PEGIDA - Resultat unehrlicher Politik

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PEGIDA - Resultat unehrlicher Politik

Ungelesener Beitrag von niels » Mittwoch 24. Dezember 2014, 15:51

Während "alle Welt" - genauer die (angeblich "neutralen") Medien wie der Deutsche Reichsfunk ARD und ZDF und andere, aber auch amtierende Politiker durch die Reihen weg die Demonstrationen der "PEGIDA" in Dresden als "inakzeptable Erscheinung", als "krankhaften Wahn" oder gar "braunen Sumpf" diskreditieren, ist es reichlich schwer, binnen der nicht gerade schmalen Berichterstattung ehrliche und sachliche Fakten zu den Demonstrationen in Dresden zu bekommen - z.B. zeigt nahezu kein Medium die gezeigten Transparente oder berichtet - ohne dabei grobe Falschbehauptungen zu verbreiten - "über" die immerhin mit inzwischen über 17.000 Demonstranten nicht gerade "kleinen" (bis dato wohl durchweg gewaltfreien - im Gegensatz zu einigen "Gegendemonstrationen") Demonstrationen.

So bleibt dem interessierten Bürger wenig mehr übrig, als sich selbst bei den Demonstranten bzw. deren Selbstdarstellung zu informieren:
"Wir möchten. dass alle Kinder in einem friedlichem und weltoffenem Deutschland und Europa aufwachsen können!

Wir sind nicht "politisch korrekt"...!
Wir beugen uns NICHT dem medialen Mainstream und somit auch nicht den "Gutmenschen"!
Wir nehmen unser verfassungsgemäßes Recht auf freie Meinungsäußerung wahr.

JEDER Mensch, gleich welcher Nationalität oder Religion ist uns willkommen !!!

Wir wollen einfach KEINE GEWALT auf unseren Straßen wie z.B. in Hamburg oder Celle !!!
Unsere Städte, Dörfer und Gemeinden sind KEINE Orte zum Austragen von Stellvertreter- oder Glaubenskriegen!!!

Wir akzeptieren KEINE HETZE von irgendwelchen Salafisten gegen "Ungläubige" oder Andersgläubige...
Wir akzeptieren in Europa keinerlei "Tätigkeiten" von IS, PKK, al Kaida oder wie sie alle heißen!

Unser freies Denken, unsere freie und offene Lebensweise wollen wir für ALLE in Europa lebenden Menschen erhalten !

Wir fordern von UNSERER Justiz ein Ausschöpfen ALLER rechtlichen Mittel gegenüber selbsternannten "Gotteskriegern" und Haßpredigern !

Die Trennung von Staat und Kirche war und ist ein Erfolg in Europa.
Der "Vater der Türken", Mustafa Kemal Atatürk, führte die Türkei, nach der Trennung von Staat und Religion, mit Erfolg in die Moderne und hat damit bewiesen, dass dazu auch ein muslimisch geprägtes Land in der Lage ist!"
Auch auf die (leider heute wieder einmal mehr latente) Gefahr hin, im privaten von "Bessermenschen" angegriffen (an Leib und Leben oder "nur" am eigenen Eigentum), berufliche wie soziale Ächtung auf verschiedensten Ebenen oder einfach "nur" Unverständnis zu erfahren, kann ich dazu nur mitteilen, das ich ebenjene Aussagen und Forderungen durchweg selbst zu unterschreiben bereit bin - nicht allerdings jene "Forderungen", die die Staatsmedien und Regierungspolitiker ebenjener Bewegung zubehaupten. Ich würde gern wissen, woher diese Behauptungen stammen - also wo und wie die Bewegung Forderungen nach "Ausländer raus" oder gar nationalsozialistischen Ideen gestellt hat und vor allem konkret: "welche"?

Ehrlich gesagt, kann ich mich inzwischen des Eindruckes nicht mehr erwehren, das sich hier ein demokratiefeindliches Bessermenschentum meint, "der Sache annehmen" zu müssen, um die Meinungsäußerungen als solche - sei es mittels Falschbehauptungen oder breiter Diskriminierung - bereits im Keim zu ersticken, weil es die "falsche" Meinung sei.

DAS aber meine lieben Messermenschen, was IHR hier als "Wehrhaftigkeit der Demokratie" tut und verkaufen wollt - IST doch Faschismus (und nach Eurer eigenen, fragwürdigen Redefinition von "Rassismus" auch "Rassismus")?!!! Es ist Euch inzwischen selbstverständlich und wieder "gute Sitte", "falsche" (also andere) Meinungsäußerungen zu unterdrücken - wohl nicht zuletzt deshalb, weil Euch echte Argumente fehlen.

Das die PEGIDA Demonstrationen bis dato eine Art "Ostphänomen" zu sein scheinen, täuscht darüber hinweg, das es im Westen Deutschlands heute wieder weitaus schwerer wäre, eine solche Demonstration anzumelden wie durchzuführen, ohne dabei die (inzwischen ja weithin tolerierte) "linke" Gewaltübergriffe in Kauf nehmen zu müssen - aber auch fragwürdige, demokratiefeindliche Versuche von Politikern (aus eigenem Antrieb oder "getrieben") derlei Demonstrationen mittels schmutziger bis illegaler Tricks zu verhindern. Ein Deutscher (gerade im Westen) riskierte heute viel, wenn er für eine solche Meinung (die auch im Westen keinesfalls selten anzutreffen ist, aber nur im Vertraulichen geäußert wird) öffentlich einstünde - er riskierte nicht nur Nachteile im Beruf und soziale Ächtung in seinem sozialen Umfeld, sondern riskierte auch tätlich angegriffen und in den Medien persönlich zerrissen zu werden, wie es vormals noch die Stasi tat und als "Maßnahmen der Zersetzung" bezeichnete. Lediglich die Justiz steht als solche noch als Bollwerk vor der Meinungsfreiheit Andersdenkender - und auch dieses Bollwerk bröckelt, so das man sich darauf einstellen kann, mehrere Instanzen durchschlagen zu müssen, um sein Recht zu bekommen, das in einer freiheitlich-demokratischen Grundordnung selbstverständlich sein sollte.

