Wahrheit und Zeugen Jehovas

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Christel
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Wahrheit und Zeugen Jehovas

Ungelesener Beitrag von Christel » Freitag 16. Februar 2018, 23:24

Wahrheit
Wahrheit ist für alle Menschen wichtig.
Wer sie nicht kennt wird orientierungslos oder geht in die Irre. ....

Auch im religiösen Leben taucht immer wieder der Begriff „Wahrheit“ auf.

Für die Zeugen Jehovas ist die Wahrheit von besonderer Bedeutung:
Es kam die Zeit, in der Jehova die Wahrheit enthüllte. Gott hatte für die „Zeit des Endes“ versprochen: „Die wahre Erkenntnis wird überströmend werden“ (Daniel 12:4). Im Jahr 1870 erkannte eine Handvoll aufrichtiger Wahrheitssucher, dass viele Kirchenlehren keine biblische Grundlage hatten. Sie wollten die reine Lehre der Bibel ergründen, und Jehova verhalf ihnen zum richtigen Verständnis.
Gegenwärtig verbreiten Jehovas Zeugen die biblische Wahrheit in rund 750 Sprachen überall auf der Erde.
Quelle: https://www.jw.org/de/publikationen/bue ... _index]=14

Demnach kam die Wahrheit kam im Jahr 1870. Sie ist den Kirchenlehren überlegen. Sie wird von den Zeugen Jehovas verkündet. Zeugen Jehovas sind in der Wahrheit.
„Ich glaube, dass auch unsere Fehler und Irrtümer nicht vergeblich sind, und dass es Gott nicht schwerer ist mit ihnen fertig zu werden, als mit unseren vermeintlichen Guttaten.“ Dietrich Bonhoeffer (Widerstand und Ergebung)

Christel
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Re: Wahrheit und Zeugen Jehovas

Ungelesener Beitrag von Christel » Samstag 17. Februar 2018, 00:04

Wie wird „die Wahrheit“ verbreitet?

Durch die Zeitschrift „Der Wachtturm“:
1879 sahen die Bibelforscher dann die Zeit gekommen, die Wahrheit einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Sie gaben eine Zeitschrift heraus, die heute unter dem Namen erscheint: Der Wachtturm verkündigt Jehovas Königreich. https://www.jw.org/de/publikationen/bue ... _index]=14
Durch eine spezielle „Bibelübersetzung“:
Mit der Zeit erkannten wir jedoch die Notwendigkeit, eine neue Übersetzung anzufertigen, mit der man den Menschen noch besser „zu einer genauen Erkenntnis der Wahrheit“ verhelfen könnte.
https://www.jw.org/de/publikationen/bue ... ersetzung/
Durch die Zusammenkünfte der Zeugen Jehovas:
Viele haben aufgehört, Gottesdienste zu besuchen, weil sie in der Kirche weder Antworten auf ihre Fragen noch Trost und Zuspruch erhalten. Was ist bei den Zusammenkünften von Jehovas Zeugen anders?

Menschen, die sich lieben und umeinander kümmern.
Anleitung, wie man biblische Prinzipien in die Praxis umsetzt.
Die Möglichkeit, den Glauben an Gott zu vertiefen.
https://www.jw.org/de/publikationen/bue ... esdienste/
[gekürzt]

Außerdem:
Familienbibelstudium
Kongresse
Predigtwerk
Pionier
Älteste
Dienstamtgehilfen
Kreisaufseher
treuen und verständigen Sklaven
Der „Sklave“ ist quasi identisch mit der leitenden Körperschaft der Zeugen Jehovas.
Er teilt an seine Glaubensbrüder zeitgemäße geistige Speise aus. Sie sind darauf angewiesen, dass er „ihnen fortwährend ihr Maß an Speisevorrat zur rechten Zeit“ gibt.
https://www.jw.org/de/publikationen/bue ... er-sklave/
Durch Veröffentlichungen, Zusammenkünfte und Kongresse lässt uns der treue und verständige Sklave geistige Speise zukommen. So erhalten wir immer genau zur richtigen Zeit das, was wir brauchen.https://www.jw.org/de/publikationen/bue ... er-sklave/
Die leitende Körperschaft hat ihren Sitz im US-Bundesstaat New York. Vom dortigen Bethel aus betreut sie Zweigbüros in Dutzenden von Ländern.
https://www.jw.org/de/publikationen/bue ... in-bethel/
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Christel
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Re: Wahrheit und Zeugen Jehovas

Ungelesener Beitrag von Christel » Samstag 17. Februar 2018, 00:19

Ich fasse zusammen:
- im Jahr 1870 kam die „Wahrheit“, im Gegensatz zu „Kirchenlehren“
- Zusammenkünfte von Jehovas Zeugen, statt trostlosen Gottesdienst
Die wahre Erkenntnis ist überströmend geworden!
https://www.jw.org/de/publikationen/bue ... verstehen/
- Ein hoher Anspruch.
- Eine breit angelegte Wahrheit. (Der Wachtturm… verkündet sie ohne Abstriche, ist vollkommen wahr.)
- Eine schmale Spitze, die die Wahrheit von Gott empfängt, die leitenden Körperschaft der Zeugen Jehovas.

