Soziale Arbeit der Kirche

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Christel
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Soziale Arbeit der Kirche

Ungelesener Beitrag von Christel » Sonntag 10. Dezember 2017, 12:45

Der deutsche Sozialstaat
28.8.2013
Wohngeld, Sozialhilfe, Renten: die Grundlage für das Prinzip des Sozialstaates schafft Artikel 20 des Grundgesetzes: "Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat." http://www.bpb.de/politik/grundfragen/2 ... ozialstaat
Die Kirche, nicht nur der einzelne Christ, die Kirche als Institution muss nach ihrem eigenen Selbstverständnis sozial tätig sein, ansonsten ist sie nicht Kirche Jesu Christi.
Man findet das schon in der Apostelgeschichte die Sorge für die Schwächsten, für Witwen und Waisen oder zu denken ist an die Kollekte der Gemeinden in Kleinasien für die Armen in Jerusalem.

Nach ihrem eigenen Grundverständnis verwirklicht sich die Kirche in den drei Grundvollzügen:
Martyria, dem Bekenntnis zur Frohen Botschaft von Jesus Christus,
Liturgia, die Feier des Gedächtnisses von Jesu Tod und Auferstehung,
Diakonia, Dienst an den Notleidenden – die soziale Tätigkeit der Kirche
Ausführlich siehe: http://www.bsbzarchiv.de/unterricht/gru ... kirche.htm
Alle drei Grundvollzüge sind gleichwertig. Fehlt eines der drei Dienste ist die Kirche nicht mehr Kirche.

Daraus ergeben sich zwangsläufig Überschneidungen mit einem Staat, der sich als Sozialstaat versteht, denn beide sehen soziale Tätigkeit als eine ihrer grundlegendsten Aufgaben an.

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Auf der Seite von Vera Lengsfeld ist ein Beitrag von Wolfgang Schimank Die Flüchtlingsgewinnler: Caritas und Diakonie.
Es führt zu weit, wollte ich auf alle Punkte eingehen, die ich in diesem Artikel hinterfrage, dazu ist in dem Artikel auch zu viel miteinander vermischt.

Gleich zu Beginn seines Artikels unterscheidet er zwischen >>“Flüchtlinge“<< und >>mit dem Tod bedrohten Glaubensbrüder<<. Diese Unterscheidung erscheint mir unangebracht. Außerdem kamen auch mit dem Tod bedrohte Glaubensbrüder als Flüchtlinge ins Land.
„Ich denke, die Kirche wird nur dann eine Zukunft haben, wenn sie nicht nur die Folgen der Fehler der Politiker mildert, sondern Ross und Reiter nennt, die dafür verantwortlich sind, wenn sie sozialkritischer und volksnaher wird und sich um den Erhalt der Identität des eigenen Volkes kümmert.“ http://vera-lengsfeld.de/2017/10/30/die ... -diakonie/
8O Die Kirche soll sich „um den Erhalt der die Identität des eigenen Volkes“ kümmern?
Welche Identität? Welches Volk? Das war noch nie die Aufgabe der Kirche!
Einerseits beklagt er zu viel Staatsnähe und dann plädiert er für ein national ausgerichtetes kirchliches Verhalten.
Ich denke, eine Kirche, die sich als nationale Kirche versteht und sich um „den Erhalt der Identität des eigenen Volkes kümmert“, verrät ihren ureigensten Auftrag.

Meine Lieblingsfarbe ist bunt, farbenprächtig, de colores: https://www.youtube.com/watch?v=48vNfKUHWRw
Zu meiner Kirche gehören 1.272.000.000 (Stand: 2014)[1] Mitglieder und sie wohnen verteilt auf der ganzen Erde.
Caritas und Diakonie setzen sich aus tausenden Ortsvereinen zusammen und sind mit insgesamt 1.070.000 hauptamtlichen und mit insgesamt 1.200.000 ehrenamtlichen Mitarbeitern die größten privatrechtlichen Unternehmen Deutschlands. Sie sind zweifellos eine tragende Säule des deutschen Sozialstaates.“ http://vera-lengsfeld.de/2017/10/30/die ... -diakonie/
Nur Deutschlands?

Die Diakonie
Die Diakonie Deutschland – Evangelischer Bundesverband ist der Wohlfahrtsverband der evangelischen Kirchen innerhalb der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), altkonfessioneller Kirchenund zahlreicher Freikirchen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Diakonie_ ... desverband
Siehe: https://www.diakonie.de/
Evangelisches Werk für Diakonie und Entwicklung
Mit der Gründung des Evangelischen Werks für Diakonie und Entwicklung e.V. im Jahre 2012 haben die evangelischen Kirchen in Deutschland und ihre Diakonie auf die Anforderungen einer globalisierten Welt reagiert.
Mehr: https://www.brot-fuer-die-welt.de/ueber ... werk/ewde/