Fakt ist doch, das ebenjene Verfechter der Idee des ultimativen "Multimulti" - nach der jede andere Kultur und Ideologie, ja sogar jeder andere Mensch uns freundlich und friedlich gesinnt sei, das Interesse hat unserem Land und Gesellschaft ein Zugewinn zu sein - heute selbst fast überall in den Machtpositionen sitzen, die sie selbst noch als illegitim verschrien haben. Wer heute öffentlich politisch nicht dafür einsetzt, das jeder Erdenbürger, der es gern möchte, bedingungsfrei deutscher Staatsbürger und Nutznießer unserer Sozialsysteme werden kann, gilt als "rechtsradikal" oder "braun". kein Land der Erde hat ein solch unbeschränktes Einwanderungs- und Selbstbedienungsrecht, wie es inzwischen sogar Kirchen postulieren (aber natürlich nicht bezahlen) wollen. Man setzt den Menschen Flöhe in die Köpfe, während auf der anderen Seite Zahl und Größe islamistischer Parteien / politischer Gruppierungen in Europa wachsen und Zulauf für Forderungen bekommen wie, das man Hunde auf öffentlichen Orten/Straßen verbieten müsse oder in "islamischen Wohngegenden" Kneipen wie den Verkauf von Alkohol verbieten müsse, das Muslime durch ihre Religionsmitgliedschaft Sonderrechte genießen müssten uswusf.. und mehr und mehr deutsche Politiker haben das wachsende Wähglerpotential erkannt - wie zB die Grünen: "wir müssen sie alle herholen und auf unsere Seite bringen - dann können wir endlich die Politik machen, die wir schon immer wollten...".

Was soll ich als Bürger davon halten? Natürlich komme ich mir für dumm verkauft vor - so wie vor 25 Jahren schon, wofür wir auch damals auf die Straßen gegangen sind.

Fakt ist, das die international längst ausschweifend um sich greifende Ismalisierung wie Reislamisierung auch vor Europa nicht halt machen wird, zumal europäische Politiker öffentlich kund geben, das wir den integrationsunwilligen nur noch mehr das Gefühl geben müssten, daheim zu sein, damit sie nicht nach einem Gottesstaat schreien (was nicht mehr bedeutet, als das wir unser Rechtssystem und unsere Freiheit weiter und weiter dafür aufgeben sollen, das ein friedfertiges Zusammenleben mit Zuwanderern auch künftig möglich bleibt).

Ich habe kein Problem mit (rechtmäßigen, d.h. politischen) Asylanten - im Gegenteil: Ich habe große Achtung vor jedem, der der Diktatur, der er entfloh, die Zähne zeigte und kenne persönlich auch viele, die von den Friedensislamaposteln unter den Deutschen als "Muslime" falschbezeichnet werden, da sie selbst NICHT mehr dem Islam folgen - vielmehr selbst als Verfolgte des Islamismus zu uns geflüchtet sind. Für diese Menschen ist es ein Schlag ins Gesicht, bei den politischen Verhandlungen von "muslimischen" (oder richtiger islamistischen) Verbänden in Deutschland als "Muslime" bezeichnet zu werden, für die jene Verbände ja sprächen. Und natürlich sind die meisten türkischen Moscheen wie Imame in Deutschland Islamisten - also politische Muslime - warum sonst werden sie über die DITIP von Erdogan ausgesucht, installiert und finanziert?

Das die allheilige Demokratie auch kein Hilfsmittel gegen religiotische / islamistische Übergriffe ist, beginnen die Menschen zu verstehen, denen man Demokratie als einzigen Garanten der Freiheit verkaufte, die aber ohne unantastbares Individualrecht wenig wert ist - der große "Demokrat" Erdogan oder Ägypten wie der Irak zeigen, was Demokratie für die Freiheit wert ist, wenn Religiotien wesentliche Teile der Bevölkerung beherrschen - aber auch Hitleritis und Kommunismus hatten uns Deutsche schon in der hand, nachdem uns über tausend Jahre Christliche Diktatoren zum Sklaven hielten.

Wer von denen, die sich da gegen die Forderungen von PEGIDA auflehnen, hat denn selbst schon mal in Ländern gelebt / gearbeitet, in denen die Menschen unter dem Islam leben müssen? Oft habe ich dort Warnungen hören dürfen wie: seid Ihr denn verrückt, das Ihr den Islam fördert / privilegiert? Wißt Ihr denn nicht, wie gefährlich das ist? (so zu hören bekommen im Nordirak von einem Jesiden und einem offiziell "gemäßigten Muslimen" - vor 10 Jahren!...).

Und wenn viele meinen, die Gefahr werde überschätzt - wo aber liegt dann das Problem mit PEGIDA?


Interessant übrigens, das es noch weitere "kranke Geister" zu geben scheint wie:
http://www.bild.de/politik/inland/pegid ... .bild.html
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Re: PEGIDA - Resultat unehrlicher Politik

Ungelesener Beitrag von Heinrich5 » Sonntag 28. Dezember 2014, 05:03

Das kann ich alles nur unterstreichen und hat meine Zustimmung.

„Zeit“ führte jetzt mit Adonis dem bedeutendsten Dichter der arabischen Welt ein sehr aufschlussreiches Interview. Beim Gespräch über den Niedergang der islamischen Kultur rechnet er auch mit dem Westen ab und sagt die Wahrheit über den Islam an sich..

Hier ein Auszug daraus:

ZEIT:
In Deutschland demonstrieren im Augenblick Tausende gegen eine "Islamisierung des Abendlandes". Muss man sich vor dem Islam fürchten, ist er an sich intolerant?

Adonis:
Ja, aber das gilt für alle Monotheismen, den jüdischen eingeschlossen. Der Monotheismus überlässt seinem letzten Propheten jeweils die ultimative Wahrheit. Das heißt: Am Ende hat Gott nichts mehr zu sagen, es gilt nur noch das Wort des Propheten. Und jeder Monotheismus hält seinen Propheten für den einzig legitimen. Das religiöse Denken ist immer ein ausschließendes. Das Anderssein des anderen, die Grundfigur der arabisch-griechischen Philosophie, ist ihm fremd.

Adonis:
In dem tiefen Konflikt zwischen denen, die den Glauben zur Privatsache erklären wollen, und denen, die einen religiösen Staat bilden wollen, steht der Westen auf der Seite der Religiösen. Man kann die Lage in den arabischen Ländern nicht verstehen, wenn man Palästina ausklammert. Auch Israel ist ein religiöser Staat. Und der religiöse Staat ist im Interesse des Westens. Man will nicht, dass sich diese Welt befreit.