Fortsetzung folgt, dann nenne ich die Probleme und die Folgen dieser Denkweise.
Zeugen Jehovas glauben das in aller Regel wirklich. Sie meinen, sie sind in der Wahrheit und den Kirchenchristen (Weltmenschen) überlegen.
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Re: Wahrheit und Zeugen Jehovas

Ungelesener Beitrag von Christel » Samstag 17. Februar 2018, 12:55

Wichtiger Hinweis:
Die oben zitierten Texte der Zeugen Jehovas, im Gegensatz zu den Kirchen die Wahrheit zu verkünden und auch innerhalb der Versammlungen die wahre Gemeinschaft zu leben, sind keine bloßen Werbetexte. Die Texte spiegeln das tatsächliche Selbstverständnis der Zeugen Jehovas wieder.

Hinzu kommt, der Wachtturm mahnt „Verliere die große Streitfrage nicht aus den Augen“ und schreibt dazu
19 Die Bedeutung der Souveränität Jehovas zu erkennen unterscheidet die wahre Religion von der falschen. https://www.jw.org/de/publikationen/zei ... t_index]=1
Tatsächlich handelt es sich hier um eine Lehre, die die Zeugen Jehovas von allen anderen Christen und die „Wachtturm Organisation“ von allen Kirchen unterscheidet. Die angeblich so entscheidende Streitfrage für die Menschheit ist den Kirchen unbekannt.

Bei der „Streitfrage“ wird auch von „Rechtfertigung" gesprochen. Das erinnert zwar an die „Rechtfertigungslehre“, die in den Kirchen, insbesondere im Protestantismus von besonderer Bedeutung ist, meint aber das genaue Gegenteil. Die kirchliche Rechtfertigungslehre besagt: Gott spricht den Sünder (Menschen) gerecht. Wir sind Empfangende, allein aus der Gnade Gottes.
Der Wachtturm-Artikel hebt die (Selbst-)Rechtfertigung des Menschen (Hiob) als „vorübergehend eine falsche Sichtweise. Alles drehte sich nur um seine eigene Rechtfertigung" hervor, denn es geht ja (laut Wachtturm) um die Rechtfertigung Gottes.

Streitfrage? Souveränität Jehovas? Worum geht es da?
Zur Klärung einige weitere Zitate aus diesem Wachtturmtext:
„3 Der Teufel hat die Frage aufgeworfen, ob Jehovas Souveränität rechtmäßig ist.“ […] „Er deutete auch an, kein Mensch wäre Gott gegenüber völlig loyal“
[…]
"Doch je mehr uns die Rechtfertigung der Souveränität Jehovas am Herzen liegt, desto besser können wir den alltäglichen Herausforderungen begegnen."
[…]
"Er wird uns und alle, die seine Souveränität verteidigen, belohnen."
https://www.jw.org/de/publikationen/zei ... et-halten/
Es geht also darum perfekt den Willen Gottes zu tun, um Gott vor dem Teufel zu rechtfertigen, um zu beweisen, dass Gott fähig war sich loyale Diener (Menschen) zu erschaffen.

Der Wachtturm beschwört seine Anhänger:
20 Jehova schätzt es, wie du dich durch deinen treuen Dienst und dein Ausharren unter Schwierigkeiten für seine Souveränität einsetzt — dessen kannst du dir sicher sein (Ps. 18:25).
Dies beinhaltet auch:
15 Wie stehen wir zu dem göttlichen Prinzip der Leitung durch ein Haupt? Durch unsere Bereitschaft, respektvoll mit anderen zusammenzuarbeiten, unterstützen wir Jehovas Souveränität. Wir respektieren die theokratische Ordnung selbst dann, wenn wir eine Entscheidung nicht völlig verstehen oder damit nicht einiggehen.
https://www.jw.org/de/publikationen/zei ... einsetzen/
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Re: Wahrheit und Zeugen Jehovas

Ungelesener Beitrag von Christel » Samstag 17. Februar 2018, 15:04

Der Anspruch, im Gegensatz zu den Kirchen die Wahrheit zu verkünden und auch innerhalb der Versammlungen die wahre Gemeinschaft zu leben, Gottes wirklich loyale Deiner zu sein, in der großen Streitfrage auf Seiten Gottes zu stehen… wirkt(e) auf nicht wenige Menschen anziehend. Endlich die wahre Gemeinschaft, den wahren Glauben, die wahre Religion… gefunden zu haben… - toll. Es spiegelt ein Ideal wieder.
Ebenso ist es jedoch ein Spiegelbild unserer Leistungsgesellschaft.

