Neue Religion jetzt auch im Eichsfeld

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Kategorie: Religion im Eichsfeld
Kirchen im Eichsfeld
Filinchen
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Neue Religion jetzt auch im Eichsfeld

Ungelesener Beitrag von Filinchen » Mittwoch 6. September 2017, 19:52

Hallo Gemeinde,
hier, im überwiegend katholischen Eichsfeld, ist die Kirche des fliegenden Spaghettimonsters noch weitgehend unbekannt, obwohl sie schon weltweit agiert.Ich möchte meine Kirche deshalb hier kurz vorstellen:

Die Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters versteht sich in einigen Ländern als Religions-, in anderen als Weltanschauungsgemeinschaft - da in Deutschland Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften dieselben Rechte zustehen, sind die Feinheiten hierzulande juristisch nicht relevant. Laut Bundesverfassungsgericht ist das Selbstverständnis einer Gemeinschaft ein zentrales Element bei der juristischen Beurteilung, ob sie als Religions- oder Weltanschauungsgemeinschaft betrachtet werden muss.

Allerdings reicht unser Selbstverständnis allein leider für das Bundesverfassungsgericht nicht aus. Die Gemeinschaft muss auch noch das tun, was Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften üblicherweise so machen. Und hier muss man ganz eindeutig festhalten, dass die Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters sowohl nach juristischen als auch nach religionswissenschaftlichen Maßstäben alle Kriterien einer Religion erfüllt:

• es gibt gemeinsame Riten wie Nudelmessen und Gebete wie das Monsterunser,
• es gibt Heilige Schriften wie das Evangelium des Fliegenden Spaghettimonsters,
• es gibt moralische Gebote wie die Acht Am Liebsten Wäre Mirs
• es gibt gemeinsame Jenseitsvorstellungen.
• und es gibt einen engen Zusammenhalt der Pastafari weltweit – so nennen sich die Anhänger des Fliegenden Spaghettimonsters. Internationale Treffen sind keine Seltenheit.

Das Pastafari-Sein ist für uns Anhänger der Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters ein starkes identitätsstiftendes Element.

Christen, Muslime und andere Anhänger anderer Religionen müssen also konstatieren, dass die Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters sich strukturell nicht von anderen Gemeinschaften unterscheidet, die ebenfalls von sich behaupten, Religions- oder Weltanschauungsgemeinschaften zu sein.

Weitere Informationen zu meiner Kirche werde ich folgen lassen. Hier noch der Link zur HP meiner Kirche, über den man sich schon vorinformieren kann: http://www.pastafari.eu/

Herzliche Grüße vom Pastafari Filinchen

Gerdy
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Re: Neue Religion jetzt auch im Eichsfeld

Ungelesener Beitrag von Gerdy » Mittwoch 6. September 2017, 20:10

Das ist die Religion auf die wir gewartet haben, liebes Filinchen!

Daher habt ihr dem Pastaland und der berühmten Lagunenstadt dort, gleich einen Besuch abgestattet. Ihr singt am Bug auch euer Heiligenlied Nr. 6 zur Ehre des fliegenden Monsters:


Bild

Imposante Religion! :P
Ciao!

Christel
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Re: Neue Religion jetzt auch im Eichsfeld

Ungelesener Beitrag von Christel » Mittwoch 6. September 2017, 20:26

Bild

Gibt's das auch im Eichsfeld? Wenn ja, wo?

Übrigens, das Bild habe ich diesem Artikel entnommen:
PROZESS VERLOREN :
Spaß-Kirche darf keine Schilder aufstellen

AKTUALISIERT AM 13.04.2016-15:58
Die „Kirche des fliegenden Spaghettimonsters“ darf nicht für ihren „Gottesdienst“ werben. Das hat ein Gericht entschieden – eine zentrale Frage bleibt aber offen.
...
„Religionsparodie ohne ernsthafte religiöse Substanz“

Das Land Brandenburg sprach sich im Januar 2015 gegen eine Aufhängung der „Nudelmesse“-Schilder aus, da es sich bei dem Verein um eine „Religionsparodie ohne ernsthafte religiöse Substanz“ handle. Aufgrund dieser Einstufung werde es „seitens des Landesbetriebes keine neue Genehmigung zur Aufstellung“ geben.
Mehr: http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft ... 76311.html