Das ganze Interview lesen unter:

http://www.zeit.de/2014/51/adonis-dicht ... picks=true

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Re: PEGIDA - Resultat unehrlicher Politik

Ungelesener Beitrag von Christel » Sonntag 28. Dezember 2014, 18:01

niels hat geschrieben:wo aber liegt dann das Problem mit PEGIDA?
Paranoia!
„Ich glaube, dass auch unsere Fehler und Irrtümer nicht vergeblich sind, und dass es Gott nicht schwerer ist mit ihnen fertig zu werden, als mit unseren vermeintlichen Guttaten.“ Dietrich Bonhoeffer (Widerstand und Ergebung)

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Re: PEGIDA - Resultat unehrlicher Politik

Ungelesener Beitrag von Christel » Sonntag 28. Dezember 2014, 19:59

„Ich glaube, dass auch unsere Fehler und Irrtümer nicht vergeblich sind, und dass es Gott nicht schwerer ist mit ihnen fertig zu werden, als mit unseren vermeintlichen Guttaten.“ Dietrich Bonhoeffer (Widerstand und Ergebung)

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Re: PEGIDA - Resultat unehrlicher Politik

Ungelesener Beitrag von Heinrich5 » Montag 29. Dezember 2014, 19:29

PEGIDA offenbart eine große Unzufriedenheit mit der Religionspolitik des Landes, allerdings mit falschen Konsequenzen.

Aussage von PEGIDA: PEGIDA ist für den Erhalt und den Schutz unserer christlich-jüdisch geprägten Abendlandkultur!"

Hier werden das Christentum und das Judentum als ureuropäisch dargestellt und gegen den "fremden" Islam in Stellung gebracht. Es geht nicht um eine plurale und offene Gesellschaft, sondern um eine homogene Gemeinschaft mit klarem religiösen Bekenntnis. Wer solche Aussagen trifft hat aus der Vergangenheit gar nichts gelernt.

Das christliche Abendland gibt es schon lange nicht mehr und die Zeit in der es dieses gab nennen wir heute "dunkles Mittelalter". Damit ist wohl alles gesagt.

Bei der Geschichte Europas von einem jüdischen Abendland zu sprechen ist ebenso blanker Hohn. Zwar haben Juden immer in Europa gelebt, sie waren aber als Minderheit immer vor Verfolgung bedroht und dienten den (christlichen) Machthabern regelmäßig als Sündenböcke. Die Geschichte des "christlich-jüdischen" Abendlandes ist eine Geschichte des christlichen Antisemitismus und der Pogrome.

Die Werte, die Europäer und Europäerinnen heute gerne hochhalten sind weder christliche noch jüdische Werte. Es sind Werte der Aufklärung und des Humanismus. Demokratie (Bürgerrechte und Beteiligung an der politischen Willensfindung), Rechtsstaatlichkeit (Gleichheit vor dem Gesetz) und Individualrechte (Menschenrechte).

Diese Werte haben ihren Ursprung übrigens in der griechischen Antike und konnten sich in Europa nur wieder entfalten, weil dieses Kulturgut im arabischen Raum erhalten wurde, während sie in Europa von den Kirchen zerstört wurden. So fand es über die Renaissance seinen Weg nach Europa und konnte sich in der Aufklärung entfalten.

Die Lüge, dass die Menschenrechte aus dem Christentum stammen und nicht viel mehr mühsam gegen die Kirchen erkämpft werden mussten, wird ja sehr erfolgreich von Kirchenvertretern und Politikern propagiert. Allerdings fordert die PEGIDA mit keinem Wort die Trennung von Staat und Kirche.

Die Werte der Aufklärung und des Humanismus fordere ich für alle Menschen egal welcher Hautfarbe, Religion oder Lieblingsfußballmannschaft. Diese Werte symbolisieren das "Abendland" das ich gegen alle reaktionären Kräfte, seien sie religiöser oder politischer Natur, verteidigen möchte. Ich setze mich ein für eine plurale Gesellschaft, in der jeder Mensch als Mensch die gleichen Freiheitsrechte genießt.

Dafür ist auch notwendig sich kritisch und aufklärerisch mit den reaktionären und fundamentalen Stimmen im Islam auseinander zu setzen. Viel dringender aber ist es, endlich die Verbindung von Staat und Religion in Deutschland zu hinterfragen.

Wo ein Staat so eng mit zwei organisierten Kirchen zusammen arbeitet ist es nur logisch, dass andere Religionsverbände auf dieselben Privilegien schielen. Zu recht.

Statt diese Entwicklung, die Zeichen einer pluralen Gesellschaft ist, als Anlass zu nehmen den beiden christlichen Kirchen endlich alle Privilegien zu nehmen und somit die Kirche auf Augenhöhe mit allen anderen Religionen in Deutschland zu stellen, wurde versucht, die Islamverbände auf die gleiche Stufe wie die Kirchen zu heben. Es wurde nicht nur ein Zentralrat der Muslime gegründet und eine Islamkonferenz eingeführt. Es wurde auch islamischer Religionsunterricht eingeführt, islamisch-theologische Fakultäten gegründet usw.

Pegida ist das Ergebnis einer völlig verfehlten Integrationspolitik seitens Rot-Rot-Grün-Schwarz-Gelb, die mal wieder Menschen und Einwanderer auf ihre Religionszugehörigkeit oder gar die Religion ihrer Herkunftsländer beschränkt.
Es ist die Schuld der Politik, dass Islam, Muslime und Einwanderung kaum noch voneinander zu trennen sind und Einwanderer aus dem arabischen Raum per se als Muslime gelten und mit den Vorfällen in ihren Heimatländern in Verbindung gebracht werden.

So ist es nicht verwunderlich, dass Rechtspopulisten dieses Thema nun ausschlachten können und dabei großen Zuspruch erfahren.
Sich angesichts des politischen Islams und der selbstbewussten Islamverbände aber auf alte Werte und vor allem eine fiktive Wertegemeinschaft wie "christlich-jüdisch" zu besinnen um so “fremdes” auszuschließen und eine scheinbare Homogenität herzustellen ist der völlig falsche Weg. Vielmehr tun eine aufklärerische Islamkritik und ein laizistischer Staat not.
http://www.wissenbloggt.de/?p=26582

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Re: PEGIDA - Resultat unehrlicher Politik

Ungelesener Beitrag von Christel » Montag 29. Dezember 2014, 22:33

Ich denke, die Menschen, die sich unter „PEGIDA“ versammeln, haben ganz unterschiedliche Beweggründe. -> Parolen dienen sowohl der Artikulierung der eigenen Meinung, als auch der Verschleierung wahrer Absichten (der Wolf der Kreide frisst).