In der Praxis werden tatsächlich „verhaltensauffällige“ Menschen nicht unbedingt in die Gemeinschaft aufgenommen, wenn den Ältesten klar ist, derjenige wird uns Probleme machen, kommt er nicht rein.

Innerhalb der Gemeinschaft lässt diese Denkweise keinen Raum für Sünde, Schuld, Irrtum…
Dies betrifft alle Zeugen Zehovas, egal an welchem Platz sie stehen.
Daher werden „verhaltensauffällige“ Menschen ausgesondert. Das bedeutet und zwar ganz wörtlich zu verstehen „Gemeinschaftsentzug“, was das Verbot diesen Menschen zu grüßen einschließt.
Das trifft auch Mitglieder einer Familie. Die Zeugen Jehovas sind dann angehalten die Kontakte auf das Notwendigste zu beschränken.

Natürlich dürfen sich die leitenden Mitglieder, angefangen von den „Ältesten“… bis hin zur leitenden Körperschaft, die ja direkt von Gott geleitet, den Zeugen Jehovas „zeitgemäße geistige Speise“ austeilt, erst recht keine Fehler erlauben.
Daher sollte man nicht mit rechnen, dass Fehler zugegeben werden. Dafür ist einfach kein Raum da. Wer sich beschwert ungerecht behandelt worden zu sein, sollte mit rechnen, dass erklärt wird, alles sei richtig und in Ordnung. Da nicht ist, was nicht sein darf, wird viel unter den Teppich gekehrt. (So habe ich es nicht nur von ehemaligen Zeugen gehört, sondern auch von einem Mann, der die Zeugen Jehovas nie verlassen hat.)

Zeugen Jehovas sind nicht zuletzt für ihre Endzeitberechnungen bekannt, die inzwischen verstrichen sind. Das passt nicht so ganz zu:
Die wahre Erkenntnis ist überströmend geworden! https://www.jw.org/de/publikationen/bue ... verstehen/
Da die Lehre für die Zeugen tatsächlich nur von einer Handvoll Menschen (leitende Körperschaft, früher von Einzelpersonen) festgelegt wird, ist die „Decke“ für die „überströmenden Erkenntnis“ recht dünn. Manches ist erst nach und nach entstanden, manches wurde korrigiert. Wer fünfzig Jahre bei den Zeugen Jehovas war, dort fleißig „studiert“ hat, der hat einige „Änderungen der Wahrheit“ miterlebt. Die Mitteilung der Änderung läuft dann ungefähr so, nicht die leitende Körperschaft, sondern „einige meinten“, „Jesus errichtete unsichtbar sein Königreich“, Gott sandte „helleres Licht“…

Von der Zeugen Jehovas ist immer, die jeweils aktuelle „Wahrheit“ zu glauben. Es geht dabei nicht um einzelne Fixpunkte, sondern alles, was die Organisation lehrt. Es gibt auch nicht unterschiedliche Meinungen, Zeugen Jehovas sind stolz auf ihre Einheit, auch in der einen Meinung. Natürlich gibt es auch keine unterschiedlichen Interpretationen der Bibel. Die Bibel ist so zu verstehen, wie es die Organisation aktuell vorgibt.

Auch Abweichler, die sich eigene Gedanken machen und diese verbreiten, müssen, wenn sie unbelehrbar sind, mit ihrem Ausschluss (Gemeinschaftsentzug) rechnen.
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Re: Wahrheit und Zeugen Jehovas

Ungelesener Beitrag von Christel » Samstag 17. Februar 2018, 16:37

Wie nicht unschwer zu erkennen ist, lässt dieses System aus Werbung (Predigtdienst) und Aussonderung (Gemeinschaftsentzug), aber auch freiwilligen Weggang eine ganze Schar von „Aussteigern“ zurück.

„Aussteiger“

Sie waren dabei:
Mancher war nicht lange dabei, ein anderer viele Jahrzehnte.
Einer war zuvor in einer Kirche zu Hause, ein anderer hatte keinen kirchlichen Hintergrund.
Wieder ein anderer ist dort „hineingeboren“, der kennt nichts anderes.
Sie alle waren aus unterschiedlichen Gründen, unterschiedlich lange, in unterschiedlicher Intensität dabei und haben sich in unterschiedlicher Weise die Lehren der WTG zu eigen gemacht, denn Menschen sind unterschiedlich.

