dass er als langjähriges Mitglied des PKGrs nicht mit Protest öffentlich geworden ist, aber jetzt als großer Aufklärer und Snowden-Freund auftritt.

Dein Kinkel-Argument verstehe ich nicht. Brandt war 69 bis 74 Kanzler. Damals war Wolfgang Mischnick Fraktionschef. Klaus Kinkel (insofern du diesen Kinkel meinst) war 79 bis 82 BND-Präsident und 92-98 Außenminister. In diesen Ämtern ist er nicht als Kritiker des Zusatzabkommens zum NATO-Truppenstatut aufgefallen. Fraktionsvorsitzender war er nie.

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Re: cdufraktion@thl-cdu.de geht gar nicht

Ungelesener Beitrag von niels » Montag 15. Dezember 2014, 13:58

Wozu braucht man ein Gesetz, das die uneingeschränkte geheimdienstliche Tätigkeit eines (ggf. auch fremden) Staates auf deutschem Boden einräumt, wenn man es nicht uneingeschränkt tun will? Was "Staatssicherheit" (also zu "Zwecken der Sicherheit des Staates") so alles bedeuten kann, sollte jeder Deutsche nicht erst seit 89 wissen...

Du verstehst (wie die meisten Deutschen) die Zusammenhänge nicht wirklich.

Eine "flächendeckende Überwachung" gab es weder in der Vergangenheit noch heute - schon weil es vielzählige Verbindungen / Kommunikationsmittel/-wege gibt, die nicht alle zu jedem Zeitpunkt dem unmittelbaren (!) Zugriff der Dienste unterliegen. Allein das Recht auf alles zugreifen zu können, bedeutet nicht, das auf alle Kommunikationsinhalte durchweg zugegriffen wird.

Schon in der Vergangenheit wurden z.B. große Teile aller Briefsendungen ins Ausland bzw. bestimmte (wechselnde) Länder "überwacht" - was in der Praxis bedeutete, das man in aller Post an derlei Routen gezielt nach Adresskombinationen suchte (dazu den gesamten Postverkehr des betr. Postzentrums überwachte)), um sich dann "potentiell verdächtigen" Kram genauer anzuschauen. Nicht viel anders ist das, was man heute tat/tut. Und für Postkarten gab es nie ein Postgeheimnis (was auch viele Briefträger wussten und nutzten...) und unverschlüsselte Emails sind im Zweifel Postkarten gleichzusetzen.

Das die Kommunikation heute für die meisten Bürger wesentlicherer Lebensbestandteil ist, ist Ursache des vervielfachten Datenaufkommens wie auch der entsprechenden Schnüffelei.
Ich werfe z. B. Christian Ströbele vor, dass er als langjähriges Mitglied des PKGrs nicht mit Protest öffentlich geworden ist, aber jetzt als großer Aufklärer und Snowden-Freund auftritt.
Als erfolgreicher Kaspertheaterkomödiant animiert er die Zielgruppe seiner Partei erfolgreich - und um mehr ging es da eh nie. Ströbele selbst sollte sich erstmal mit seiner eigenen Vergangenheit befassen, bevor er anderen auf den Zeiger geht.
Dein Kinkel-Argument verstehe ich nicht. Brandt war 69 bis 74 Kanzler.
Es gibt einen Fernsehmitschnitt von der Anfrage im Bundestag. Welcher Kinkel da auftrat, weiß ich nicht. Fakt ist, das es eine offizielle Anfrage der FDP-Fraktion an Brand zur Existenz des Abkommens mit Alliiierten / den USA gab, der sich darüber lustig machte, und es mit generös, arroganter Geste vor versammeltem Bundestag abtat (wider besseren Wissens, wie heute durch Dokumente belegt). Diese wurde u.a. erst neulich wieder in einer erstaunlich sachlichen/kompetenten ausführlichen Doku über die tatsächliche Rechtslage in Deutschland und Historie der aliierten Schnüffelei wie den Verstrickungen des BND gezeigt - auf Phönix oder ZDFinfo soweit ich mich erinnere. Dort war auch zu sehen, auf / in welchen Medien welche Personen / ehemalige Beamte / privatleute / Politiker bereits in der Vergangenheit immer wieder auf den Umstand der Ausspionage des Landes hinwiesen (damals z.T. noch mit dem Fokus auf Wirtschaftsspionage, die Grüne wie Rote damals aber sicher eh nie interessierte, da das ja "eh nur Unternehmer traf"...).


cheerioh,

Niels.

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