Nach wie vor erfreut sich das Buch von Thilo Sarrazin „Deutschland schafft sich ab“ einiger Beliebtheit. Ein Buch, welches nicht der political correctness entspricht, jedoch der Meinung einiger Bürger. Diese fühlen sich bestärkt, endlich sagt jemand, was sie auch denken.
Nun endlich so meinen sie möglicherweise, kommen sie selbst zu Wort = „PEGIDA“.

Gerade in Sachsen haben die Menschen sehr wenig Kontakt mit Muslimen. Ihnen fehlt die Erfahrung des ganz normalen Alltags, des freundlichen Miteinanders… Dafür bekommen sie von den Medien her bedrohliches zu hören, IS… - Als wirklich erscheint jedoch das was man im Alltag erfährt.
Die Wahrnehmung ist verzerrt. Es liegt weder eine reale Bedrohung vor, noch ist eine „Islamisierung“ des Abendlandes zu erwarten.

Nur Meinungsäußerung ist das eine, unter welcher „Fahne“ man sich versammelt und für wen man sich als Steigbügelhalter“ hergibt, ist etwas anderes. Da gibt es nach 1933-1945 keine Entschuldigung. Es waren genau diese Leute die Deutschland und Europa in den Ruin führten, nicht die Juden wie die Nazis damals behaupteten.

Da sich unter „PEGIDA“ ganz unterschiedliche Menschen versammelt haben und niemand so richtig weiß, was die eigentlich wollen, versucht so manche Gruppe politisches Kapital für sich daraus zu schlagen und so eine Politikänderung zu bewirken. Unsere Kultur ist tatsächlich christlich-jüdisch geprägt. Da sägen einige Religionsbekämpfer kräftig an dem Ast auf dem sie selbst sitzen.

Übrigens, man kann keine Kultur erhalten indem man eine andere Kultur bekämpft. Die eigene Kultur lebt nur, wenn man diese mit Leben erfüllt, wenn man sie lebt. Dazu muss man sich seiner Wurzeln bewusst sein. Von den Wurzeln her ist es absurd christlich-jüdisch gegen den Islam zu setzen. Die Wurzel ist das Judentum. Ohne Judentum kein Christentum. Ohne Judentum und Christentum gäbe es keinen Islam. Auch er basiert auf dieser Wurzel. Der Unterschied besteht im Gottesbild.
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Re: PEGIDA - Resultat unehrlicher Politik

Ungelesener Beitrag von mar » Dienstag 30. Dezember 2014, 03:39

Ah, sieh da ein neuer Club, die AUPEGIDA: Atheisten und Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes. Ich solidarisiere mich da ausnahmsweise mal mit Christel (jup, die Wahrnehmung ist verzerrt) und empfehle die Lektüre von Abu Richadr al-Dawkinsis "The Islamization Delusion".

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Re: PEGIDA - Resultat unehrlicher Politik

Ungelesener Beitrag von Christel » Donnerstag 1. Januar 2015, 17:21

Unterscheidung statt Schlagwörtern – ZdK-Präsident Alois Glück zur aktuellen Auseinandersetzung um Pegida

„Islamisierung“ und „Christliches Abendland“, die beiden Schlagworte prägen die Mobilisierung der Menschen für Demonstrationen und ebenso die Auseinandersetzung darüber. Zwei Begriffe, die jeweils unbestimmt bleiben und deren einziges Ziel das Schüren von Ängsten ist. Die mit dieser Mobilisierung versuchte Ausgrenzung von Menschen, die zu uns kommen, mit der Ausgrenzung derer zu beantworten, die zu diesen Demonstrationen gehen, führt nur zur weiteren Polarisierung, aber nicht zu einer konstruktiven Auseinandersetzung. Eine „Schlacht der Schlagwörter“ macht keinen Sinn. Der erste und wichtigste Schritt ist die inhaltlichen Auseinandersetzung mit den Schlagwörtern „Islamisierung“ und „Abendland.“


„ Islamisierung“

Was soll mit dem Begriff Islamisierung ausgesagt werden? Damit soll wohl ein allgemeines Gefühl der Bedrohung durch den Islam und die Muslime ausgedrückt und eben damit mobilisiert werden. Für was aber soll mobilisiert werden? In der öffentlichen Diskussion wird vom Islam fast ausschließlich im Zusammenhang mit gewalttätigen Gruppen, die sich auf den Islam berufen, berichtet. Wenn mit „Islamisierung“ gewaltbereite und gewalttätige Muslime gemeint sind, dann kann es in der Ablehnung und der Aufforderung zur Wachsamkeit nur eine große Gemeinsamkeit geben. Diese gewalttätigen Muslime bedrohen alle Menschen, auch alle Muslime, die einen solchen fanatischen und gewalttätigen „Islam“ ablehnen. Die Antwort auf diese Gefahr durch eine ganz kleine, aber gefährliche Minderheit, zu der auch Salafisten gehören, kann nur die Wachsamkeit des Rechtsstaates und das Zusammenstehen aller Demokraten sein.

Es gilt aber auch: Der pauschale Begriff der „Islamisierung“ vergiftet die Beziehung zu allen Muslimen. Er verdächtigt und diskriminiert auch alle Muslime, die in unserem Land mit uns arbeiten und leben und sich von diesen Fanatikern eindeutig distanzieren. Gegen diese Vergiftung der Beziehungen zu allen muslimischen Mitbürgern müssen wir eindeutig Stellung nehmen!

Diese notwendige Unterscheidung ist ein Gebot des Anstands, der Redlichkeit , der Wahrhaftigkeit. Wenn wir stumm bleiben, entmutigen unsere muslimischen Mitbürger, mit denen wir als Nachbarn und Arbeitskollegen, mit denen wir ganz selbstverständlich leben, zusammenarbeiten oder bei ihnen einkaufen.


„Abendland“

Was ist mit Abendland“, gar mit „Christliches Abendland“ gemeint? Was soll verteidigt werden?

Unsere „Ruhe“?


Das ist in zweifacher Hinsicht falsch. Einmal ist es eine Illusion zu glauben, dass wir im Zeitalter der Globalisierung und immer engerer weltweiter Verflechtung als Exportnation nur Rosinen-Pickerei betreiben könnten. Die Realität ist, dass die Welt ständig mehr eine Schicksalsgemeinschaft wird und uns Konflikte und Unruhen in anderen Regionen der Welt früher oder später erreichen. Dies gilt ganz besonders für die Konflikte und Kriege vor den Toren Europas, für die Konflikte im Nahen Osten und die Entwicklungen im Norden Afrikas.