Sie gingen weg:
Auch dies geschah aus unterschiedlichen Gründen. Ich nannte in meinem letzten Beitrag einige.
Manche wollen irgendwie weiter christlich leben…, andere werden Atheisten.

Sie setzten sich mit der WTG (Organisation) auseinander:
Auch das geschieht auf unterschiedliche Weise und Intensität.
Jeder Mensch betrachtet aus seinem eigenen Erfahrungsschatz heraus die Welt. Wir lernen meist einfach dazu, Umdenken ist weit schwieriger.
Daher ist es nicht verwunderlich, dass zwar nicht alle, aber auch nicht wenige „Aussteiger“, an dem über die Kirche bei den Zeugen Jehovas erlernten festhalten. Was die Kirche betrifft, da fühlen sie sich nach wie vor aufgeklärt. Sie glauben, diese ist auf jeden Fall, wenn nicht schlechter, so doch auf keinen Fall besser als die Zeugen Jehovas. Sie haben die Zeugen Jehovas verlassen und wollen nicht wieder zurück (auch nicht in eine Kirche).

Einige sehen sich weiterhin einer Elite zugehörig.
Über die Kirchen wurden sie bei den Zeugen Jehovas aufgeklärt. Diese Aufklärung betreiben sie weiter… Da sie nun auch über die Zeugen Jehovas aufgeklärt sind, geht auch das weiter…

Mach einer fühlt sich nicht nur über die Kirchen und die Zeugen Jehovas aufgeklärt, sondern über die Religion überhaupt. Mit missionarischem Eifer wird weiter aufklärt…, sie werben nun für die Abkehr vom Gottesglauben und für eine atheistische Weltsicht.

Das ist der Punkt, wo ich trotzdem nicht so ganz mitkomme:
Ich denke, wenn ich eifrig für eine Sache tätig war und feststellt habe, das war nicht richtig, ich habe mich geirrt … - wo nehme ich dann die Selbstsicherheit her diesmal nicht zu irren?
Aber ich kann staunen wie ich will, es ist so. Offensichtlich sind manche Menschen immer nur „auf der Überholspur“ und betrachten dabei andere Menschen von oben „wie von einem Berg aus“. „Elite bleibt Elite“, die "Wahrheit" verkündend, ob ich’s begreife oder nicht.
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Re: Wahrheit und Zeugen Jehovas

Ungelesener Beitrag von Christel » Sonntag 18. Februar 2018, 16:09

Die „große Streitfrage“ nannte ich bereits. Eine weitere wichtige Lehre für die Zeugen Jehovas ist „Harmagedon“.

Den meisten Menschen, auch den Christen wäre ohnedem „Harmagedon“ wohl völlig unbekannt, denn in der kirchlichen Lehre spielt es keine Rolle. Es wird ja auch nur an einer einzigen Stelle erwähnt, nämlich in Offenbarung 16.

Im Gegensatz dazu ist „Harmagedon“ für Zeugen Jehovas von zentraler Bedeutung:
Bereits für Charles Taze Russell, den Gründer der Religionsgemeinschaft der Zeugen Jehovas, war „der Krieg von Harmagedon“ ein so wichtiges Thema, dass er den 1897 erschienenen vierten Band seiner Schriftstudien so benannte.[13] Er meinte damals, dass dieser Krieg bereits im Gange sei und 1914 mit dem Anbruch des Friedensreiches enden werde.[14] Für die Zeugen Jehovas steht die Lehre von der Schlacht von Harmagedon im Mittelpunkt ihrer Theologie:[15 https://de.wikipedia.org/wiki/Harmagedon
Mehr dazu u.a. im Spiegel-Artikel „Und die Erde drehte sich weiter“ http://www.spiegel.de/einestages/wie-di ... 69893.html

Mein Eindruck ist, dass es (ehemaligen) Zeugen Jehovas oft gar nicht bewusst ist, dass es sich bei der „Streitfrage“ und bei „Harmagedon“ um Sonderlehren ihrer Organisation handelt.

Ebenfalls, nur bei Zeugen Jehovas findet man die Lehre „Zeugen für den Namen 'Jehova'“ zu sein.
Gott hat sich im Alten Testament als JHWH offenbart, davon leiten sich der Name „Jehova“ und die Lehre ab.