Die Caritas
Der Deutsche Caritasverband ist Dachverband der organisierten Caritas (lateinisch für Nächstenliebe, Hochschätzung) und Wohlfahrtsverband der römisch-katholischen Kirche in Deutschland. https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Caritasverband
Siehe: https://www.caritas.de/startseite
Caritas international ist eine Abteilung des Deutschen Caritasverbandes e.V. mit Sitz in Freiburg im Breisgau. Leiter ist seit Herbst 2006 der promovierte Theologe und Politikwissenschaftler Oliver Müller.[1]
Kernmandat der Arbeit ist die weltweite Not- und Katastrophenhilfe. Zudem fördert das Hilfswerk aoziale Arbeit in Entwicklungsländern und den Transitionsländern Mittel- und Osteuropas. Die Hilfe richtet sich an besonders benachteiligte Bevölkerungsgruppen wie Kinder und Jugendliche, alte, kranke und behinderte Menschen. Die deutsche Caritas war erstmals im Ausland tätig bei der Hungersnot in Sowjetrussland 1921–1922.[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Caritas_International
Siehe: http://www.caritas-international.de/

Caritas Internationalis
Caritas Internationalis ist die Dachorganisation der 165 nationalen Caritasverbände. Diese Wohlfahrtsorganisationen der römisch-katholischen Kirche sind in mehr als 200 Ländern in der Nothilfe, Entwicklungshilfe und den Sozialdiensten tätig. [...]
Caritas Internationalis hat seinen Sitz in der Vatikanstadt und hat Vertretungen bei den Vereinten Nationen in New York City, in Genf, Rom und Paris.
Das Caritas-Netzwerk besteht weltweit aus sieben Regionen: Afrika, Asien, Europa, Lateinamerika/Karibik, Naher Osten/Nordafrika, Nordamerika und Ozeanien. https://de.wikipedia.org/wiki/Caritas_Internationalis
Diakonie und Caritas reden nicht nur. Sie tun was in Deutschland und weltweit.

Weitere kirchliche Hilfsorganisationen: http://www.pfarrei-michelbach.de/html/l ... ation.html

Der 13.12. ist Lucia Tag. Lucia im heutigen Sonntagsgottesdienst: https://www.zdf.de/gesellschaft/gottesd ... t-264.html

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Re: Soziale Arbeit der Kirche

Ungelesener Beitrag von niels » Donnerstag 14. Dezember 2017, 18:16

"Soziale Arbeit" klingt nett. Tatsächlich ist die Kirche ein kommerzieller "Sozialdienstleister" wie jeder andere auch - wenn auch oft wesentlich teurer als nichtreligiose Unternehmen, staatlich (z.B. bei der Auftragsvergabe) privilegiert (wird in anderen Ländern auch schlicht "Korruption" genannt) - und dabei nicht ganz ohne Hintergedanken.

Letzteres halte ich für problematisch, denn als staatlich finanzierter Dienstleister dürfen religiose Praferenzen gegenüber den Kunden keine Rolle spielen. Diese Enitäten sind das beste Beispiel für die bis heute nie auch nur annähernd vollzogene Trennung von Staat und Kirchen. Da sind die meisten westlichen Länder viel weiter...

Christel
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Re: Soziale Arbeit der Kirche

Ungelesener Beitrag von Christel » Freitag 15. Dezember 2017, 10:36

niels hat geschrieben:
Donnerstag 14. Dezember 2017, 18:16
wenn auch oft wesentlich teurer als nichtreligiose Unternehmen
A)Kannst Du diese Behauptung belegen?
B) Weshalb ist jemand teuerer? Wie werden die Mitarbeiter bezahlt? ...
niels hat geschrieben:
Donnerstag 14. Dezember 2017, 18:16
staatlich (z.B. bei der Auftragsvergabe) privilegiert

Kannst Du diese Behauptung belegen? In welchen Fällen erteilt der Staat Aufträge an Diakomie oder Caritas?
niels hat geschrieben:
Donnerstag 14. Dezember 2017, 18:16
(wird in anderen Ländern auch schlicht "Korruption" genannt) - und dabei nicht ganz ohne Hintergedanken.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass Diakonie oder Caritas staatliche Stellen bestechen:
Korruption (von lateinisch corruptio‚ Verderbnis, Verdorbenheit, Bestechlichkeit‘) bezeichnet Bestechlichkeit, Bestechung, Vorteilsannahme und Vorteilsgewährung. Im juristischen Sinn steht Korruption für den Missbrauch einer Vertrauens¬stellung in einer Funktion in Verwaltung, Justiz, Wirtschaft, Politik oder auch in nichtwirtschaftlichen Vereinigungen oder Organisationen (zum Beispiel Stiftungen), um für sich oder Dritte einen materiellen oder immateriellen Vorteil zu erlangen, auf den kein rechtmäßiger Anspruch besteht.
https://de.wikipedia.org/wiki/Korruption
Kannst Du diese Behauptung belegen?

PS:
Staatliche Stellen stehen unter den Druck den „günstigsten“ Bewerber zu nehmen. Leider wird das oft so verstanden, dass der billigste genommen werden muss. Doch der billigste ist nicht unbedingt der günstigste, bei Bauvorhaben ist der billigste leider oft am Ende der teuerste.

Korruptionsvorwürfe sind schnell bei der Hand. Tatsächlich kommen sie wahrscheinlich seltener vor als sich mancher denkt, a) mangels des Angebots, b) Korruption lohnt sich nicht.

Christel
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Re: Soziale Arbeit der Kirche

Ungelesener Beitrag von Christel » Freitag 15. Dezember 2017, 12:40

Nachtrag:
In wieweit werden soziale Dienstleitungen überhaupt ausgeschrieben?

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