Die Haltung „wir wollen unsere Ruhe haben“ ist nicht nur eine kurzsichtige Illusion, das ist aus christlicher Sicht unbarmherzig und hat ganz gewiss nichts mit der Verteidigung „Christlicher Werte“ oder des „Christlichen Abendlands“ zu zun.

Gegenüber Flüchtlingen, Menschen mit schrecklichen Erfahrungen der Verfolgung und der Flucht, können und dürfen wir uns als Christen nicht einfach abwenden.

Was ist mit dem „Christlichen Abendland“ denn gemeint? Was sind die Werte, die verteidigt werden sollen, weil sie uns wichtig sind?

Die Fundamente der jüdisch-christlichen Tradition und der Aufklärung in Europa sind das Leitbild der Menschenwürde, der Rechtsstaat, Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität.

Wenn die Angst vor der Bedrohung durch andere Religionen oder Kulturen zu einer ernsthaften Wertedebatte führen würde, hätte unsere jetzige Situation unabhängig von den Motiven der Akteure noch eine positive Wirkung.

Die größte Gefährdung für die christliche Tradition ist gegenwärtig ein grenzenloser Materialismus, nicht eine andere Religion.


Wer kann für Christen Verbündeter sein?

Ist es jeder, der von „Europäischen Werten“ oder „Christlichen Werten“ spricht? Was ist der Maßstab für die Unterscheidung der Geister? Welches Menschenbild haben die, die unsere Unterstützung und unsere Gefolgschaft wollen und zu Aktionen aufrufen? Welches Menschenbild haben die Aktivisten für Pegida?

Der zentrale Maßstab ist für uns die Würde des Menschen, eine Würde, die jeder Mensch unabhängig von Rasse, Religion, Nützlichkeit oder sonst etwas gleichermaßen hat. Deshalb können unsere Verbündeten nie und nimmer Menschen und Gruppierungen sein, die Werte beschwören und gleichzeitig Menschen ausgrenzen, weil sie eine andere Religion, eine andere Rasse, Nationalität haben.

Schließlich müssen wir die Frage stellen, den Akteuren und allen die sie unterstützen, welche konstruktiven Antworten, welche konstruktiven Vorschläge, sie haben. Oder wollen sie nur unsere Sorgen, unsere Ängste für ihre Ziele mobilisieren und politisch vermarkten?

Ängste sind Teil des menschlichen Lebens. Wenn sie uns beherrschen und von uns Besitz ergreifen lähmen sie uns und führen leicht zu irrationalen Verhalten.
http://www.zdk.de/veroeffentlichungen/p ... gida-922N/
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Re: PEGIDA - Resultat unehrlicher Politik

Ungelesener Beitrag von mar » Freitag 2. Januar 2015, 02:13

Na, da hat der Alois Glück sich aber viel Mühe gegeben mit dem Versuch, einen ausgewogenen Standpunkt zu formulieren.

An zwei Stellen habe ich aber das dringende Verlangen, Hals über Kopf in den nächsten Schützengraben zu springen und dort in Gefechtsstellung zu gehen: (1) Wenn Glück versucht den Eindruck zu erwecken, das Nicht-Abwenden "gegenüber Flüchtlingen, Menschen mit schrecklichen Erfahrungen der Verfolgung und der Flucht" sei eine spezifisch christliche Tugend und (2) damit einhergehend den Anspruch erhebt "das Leitbild der Menschenwürde, der Rechtsstaat, Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität" gehöre allein in den Bereich der christlich-jüdischen Tradition.

An mehreren Stellen würde ich den Schwerpunkt anders setzen. Zum Beispiel würde ich fragen, ob in dem Konglomerat an Motivation bei PEGIDA nicht nur die Angst vor Überfremdung, sonder vielmehr auch soziale Ängste eine Rolle spielen. Sind neben den spießbürgerlichen Schnarchnasen (mit dem Ruf nach "Ruhe" durch Glück treffend charakterisiert), die das Fernsehen so gerne zeigt, weil sie in der Lage sind zumindest ein paar grammatisch halbwegs korrekte Sätze in das Mikrofon zu sprechen, sind nicht vielmehr neben diesen ein großer Teil der PEGIDA-Anhänger Leute an der unteren Einkommensgrenze oder auf Harz IV? Könnte es sein, dass diese ihre Angst, den Lebensunterhalt zu bestreiten, gegen einen gemeinsamen Feind projizieren und den Zusammenhalt in ihrer In-Group (dem Abendland) beschwören?

Einen weiteren Punkt finde ich verständlich, sehe ihn aber anders als Glück. Glück meint, unbeherrschte Ängste führen zu irrationalem Verhalten. D. h. mit beherrschter Angst würden wir uns vor allem rational verhalten. Die Menschen sind aber vielmehr emotionale Wesen als animales rationales. Auch das Parteiergreifen für Flüchtlinge oder für die Religionsfreiheit von Moslems (und Christen) ist zunächstmal eine emotionale Reaktion. Die rationale Begründung wird (fast immer) nur im Nachhinein als Rechtfertigung nachgeschoben.

Abgesehen von diesen Punkten bin ich mit Glück jedenfalls eher im Einklang als mit Denjenigen, die sich den PEGIDAischen Volkszorn für ihre eigenen Interessen zu Nutze machen wollen. Bensonders gut gefällt mir der Hinweis auf die Rosinen-Pickerei.

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Re: PEGIDA - Resultat unehrlicher Politik

Ungelesener Beitrag von niels » Samstag 3. Januar 2015, 15:57

Ich denke, die Menschen, die sich unter „PEGIDA“ versammeln, haben ganz unterschiedliche Beweggründe.
Das sehe ich ähnlich - zumindest haben sich die PEDIDA Demonstrationen (wohl nicht zuletzt wegen der in den verschiedensten Medien kursierenden/verbreiteten Falschbehauptungen) inzwischen auch als Magnet für radikalere Kräfte und Gruppierungen entwickelt, die zT tatsächlich das wollen, was die Medien PEGIDA von Beginn an zuschrieben, aber nicht deren Selbstdarstellung und Inhalten der ersten Demonstrationen entsprach. Sinn und Zweck von Demonstrationen ist es ja, einen gemeinsamen demokratischen Willen zu äußern - der lediglich als Schnittmenge vorhanden sein muß und keineswegs auf geistig-kulturellem Gleichschritt, auf dem dieser für die heute noch regierenden alten Garden (die mit längst obsoleten Begriffen wie "links" und "rechts" agieren, was allein schon zeigt, das ihnen das Bewusstsein für die mindestens letzten 70 Jahre abgängig ist) fußen muß.