Die „Streitfrage, „Harmagedon“, „Zeuge für den Namen ‚Jehova‘“ für Zeugen Jehovas sind das wichtige Wahrheiten.
Für andere Christen sind das keine „Wahrheiten“, sie kommen bei ihnen noch nicht mal vor.
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Re: Wahrheit und Zeugen Jehovas

Ungelesener Beitrag von Christel » Sonntag 18. Februar 2018, 21:30

Ich zitierte es bereits in meinem ersten Beitrag:
Es kam die Zeit, in der Jehova die Wahrheit enthüllte. Gott hatte für die „Zeit des Endes“ versprochen: „Die wahre Erkenntnis wird überströmend werden“ (Daniel 12:4). https://www.jw.org/de/publikationen/bue ... ndex%5D=14
Dies soll sich auf das Jahr 1870 und „eine Handvoll aufrichtiger Wahrheitssucher“, die Bibelforscher, die späteren Zeugen Jehovas, beziehen.
Unter Daniel 12,4 steht tatsächlich:
Du, Daniel, halte diese Worte geheim und versiegle das Buch bis zur Zeit des Endes! Viele werden nachforschen und die Erkenntnis wird groß sein.
Doch weshalb sollte die Zeit des Endes im Jahr 1870 angebrochen sein?
Und weshalb sollte es die „Bibelforscher“ betreffen?

Der Hebräerbrief spricht auch von der Zeit des Endes. Hier ist die Zeit in der Jesus auf Erden lebte und wirkte gemeint. Und es geht um überströmende Erkenntnis, denn zuvor hatte Gott zwar „auf vielerlei Weise einst zu den Vätern“ „durch die Propheten“ gesprochen, nun „in dieser Endzeit aber hat er zu uns gesprochen durch den Sohn“ (Hebr 1,2)

Die Apg 2,17 spricht auch von „den letzten Tagen“ und Petrus sagt „jetzt geschieht“ das, Gott gießt seine Geist aus „über alles Fleisch“. Die Spatzen pfeifen es sozusagen von den Dächern, das heißt bei Gott „überströmend“. Gott geizt nicht mit seinen Geist, er gießt ihn aus.

Und worum geht es? Was erzählen die „Knechte und Mägde“?
Sprechen sie von der „Streitfrage, „Harmagedon“ oder dem „Namen ‚Jehova‘“?
Nein, sie rufen den Namen Jesu an und erzählen von seinen machtvollen Taten, seinem Tod und seiner Auferstehung.

Apostel bedeutet ein Gesandter, Sendbote zu sein. Wozu fühlten sich die Apostel gesandt?
Verkündeten sie die „Streitfrage, „Harmagedon“ oder den „Namen ‚Jehova‘“?
Die Apostelgeschichte 1,15-26 gibt Aufschluss. Dort suchen die übrigen 11 Apostel für Judas einen Ersatz.
Einer von den Männern, die die ganze Zeit mit uns zusammen waren, als Jesus, der Herr, bei uns ein und aus ging, angefangen von der Taufe durch Johannes bis zu dem Tag, an dem er von uns ging und (in den Himmel) aufgenommen wurde, - einer von diesen muss nun zusammen mit uns Zeuge seiner Auferstehung sein. (Apg 1,22f.)
Christen sind Zeugen, aber nicht für irgendwas, sondern Zeugen für Jesus Christus.
Mysterium fidei, „Geheimnis des Glaubens“: "Deinen Tod, o Herr, verkünden wir, und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit." https://de.wikipedia.org/wiki/Geheimnis_des_Glaubens

Nein, es geht nicht um irgendeine Erkenntnis aufgrund von Bibelforschung, nicht um irgendeine Wahrheit… -
Wer von Jesus Christus berührt wurde, wer ihm sein Herz geschenkt hat, der bleibt:
Jesus antwortete ihm: Wenn jemand mich liebt, wird er an meinem Wort festhalten; mein Vater wird ihn lieben und wir werden zu ihm kommen und bei ihm wohnen. (Joh 1,14,23)
„Ich glaube, dass auch unsere Fehler und Irrtümer nicht vergeblich sind, und dass es Gott nicht schwerer ist mit ihnen fertig zu werden, als mit unseren vermeintlichen Guttaten.“ Dietrich Bonhoeffer (Widerstand und Ergebung)

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Re: Wahrheit und Zeugen Jehovas

Ungelesener Beitrag von Christel » Montag 19. Februar 2018, 22:26

Mir ist heute das Buch Wachtturm-Gesellschaft „Das Leben – Wie ist es entstanden? Durch Evolution oder durch Schöpfung?“ (Schöpfungsbuch) zugelaufen.
Die Evolutionstheorie wird dort in Zweifel gezogen.
Auf Seite 25 wird zwar richtig festgestellt „daß der Schöpfungsbericht nicht aufgezeichnet wurde, um das „Wie“ der Schöpfung zu erklären“, aber mit der Tatsache, dass er in Verbindung mit den Schöpfungsmythen der Nachbarvölker (Seite 34 f.) zu betrachten ist, kann man sich nicht anfreunden.
So bleibt es beim „Entweder / Oder“!
Auch ehemalige Zeugen Jehovas bewegen sich selten von diesem "Entweder / Oder“ weg, egal ob sie sich als Christen oder Atheisten verstehen.