Filinchen
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Re: Neue Religion jetzt auch im Eichsfeld

Ungelesener Beitrag von Filinchen » Mittwoch 6. September 2017, 20:42

Christel schrieb:
Gibt's das auch im Eichsfeld? Wenn ja, wo?
„Das“ gibt’s überall, wo Mitglieder sind.
Wer "nur" Mitglied der weltumspannenden Gemeinschaft der Pastafari werden möchte, wer auch von sich sagen möchte, ich bin Pastafari, hat es am einfachsten. Der braucht sich nur als Pastafari zu outen und fertig. Wer es etwas festlicher möchte, spricht das MonsterUnser, isst eine Portion Pasta, es muss also nicht mal Spaghetti sein, und legt das Glaubensbekenntnis ab. Dann wählt er noch einen Pastafarinamen aus der Piraten oder Pastaabteilung und schon kann es auf Große Fahrt gehen.
http://www.pastafari.eu/index.php?kategorie=8

Gemeinden gibt es hier:
http://www.pastafari.eu/index.php?kategorie=10

Christel
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Re: Neue Religion jetzt auch im Eichsfeld

Ungelesener Beitrag von Christel » Mittwoch 6. September 2017, 21:06

„Das“ gibt’s überall, wo Mitglieder sind.

Wo gibt es Mitglieder im Eichsfeld?
Wo kann ich in der Nähe eine Nudelmesse besuchen?

Wie wird man Mitglied?
Was kostet das?
Was wird von einem Mitglied erwartet?

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Re: Neue Religion jetzt auch im Eichsfeld

Ungelesener Beitrag von Filinchen » Mittwoch 6. September 2017, 21:12

Ich bin Mitglied und wohne in Duderstadt im Eichsfeld. Eine Gemeinde besteht im Eichsfeld noch nicht. Eine Gemeinde im Eichsfeld zu gründen dürfte wohl nicht so schwer sein. Immer nach dem Motto: „Wo zwei oder drei Pastafari zusammen sind, da ist das FSM mitten unter ihnen“.

Analog heißt es doch bei den Christen: Matthaeus 18:20, Lutherbibel 1912: „Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen“. Da haben sich wohl damals auch die Stalinisten der Ostzone angelehnt, denn bei denen hieß es einmal: „Wo ein Genosse ist, da ist die Partei“. :mrgreen:

Zur Nudelmesse habe ich leider noch eine Stunde Fahrzeit nach Nordhessen, 65 km,Gemeinde Reinhardshagen: http://fsm-nordhessen.blogspot.de/.
Wie wird man Mitglied?
Was kostet das?
Was wird von einem Mitglied erwartet?
Antworten findest du hier:
http://www.pastafari.eu/
Mitglied werden: http://www.pastafari.eu/index.php?kategorie=8

Christel
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Re: Neue Religion jetzt auch im Eichsfeld

Ungelesener Beitrag von Christel » Mittwoch 6. September 2017, 23:56

Filinchen hat geschrieben:
Mittwoch 6. September 2017, 21:12
Ich bin Mitglied und wohne in Duderstadt im Eichsfeld. Eine Gemeinde besteht im Eichsfeld noch nicht. Eine Gemeinde im Eichsfeld zu gründen dürfte wohl nicht so schwer sein. Immer nach dem Motto: „Wo zwei oder drei Pastafari zusammen sind, da ist das FSM mitten unter ihnen“.
Ja, das ist immer die Ausrede, wenn man nicht mehr Leute zusammenbekommen hat. :mrgreen:
Dabei kann man mit zwei oder drei weder anständig Gottesdienst feiern, noch eine Gemeinde gründen.

Übrigens, Jesus sagte: "19 Weiter sage ich euch: Alles, was zwei von euch auf Erden gemeinsam erbitten, werden sie von meinem himmlischen Vater erhalten. 20 Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen." Matth 18,19f.
Das ist eine Aufforderung gemeinsam Gott zu bitten und dabei auf Jesus zu vertrauen.