Der Versuch der Regierungspolitik(er) die PEGIDA Bewegung (wie es Adolf ebenfalls gern tat) als "kleine Gruppe kranker Menschen" darzustellen, verpuffte wohl nicht nur - es zog inzwischen auch die an, die ebenfalls mit den Medien wie der Regierungspolitik auf Kriegsfuß stehen, sich in diesen unehrlich und herablassend behandelt fühlen.

Fakt aber ist, das inzwischen gleich mehrere Umfragen verschiedener Institute und Medien zutage brachten, das sich immerhin 2/3 der Deutschen vorstellen könnten an einer PEGIDA Demonstration teilzunehmen, wenn eine solche in ihrer Nähe stattfinden würde.

Fakt ist, das es eine weltweite Islamisierungsbewegung gibt, unter der insbesondere Nichtmuslime und Nichtgläubige zu leiden haben. In Europa ist zwar auf mittlere Sicht nicht absehbar, das eine der (inzwischen ja zunehmend wachsenden) Islamparteien und -fraktionen in Europa eine parlamentarische Mehrheit erreichen könnten, aber eine wachsende Zahl an Muslimen (heute angeblich um die 5% in DE, wobei s wahrscheinlich weniger tatsächlich bekennende gibt) bedeutet auch Zulauf und Machtzugewinn zu für Europäer extremistischen Parteien. Ich erinnere mich z.B. gut an eine Debatte in Südspanien, wo die gerade erstarkende Islamfraktion in einer Stadt (damals mit bereits 15% im Stadtrat/-parlament vertreten) die Forderung stellte, das Hunde aus der Öffentlichkeit zu verbannen sind.

Fakt ist auch, das wir in DE eine Privilegisierung religiöse Weltanschauungen haben - wenn auch damals zugeschnitten auf den "Bedarf" von Christen, die aber inzwischen selbst immer weniger werden. So ist nur nachvollziehbar, wenn nunmehr auch andere stark vertretene Religionen auf ähnliche Religionen pochen. Und selbst unter den "(noch-)nichtislamischen" Parteien in zB Deutschland gibt es jene, die erkannt haben, das sich mit muslimischen Zuwanderern trefflich Wahlfang betreiben lässt.

Das in den meisten deutschen Moscheen die DITIP (Eine Parteiorganisation Erdogans, der ja allen Ernstes auch als "großer Demokrat" gefeiert wurde) das Sagen hat, Ideologie und Marschrichtung" bestimmt, ist kein Geheimnis - so wie in jenen Moscheen meist eine türkische Flagge in Blickrichtung der Betenden aufgehängt ist - denn natürlich war und ist auch der Islam ein wirksames Mittel zur Durchsetzung politischer, fast immer vor allem weltlich geprägter - Interessen.

Religion ist (und das wissen auch nennenswerte Teile der europäischen Bevölkerung) nur solange "tolerant", solange sie keine Macht (über andere) hat - und ich hoffe, das wir alles dafür tun, das es so wird).

Fakt ist auch, das gerade die, die gegen PEGIDA & Co am lautesten "Demokratie" schreien, fast immer diejenigen sind, die andere Meinungen - soweit ihnen nur fern oder "gefährlich" genug (d.h. entweder hat man keine rationalen, transparenten Argumente mehr oder benutzt sogar die selben Argumente) erscheinen, mit höchst antidemokratischen, antifreiheitlichen wie -rechtsstaatlichen Mitteln mundtot zu machen suchen - eine Entwicklung, die inzwischen von den Staatsmedien wie der Politik sogar eher noch befeuert wird.

Ich bin weder Sozialist noch Nationalist oder gar "konservativ" im Sinne von "rückwärtsgewandt" - schon deshalb sicher kein NPD oder nichtnationaler Sozialisten-Sympathisant, aber wenn ich so verfolge, mit welchen schmutzigen, antidemokratischen Tricks inzwischen sogar staatliche Institutionen die Demonstrationen von derlei Leuten zu unterdrücken wie zu verhindern suchen (zum Glück haben wir Verwaltungsgerichte und Verfassungsgerichte, die dann diesen Leuten ihr Recht geben), kann ich gut nachvollziehen, wenn mehr und mehr Bürger sich durch Staat und Politik nicht mehr persönlich vertreten sehen. Ich bin unter der Rigid eovn Sozialisten und Kathoden aufgewachsen und froh, das beide (wenigstens) heute nur noch vergleichsweise wenige Rechtsprivilegien gegen mich besitzen oder sonstige Macht durchsetzen können. Dabei bin ich weit auf der Erde umhergekommen und war insbesondere häufiger auch in den als "muslimisch" bezeichneten Ländern unterwegs, die kaum einer jener Deutschen besucht hat, der den Islam als eine "friedfertige" und "freiheitliche" Religion bezeichnet habe viele Übersetzungen des Koran gelesen, habe eine Vielzahl ausländischer Bekannter wie auch unter Einwanderern, mit denen ich keinerlei Problem habe - wobei nicht wenige der offiziell IN DE als "Muslime" in DE bezeichneten darunter inzwischen selbst von Angst vor dem Zuwachs des Einflusses von Islamisten in Deutschland berichten, vom Auftreten von Salafisten in unserer Stadt, die gerade jenen, die nicht mehr Muslims ein wollen, weil aus dem Islamismus geflohen und unter ihm gelitten, von dem strafferen Muslimen in DE als "Verräter" und "Ketzer" betrachtet werden, die für immerhin fast ein Viertel der in DE eingewanderten Muslime als noch weniger wert als die deutschen Christen gelten, als nicht vollwertige Menschen gesehen werden.

Der friedliche Islam existiert maximal in einer rationalitätsfernen Theorie, denn schon der Koran (der für Muslime bindend ist) lässt an vielen Stellen wenig Zweifel darüber, wie "freundlich" man sich gegenüber Anders- oder gar Nichtgläubigen zu verhalten hat. Die Mär erinnert an die Überzeugung vieler Deutscher noch Jahrzehnte nach dem 2. Krieg, das der Nationalsozialismus doch eine "gute Sache" und "friedliebend" sei, aber andere Schuld waren, das die deutschen nicht friedfertig bleiben konnten oder auch nur "falsch umgesetzt" wurde (so wie heute auch bei der verbreiteten Verklärung der DDR). Religion sorgt lediglich für "Frieden" unter den Mitgliedern der Religion - das aber tun die Regularien der Mafia auch für deren Mitglieder.