Ich denke, dass sich diese Menschen „Wahrheit“ hauptsächlich als historische Wahrheit (Abläufe) oder naturwissenschaftliche Wahrheit (Prozesse) vorstellen.

Das Wesentliche z.B. Wer und wie ist Gott? Wer und wie ist der Mensch? Hat die Schöpfung Bestand? Ist das Leben verlässlich? - Fragen, um die es in der Bibel geht, eben das Wesentliche, lässt sie so nicht erfassen.
„Ich glaube, dass auch unsere Fehler und Irrtümer nicht vergeblich sind, und dass es Gott nicht schwerer ist mit ihnen fertig zu werden, als mit unseren vermeintlichen Guttaten.“ Dietrich Bonhoeffer (Widerstand und Ergebung)

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Re: Wahrheit und Zeugen Jehovas

Ungelesener Beitrag von Christel » Mittwoch 21. Februar 2018, 19:02

Wahrheit und Geheimnis
Dieser Artikel passt ganz gut zum Thema:
„Gott ist ein Geheimnis!“ Wer von uns regelmässigen Kirchgängern hätte diesen Satz nicht schon oft gehört. Und wer würde ihm nicht zustimmen.
Mehr unter: http://kath.net/news/60562

Es ist aber nicht nur der Satz und die Erklärung, vielmehr, wer in der katholischen Kirche zu Hause ist wird es in aller Regel erspüren: „Gott ist ein Geheimnis“. Es ist die Ehrfurcht vor dem Heiligen. - Und deshalb soll und kann man sich kein „Bildnis“ von Gott machen.
(Das trifft gewissermaßen auch auf unsere Mitmenschen zu. Die sind zwar sichtbar und deutlich zu erleben, aber anders als ein „Bild“ es zeigen kann und außerdem lebendig. Wenn das „Bild“ fertig ist, ist man oft auch mit dem Menschen fertig. Wenn man glaubt, alles zu wissen, wird man nicht mehr zuhören, der Mitmensch kann sich nicht mehr offenbaren….)

Zeugen Jehovas denken formaler. Das Gebot, Du sollst Dir kein Bildnis machen, beschränkt sich für sie auf die handwerkliche Herstellung, wird auf Bilderverehrung bezogen und als Götzendienst gebrandmarkt. Die Unmöglichkeit eines „Bildes“ von Gott wird nicht bedacht.

Ein Wachtturm Artikel ist sogar so überschrieben:
„Die Lüge vom geeimnisvollen Gott“ https://www.jw.org/de/publikationen/zei ... t_index]=4
Ganz ähnlich eine atheistische Aussage:
Die nutzlose Ausrede: „Gott ist ein unergründliches Geheimnis“
(Beyvers, Gottfried: Argumente kontra Religion, 9783865692825 Seite 47)

Während der Wachtturm richtig erkennt, dass die Aussage „Gott ist ein Geheimnis“ fester Bestandteil der katholische Lehre ist, ein Dogma und richtig schreibt:
Laut den katholischen Theologen Karl Rahner und Herbert Vorgrimler ist die Dreieinigkeit „ein Geheimnis . . . , das unabhängig von einer Offenbarung nicht gewusst u[nd] auch nach dieser dem geschaffenen Verstand nicht innerlich einsichtig werden kann“. https://www.jw.org/de/publikationen/zei ... t_index]=4
Offenbart Herr Beyvers, seine Unkenntnis in dem er meint, es sei eine Ausrede. Er schreibt dazu weiter:
„Wenn Theologen mit Argumenten in die Enge getrieben werden, dann kommt oft eine Ausrede in Form von leeren Worthülsen: Gott bleibe ein „tiefes Geheimnis“, das „Urgeheimnis“, der „unerforschliche Urgrund allen Seins“ oder ähnlich schwammige Konfabulationen. Diese abgeschmackten Ausflüchte
(Beyvers, Gottfried: Argumente kontra Religion, 9783865692825 Seite 47)

Herr Beyvers, nimmt folglich noch nicht mal zur Kenntnis, dass es sich bei der Aussage „Gott ist ein Geheimnis“ um eine tatsächliche katholische Lehre, genauer um ein Dogma handelt. Wie soll da ein Gespräch möglich sein?