Wenigstens weiß ich jetzt wie ich Pastafari werden kann:
Wer "nur" Mitglied der weltumspannenden Gemeinschaft der Pastafari werden möchte, wer auch von sich sagen möchte, ich bin Pastafari, hat es am einfachsten. Der braucht sich nur als Pastafari zu outen und fertig. Wer es etwas festlicher möchte, spricht das MonsterUnser, isst eine Portion Pasta, es muss also nicht mal Spaghetti sein, und legt das Glaubensbekenntnis ab. Dann wählt er noch einen Pastafarinamen aus der Piraten oder Pastaabteilung und schon kann es auf Große Fahrt gehen. http://www.pastafari.eu/index.php?kategorie=8
Das ist ähnlich wie bei den Muslimen. Um Muslim zu werden muss man nur das bekennen:
"Ich bezeuge, dass es keine Gottheit außer Gott gibt und dass Mohammed der Gesandte Gottes ist".
Austritt ist da allerdings nicht vorgesehen.

Wie kann ich denn bei den Pastafari wieder austreten, wenn ich das Nudelessen satt habe?

Filinchen
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Re: Neue Religion jetzt auch im Eichsfeld

Ungelesener Beitrag von Filinchen » Donnerstag 7. September 2017, 09:10

Christel schrieb:
Wie kann ich denn bei den Pastafari wieder austreten, wenn ich das Nudelessen satt habe?
Ganz einfach. Wir haben ein Glaubensbekenntnis. Wer sich nicht mehr daran halten will scheidet automatisch aus.

Unser Glaubensbekenntnis:

Ich glaube an das Fliegende Spaghettimonster, die Mutter, der niemals die Energie ausgeht, die Gebärende des sphärenklingenden Himmels und der evolutionsfreien Erde.

Und an Bobby Henderson, SEINEN Propheten,
empfangen durch das World Wide Web,
geboren von seiner lieben Mama,
gelitten unter Kreationisten,
genervt, gelangweilt und veralbert,
hinabgestiegen in das Reich des Fundamentalismus,
am dritten Tage aufgestanden zwischen Deppen,
seine Website angegangen; sitzend vor seinem Laptop, dem allezeit flatline;
von dort wird er kommen, zu parodieren die Dummen und Drögen.

Ich glaube an das World Wide Web mit dem heiligen Pastafaritum,
Gemeinschaft der Pastafari und ihres Monsters,
Vergebung der Torheit,
an den Bier-Vulkan und an die Stripper-Fabrik.

RAmen

Nudelspeise.jpg
Nudelspeise.jpg (44.77 KiB) 1254 mal betrachtet

Christel
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Re: Neue Religion jetzt auch im Eichsfeld

Ungelesener Beitrag von Christel » Samstag 9. September 2017, 19:20

Zur Ergänzung:
Bobby Henderson (* 18. Juli 1980 in Roseburg, Oregon) ist ein US-amerikanischer Autor. Mit seinem 2006 erschienenen Buch The Gospel of the Flying Spaghetti Monster schuf er eine Religionsparodie, die mit dem Zentralmotiv des „Fliegenden Spaghettimonsters“ von zahlreichen Anhängern fortgeführt wird. Die Parodie zielt auf die Kreationismus-Kontroverse in den USA ab, in der Henderson eine naturwissenschaftliche Position einnimmt.

Henderson studierte Physik an der Oregon State University und schloss sein Studium 2003 mit dem akademischen Grad des Bachelors ab. Er schrieb einen satirischen Brief[1] an das Kansas School Board über die Theorie des fliegenden Spaghettimonsters, was ihm binnen kürzester Zeit weltweite Medienaufmerksamkeit zukommen ließ.