"Die Freiheit ist immer die Freiheit des Andersdenkenden" - ein wahrer Satz von Rosa Luxemburg (die es aber bekanntlich mit der Freiheit des Einzelnen oder auch nur Andersdenkender auch nicht so genau nahm, wenn es um ihre Ideologie/Ideen ging...).

aber zurück zum Kernthema:
Im Fall von PEGIDA brüstete sich u.a. die (von aller Steuern finanzierter - also zu denen, die da demonstrierten) Semperoperverwaltung damit, extra wegen der (im Gegensatz zu einigen Gegendemos wohl durchweg gewaltfrei durchgeführten) Demonstrationen die Außen-/Platz-Beleuchtung ausgeschaltet zu haben (ja man kaufte sogar eigene Transparente, die man als Fahnen aufging), während der Reichsfunks hierüber wohlwollend und ausgiebig berichtete (nicht aber über die Inhalte der Demonstrationen), dann ist auch für mich, als Verfechter der FDGO, erkennbar, das hier nicht nur Demokratie mit Füßen getreten, sondern auch Bürger (die ebenso Steuern zahlen wie jeder andere - womöglich sogar mehr als ein Großteil jener Studenten und Jugendlichen, die man aus staatlichen Schulen zu den Gegendemos gekarrt hatte oder die an Unis in derlei "modernen" Fachbereichen wie "Antirassismus und Genderistik" sesselfurzend) als Bürger zweiter Klasse behandelt werden - frei nach dem Motto: Eure Steuern nehmen wir gern - aber was "richtige" Politik ist, bestimmen wir.

In Thüringen brüstet sich nunmehr sogar ein Ministerpräsident damit, das er erfolgreich NPD Demonstrationen sabotiert hätte - und wird für diesen kriminellen Akt sogar noch gefeiert. Einmal mehr siegt das "gesunde Rechtsempfinden" über die "starren Gesetze" - wie Freisler es ja schon als "besser" weil "sozialer" hielt...

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Re: PEGIDA - Resultat unehrlicher Politik

Ungelesener Beitrag von niels » Samstag 3. Januar 2015, 16:20

...achja,

besonders bemerkenswert in dem Kontext:

In der abendlichen Ideologiebestrahlung der ARD - der Haupt"nachrichtensendung" - ließ man uns ungebildeten - zwischen allerlei aussagefreien Interviewteilen anderer "religiöser Führer" - wissen, das der Islam "friedlich sei" und sich aus diesem Grunde "einflussreiche" und "vielbeachtete" religiöse "Führer der islamischen Welt" zu einem Gipfeltreffen zusammengefunden hätten, um dort "festzustellen", das die IS "keine Muslime" seien. Im dazu gezeigten Ausschnitt einer Rede dieser "Führer" hieß es wortwörtlich, das der Krieg der IS schon deshalb kein "Dshihad" sei, wie ihn der Koran vorsehe, da der "heilige Krieg allein Staaten vorbehalten" sei.

Da hat sich augenscheinlich doch tatsächlich wer in der Regie verschnitten - oder sind die Deutschen inzwischen schon wieder derart obrigkeitsgeil, das ihnen der Staat einmal mehr heilige Kuh ist, von der jedwedes Wohl ausgehen muß, weil nur kann?

Na das lässt dann ja hoffen, wenn ich so an den von Islamisten befreiten Iran, den (von den Taleban erhofften) Talebanstaat Afghanistan, Pakistan oder auch Saudi Arabien & Co. denke.. Ich kann mir gut vorstellen, wie "friedlich" deren "religiöser Krieg" ausfallen dürfte, wenn es zu einem solchen kommen sollte - natürlich nur "Notwehr" im Sinne des Korans, die ja schon dort beginnt, wo jemand vor anderen erklärt, warum er kein Muslim sein möchte bzw nicht daran glaubt, denn schon der Versuch Muslime vom Glauben abzubringen ist bekanntlich "schlimmer als Mord" (Koran)...

Das aber auch schon Muslime andere Muslime nicht als Muslime sehen (und nicht zuletzt deshalb en masse totschlagen), ist den meisten Deutschen wahrscheinlich auch nicht mal bekannt - das wird zumindest nie in derlei Kontexten erwähnt.

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Re: PEGIDA - Resultat unehrlicher Politik

Ungelesener Beitrag von niels » Sonntag 4. Januar 2015, 10:47

niels hat geschrieben:...achja,

besonders bemerkenswert in dem Kontext:

In der abendlichen Ideologiebestrahlung der ARD - der Haupt"nachrichtensendung" - ließ man uns ungebildeten - zwischen allerlei aussagefreien Interviewteilen anderer "religiöser Führer" - wissen, das der Islam "friedlich sei" und sich aus diesem Grunde "einflussreiche" und "vielbeachtete" religiöse "Führer der islamischen Welt" zu einem Gipfeltreffen zusammengefunden hätten, um dort "festzustellen", das die IS "keine Muslime" seien. Im dazu gezeigten Ausschnitt einer Rede dieser "Führer" hieß es wortwörtlich, das der Krieg der IS schon deshalb kein "Dshihad" sei, wie ihn der Koran vorsehe, da der "heilige Krieg allein Staaten vorbehalten" sei.

Da hat sich augenscheinlich doch tatsächlich wer in der Regie verschnitten - oder sind die Deutschen inzwischen schon wieder derart obrigkeitsgeil, das uns der Staat einmal mehr heilige Kuh ist, von der jedwedes Wohl ausgehen muß, weil nur kann?

Na das lässt dann ja hoffen, wenn ich so an den von Islamisten befreiten Iran, den (von den Taleban erhofften) Talebanstaat Afghanistan, Pakistan oder auch Saudi Arabien & Co. denke.. Ich kann mir gut vorstellen, wie "friedlich" deren "religiöser Krieg" ausfallen dürfte, wenn es zu einem solchen kommen sollte - natürlich nur "Notwehr" im Sinne des Korans, die ja schon dort beginnt, wo jemand vor anderen erklärt, warum er kein Muslim sein möchte bzw nicht daran glaubt, denn schon der Versuch Muslime vom Glauben abzubringen ist bekanntlich "schlimmer als Mord" (Koran)...

Das aber auch schon Muslime andere Muslime nicht als Muslime sehen (und nicht zuletzt deshalb en masse totschlagen), ist den meisten Deutschen wahrscheinlich auch nicht mal bekannt - das wird zumindest nie in derlei Kontext erwähnt.