Beide, Zeugen Jehovas und Atheisten können mit einem Geheimnis anfangen!

Der Wachtturm fragt und schlussfolgert:
Kann man jemand wirklich lieben, wenn er ein Geheimnis ist? Die Lehre von der Dreieinigkeit (Trinität) verhindert also, dass man Gott kennen- und lieben lernt.
https://www.jw.org/de/publikationen/zei ... t_index]=4
Doch, das kann man!
Wer ein Gespür dafür hat, der weiß das. Das Wesentliche erfährt man in der katholischen Kirche nonverbal.
Offensichtlich Spürens die einen es, den anderen bleibt es verschlossen.

Daher scheint auch hier, zumindest ein tieferes Gespräch nicht möglich zu sein.

Wahrheit ist etwas, was als zuverlässig erkannt wird. Für die einen sind es Lehren... -
Für Christen ist Jesus „der Weg und die Wahrheit und das Leben“ in Person (Joh 14,6)
„sie sollen in Liebe zusammenhalten, um die tiefe und reiche Einsicht zu erlangen und das göttliche Geheimnis zu erkennen, das Christus ist. In ihm sind alle Schätze der Weisheit und Erkenntnis verborgen.“ (Kol 2,2f)

Denn in ihm allein wohnt wirklich die ganze Fülle Gottes“ (Kol 2,9)
https://bibel.github.io/EUe/nt/Kol_2.html
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Re: Wahrheit und Zeugen Jehovas

Ungelesener Beitrag von Ga-chen » Donnerstag 22. Februar 2018, 22:29

Wow, Christel, was für eine tolle Abhandlung....da hast du dir aber richtig Arbeit gemacht 😊
Liebe Grüße von Ga-chen

„Jesus muss wohl Student gewesen sein: Er wohnte bei seiner Mutter, er hatte lange Haare, er war der Anführer einer Protestgruppe, er trank laufend Wein, und wenn er schon mal was tat, war's ein Wunder."
Willy Meurer (*1934), deutsch-kanadischer Kaufmann, Aphoristiker und Publizist, Toronto

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Re: Wahrheit und Zeugen Jehovas

Ungelesener Beitrag von Ga-chen » Donnerstag 22. Februar 2018, 22:39

Mein Weggang von den Zeugen lösten einige grundlegende Dinge aus...

Die Erkenntnis für mich, dass Wahrheit eine Person ist, ohne die Niemand zu Gott kommen kann....

....dass man vom Hl. Geist selber belehrt wird (und folglich keine so genannte Leitende Körperschaft braucht...

....dass der Hl. Geist "in alle Wahrheit führt"....Jesus sagte: " Von dem Meinen wird er nehmen....

....die theokratische Kriegslist bei den Zeugen, dass man in gewissen Situationen lügen darf...oder nur denen die Wahrheit sagen muss, "denen die Wahrheit gebührt" (dabei ist Satan der Vater der Lüge)

...due Aussage: "Rebellion gegen den Sklaven ist Rebellion gegen Gott" (wie krass ist das denn?)

....der Anspruch und die Wirklichkeit bei ZJ....

...und so einiges mehr, was jetzt hier zu weit führt....
Liebe Grüße von Ga-chen

„Jesus muss wohl Student gewesen sein: Er wohnte bei seiner Mutter, er hatte lange Haare, er war der Anführer einer Protestgruppe, er trank laufend Wein, und wenn er schon mal was tat, war's ein Wunder."
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Re: Wahrheit und Zeugen Jehovas

Ungelesener Beitrag von Ga-chen » Donnerstag 22. Februar 2018, 22:42

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....das ist aber wirklich so - habe ich selber so erfahren und davon zehre ich bis heute.

Das Problem ist ja grade, dass vieles wirklich gut ist und man dann nicht mehr wirklich unterscheiden kann! Die falschen Lehren erkennt man nicht so leicht....so geschickt und subtil wird man darin eingeführt und gelehrt....
Liebe Grüße von Ga-chen

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Re: Wahrheit und Zeugen Jehovas

Ungelesener Beitrag von Christel » Samstag 24. Februar 2018, 13:16

Hallo Ga-chen, schön, dass Du Dich hier einbringst. Du hast ja viel direktere Erfahrungen als ich. Ich selbst habe höchstens dreimal eine Versammlung besucht.