Werke
Das Evangelium des Fliegenden Spaghettimonsters, Manhattan-Verlag 2007, ISBN 978-3-442-54628-2
Gospel of the Flying Spaghetti Monster, Harper Collins Publishers (7. August 2006), ISBN 978-0007231607[2]https://de.wikipedia.org/wiki/Bobby_Henderson_(Autor)

Filinchen
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Re: Neue Religion jetzt auch im Eichsfeld

Ungelesener Beitrag von Filinchen » Sonntag 10. September 2017, 10:06

Bei Anhängern anderer Religionen existiert die Auffassung, dass es sich bei unsererr KdFSM um eine Religionsparodie handeln könnte. Dazu wird meistens der Anfang unserer Bewegung genannt. Sie entstand 2005, als fundamentalistische Christen im US-Bundesstaat Kansas durchzusetzen versuchten, dass zukünftig eine spezielle Form der christlichen Schöpfungslehre, das sogenannte Intelligent Design, gleichberechtigt neben Darwins Evolutionstheorie in den Schulen unterrichtet werden sollte.

Zu dieser Zeit schrieb ein junger Physiker, unser Prophet, namens Bobby Henderson einen Offenen Brief an die Mitglieder der Schulkommission, in welchem er forderte, dass noch eine weitere Schöpfungslehre gleichberechtigt ins Curriculum aufgenommen werden solle – nämlich die Schöpfungslehre des Fliegenden Spaghettimonsters, an welches nach seiner Aussage er und viele andere glaubten.

Hendersons Offener Brief wird von einigen nicht als ernsthaftes Anliegen verstanden, sondern als Versuch, die Absurdität von fundamentalistischen christlichen Schöpfungstheorien aufzuzeigen. Der zeitliche Kontext, in dem die erste dokumentierte Erwähnung des Fliegenden Spaghettimonsters steht, sowie die Tatsache, dass die Gottheit selbst von vielen für eine äußerst skurrile Erscheinung gehalten wird, nähren die Vorstellung, dass es sich beim Pastafarianismus nicht um eine Religion, sondern um eine Religionsparodie handelt.

Da würden mir jetzt aber auch aus so mancher Weltreligion ganz ähnliche skurrile Beispiele einfallen. Es ist so, dass hier an kleine oder neue Religionen andere Maßstäbe angelegt werden als an etablierte Religionen, welche schon zweitausend Jahre und mehr auf dem Buckel haben.

Wir müssen uns klar machen, dass ausnahmslose jede Religion irgendwann im Verlauf der Menschheitsgeschichte entstanden ist und dass sie dabei zutiefst geprägt wurde von den gesellschaftlichen Vorstellungen und Bedürfnissen, die zur Zeit ihrer jeweiligen Entstehung herrschten.

Je länger diese Entstehung zurückliegt, desto mehr scheinen sich die Menschen jedoch an den Skurrilitätsfaktor einer Religion zu gewöhnen und über Merkwürdigkeiten ihres Anfangs hinwegzusehen.

Je jünger eine Religion ist, desto schwerer hat sie es, auf dem Markt der Religionen Fuß zu fassen. Natürlich auch, weil die etablierten Religionen sie als Sekten oder Spaßreligionen diffamieren, um ihre eigene Stellung auf dem religiösen Markt nicht zu gefährden.

Doch es schwingt dabei auch ein anderer Faktor mit. Religionen behaupten von sich ja stets, Zugang zu ewigen Wahrheiten zu haben. Offenbar findet es unser Verstand deshalb nicht besonders überzeugend, wenn eine Religion zu unseren Lebzeiten neu entsteht. Dahinter steckt der Gedanke, dass sie ja schon längst hätte da sein müssen, wenn sie tatsächlich ewige Wahrheiten verkünden würde. Bei Religionen, die vor Jahrhunderten oder gar Jahrtausenden entstanden sind, ist unser Verstand nicht mehr so kritisch. Denn in unseren Hirnen, die für eine Lebenszeit von maximal 100 Jahren ausgelegt sind, fühlen sich 2000 Jahre schon wie eine Ewigkeit an.

Dabei erdachten sich die Menschen schon ca. 12.000 Jahre vor Entstehung des Christentums die ersten Religionsanfänge. Es entstanden Vor- und Frühgeschichtliche Kulte, Medizin- und Jagdzauber sowie Totenkulte als Keimzellen der Religiosität, zunehmend differenzierte Bestattungsriten wie Gräberfelder, Totenfeuer, Schädeldeponierung und Gräber in oder unter Häusern.

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