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Re: PEGIDA - Resultat unehrlicher Politik

Ungelesener Beitrag von Christel » Samstag 17. Januar 2015, 16:04

Eine gute Analyse von „PEGIDFA“ ist hier zu finden:
http://www.confessio.de/cms/website.php ... egida.html

Themen
1) Islamangst: islamistischer Terror
2) Fremdenangst: Flüchtlingsunterbringung
3) Kriegsangst: Ukrainekrise
4) Politikverdrossenheit
5) Medienkritik
Wer sind die Pegidianer?
Demokraten?
Neonazis?
Rassisten?
Übersteigerte Islamangst
Das Positionspapier
Warum Dresden?
Was bleibt zu tun?


Hier zwei Auszüge:
Wer sind die Pegidianer?
Erste stichprobenhafte soziologische Untersuchungen der TU Dresden kommt zu dem Ergebnis: „Der „typische“ PEGIDA-Demonstrant entstammt der Mittelschicht, ist gut ausgebildet, berufstätig, verfügt über ein für sächsische Verhältnisse leicht überdurchschnittliches Nettoeinkommen, ist 48 Jahre alt, männlich, gehört keiner Konfession an, weist keine Parteiverbundenheit aus und stammt aus Dresden oder Sachsen.“(Prof. Dr. Hans Vorländer: Wer geht warum zu PEGIDA-Demonstrationen?, S. 2.) Darüber hinaus lässt sich sagen, dass sich die Kunst- und Kulturschaffenden der Stadt sowie die Mehrheit der Dresdner Studenten eher bei den Gegendemonstrationen einfindet. Auf der Pegida-Seite steht dem ein Mix aus der Bevölkerung gegenüber mit starker Beteiligung der Fußball-Fankultur und organisierter rechtsextremer Kräfte. Deutlich ist auch, dass auf verschiedenen Ebenen Sympathien zu Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) bestehen.
Ja, das habe ich vermutet.
Rassisten?
Mehrfach äußerten Pegida-Mitläufer, sie seien keine Rassisten, denn der Islam sei ja keine Rasse. Von Anfang an bestand jedoch eine enge Zusammenarbeit mit dem antiislamischen Hetzportal „Politically Incorrect“ (pi-news.de), dessen Banner oft zusammen mit dem PEGIDA-Banner in Berichten von den Demonstrationen auftaucht. Was sich bei „Politically Incorrect“ in Nachrichtenbeiträgen und Blog-Diskussionen abspielt, ist von Analysten schon vor Jahren als religiös verbrämter Rassismus klassifiziert worden (vgl. Confessio 6/2010 , Seite 8ff). Die Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus hat sich in dem Flyer „Antimuslimischer Rassismus“ genau mit diesem Thema auseinandergesetzt: „Rassismus bedeutet, dass einer (ethnischen, nationalen, kulturellen oder religiösen) Gruppe bestimmte Eigenschaften zugeschrieben werden, die sich von den Eigenschaften der eigenen Gruppe unterscheiden. Diese Eigenschaften werden als, mehr oder weniger, unabänderlich gesehen und sie werden, meist negativ, bewertet. […] Der Begriff des antimuslimischen Rassismus soll verdeutlichen, dass es sich um einen Prozess der Ausgrenzung und Abwertung von Muslimen handelt, der von den ausgrenzenden Menschen ausgeht und nicht in der Religion begründet ist.“ Fundamentalisten (die es in jeder Religionsgemeinschaft gibt) werden als Vertreter des „wahren“ Islam angesehen und der Islam nicht als Teil, sondern als Gegenentwurf zu unserer Gesellschaft dargestellt.
Fast man den Begriff "Rassismus" weit, dann ist umfasst er nicht nur die Ethnie.
Nicht zu vergessen, dass man der (deutschen) jüdischen Bevölkerung damals eine eigene Ethnie angedichtet hat. Tatsächlich hat man die in der Bevölkerung latent vorhandenen antijüdischen Ressentiments ausgenutzt, um gegen diesen Teil des eigenen Volkes vorzugehen.

Heute werden Ressentiments gegen Muslime ausgenützt. Manche ummanteln damit ihre Fremdenfeindlichkeit, andere ihre Religionsfeindlichkeit.
Für die jeweils Ausgegrenzten läuft es aufs selbe hinaus.

„Mehrfach äußerten Pegida-Mitläufer, sie seien keine Rassisten, denn der Islam sei ja keine Rasse.“
Doch:
Rassismus bedeutet, dass einer (ethnischen, nationalen, kulturellen oder religiösen) Gruppe bestimmte Eigenschaften zugeschrieben werden, die sich von den Eigenschaften der eigenen Gruppe unterscheiden. Diese Eigenschaften werden als, mehr oder weniger, unabänderlich gesehen und sie werden, meist negativ, bewertet. […]
So ist es!
„Ich glaube, dass auch unsere Fehler und Irrtümer nicht vergeblich sind, und dass es Gott nicht schwerer ist mit ihnen fertig zu werden, als mit unseren vermeintlichen Guttaten.“ Dietrich Bonhoeffer (Widerstand und Ergebung)

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Re: PEGIDA - Resultat unehrlicher Politik

Ungelesener Beitrag von mar » Sonntag 18. Januar 2015, 13:32

Mhm, okay, Hans Vorländer beantwortet meine Frage, ob PEGIDA-Anhänger nicht vor allem zu den unteren Einkommensklassen gehören oder arbeitslos sind, mit einem klaren nein. Die Studie ist vorläufig, aber nach den methodischen Angaben solide (u. a. 1200 zufällig ausgewählte Personen). Also lag ich da wohl falsch. Interessant.

In der Studie geben übrigens 62 % an, keiner Partei verbunden zu sein, und nur 17 %, mit der AfD verbunden zu sein. So klar ist der Zusammenhang also nicht. Immerhin 9 % geben eine Verbundenheit mit der CDU an. Demnach müsste man die CDU genauso wie die AfD als "Risiko-Partei" im Auge behalten.

mar
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Re: PEGIDA - Resultat unehrlicher Politik

Ungelesener Beitrag von mar » Montag 19. Januar 2015, 10:40

Hehe. Hier noch eine Perspektive, die PEGIDA etwas Positives abgewinnt und die Ursache der Unzufriedenheit in einem zentralistisch gesteuerten Globalisierungswahn verortet. Garniert mit einer guten Portion Antiamerikanismus und biblischen Bezügen. Die Grundidee dabei liegt mir aber gar nicht so fern.

edited to add: Noch eine Perspektive, die in eine ähnliche Richtung geht.

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