Dennoch fiel es mir nicht schwer diese Beiträge zu schreiben. Die Zeugen Jehovas haben eine Internetseite https://www.jw.org/de/, ich habe viel gelesen, hatte einige Kontakte zu Zeugen Jehovas, vor allem zu ehemaligen Zeugen und nicht zuletzt durch die Freundschaft zu E.F. kenne ich die Lehren ziemlich gut.
Gerade durch E.F., der ja nie die Versammlung verlassen hat, habe ich viel gelernt. E.F. selbst hatte nie alle Lehren der WTG für sich selbst übernommen und verinnerlicht…, mit ihm ist mir ein offener toleranter Mensch begegnet, ohne Feindbilder.
Im Gegensatz dazu sind mir in der Aussteigerszene auch Menschen begegnet, die sehr viel mehr innerlich „noch Zeugen“ waren und die einfach ihre Feindbilder nicht loswurden.

Daher ist mir wichtig, so sehr es auch richtig ist, was hier über die Zeugen Jehovas steht, man darf es niemals einfach auf den einzelnen Menschen übertragen und meinen, der glaubt so. Das kann man nicht wissen! Und so darf man keinen Menschen behandeln. Denn wenn man das tut, dann stülpt man diesem Menschen ein Bild über, worunter der wirkliche Mensch verschwindet.
Man darf es auch nicht verallgemeinern und auf die Religion und damit die Religiösen übertragen. Manches sind wirklich Sonderlehren, die bei anderen nicht vorkommen.

Zum Beispiel, die von Dir erwähnte „theokratische Kriegslist“:
Ga-chen hat geschrieben:
Donnerstag 22. Februar 2018, 22:39
....die theokratische Kriegslist bei den Zeugen, dass man in gewissen Situationen lügen darf...oder nur denen die Wahrheit sagen muss, "denen die Wahrheit gebührt" (dabei ist Satan der Vater der Lüge)
Als ich predigende Zeugen Jehovas auf „1975“ als Endzeitdatum ansprach, merkte ich natürlich, dass sie nicht ehrlich antworteten. Ich dachte damals, das ist ihnen peinlich, deshalb wollen sie es nicht zugeben. Ich rechnete es ihnen persönlich an, nicht ihrer Organisation.
Inzwischen habe ich von Insidern von der „theokratischen Kriegslist“ erfahren, dass den Zeugen Jehovas gesagt wird, Außenstehende hätten keinen Anspruch auf die volle Wahrheit. - Theokratische Kriegslist“- das ist Insiderwissen!
Darauf kommt man nicht und es ist wirklich kaum zu glauben, dass ausgerechnet Menschen, die so auf die Wahrheit pochen und meinen „in der Wahrheit zu sein“, „theokratischen Kriegslist“ anwenden.
Eine solche Lehre gibt es sonst nirgendwo!

Es gibt woanders auch keine „Theokratische Predigtdienstschule“ https://www.jw.org/de/suche/?q=Predigtdienstschule
Dass ich so viel über Zeugen Jehovas weiß, ist meinem persönlichen Interesse geschuldet, nicht meiner Kirche.

Wer sich predigende Zeugen Jehovas einlässt, stellt sich in aller Regel einer ungleichen Situation.
Die Zeugen Jehovas sind
- zu zweit und können sich so „die Bälle gegenseitig zuwerfen“.
- rhetorisch geschult, einschließlich der „theokratischen Kriegslist“
- kennen sich in der Bibel aus und können Bibelstellen benennen, was beeindruckt.
- kennen kirchliche Lehren, einschließlich Gegenargumente, notfalls schlagen sie schnell nach.
- kennen die Lehren ihrer Organisation, sind davon überzeugt und geschult darauf diese zu predigen.

Wer sie einlässt, weiß in der Regel von all dem zu wenig, ist rhetorisch ungeschult…
„Ich glaube, dass auch unsere Fehler und Irrtümer nicht vergeblich sind, und dass es Gott nicht schwerer ist mit ihnen fertig zu werden, als mit unseren vermeintlichen Guttaten.“ Dietrich Bonhoeffer (Widerstand und Ergebung)

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Re: Wahrheit und Zeugen Jehovas

Ungelesener Beitrag von Ga-chen » Montag 5. März 2018, 03:58

Das ist wohl wahr!
Liebe Grüße von Ga-chen

„Jesus muss wohl Student gewesen sein: Er wohnte bei seiner Mutter, er hatte lange Haare, er war der Anführer einer Protestgruppe, er trank laufend Wein, und wenn er schon mal was tat, war's ein Wunder."
Willy Meurer (*1934), deutsch-kanadischer Kaufmann, Aphoristiker und Publizist, Toronto

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