Zeugen Jehovas

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Ga-chen
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Re: Zeugen Jehovas

Ungelesener Beitrag von Ga-chen » Dienstag 5. September 2017, 08:48

Du hast in der Katholischen Kirche nicht die gesamte Bibel kennengelernt, noch nicht mal das gesamte Neue Testament, so ist es. Aber bist Du nicht in der Hl. Messe immer aufgestanden, wenn aus den Evangelien, also der Vita Jesu gelesen wurde? Wurde nicht in der Eucharistiefeier zentral die Kommunion, also die Vereinigung mit Christus gefeiert? Hast dort Du nie gehört, "Werdet was ihr empfangt Leib Christi“? Geht Nachfolge Jesu noch stärker, tiefer als sein Leib zu werden, an seiner statt, so wie Jesus zu handeln?
Nein, tatsächlich habe ich das dort noch nie gehört, obwohl ich von Kindheit an jeden Sonntag in die Kirche ging und auch in die Kinderstunde nachmittags. Mein Vater war der Organist und Chorleiter!
Ich selber war später als Erzieherin sehr aktiv, gestaltete Kindergottesdienste und war im Pfarrgemeinderat, in Gesprächskreisen, Mütterkreisen, Kinderspielgruppen und ja auch im Kath. Kindergarten beruflich tätig. Ich hielt sie für die eine wahre Kirche und wäre nur auf die Idee gekommen, dass Götzendienst stattfindet und war entsetzt, als ich in der Bibel las, dass jede Anbetung, wenn nicht zu Gott, Götzendienst in seinen Augen ist. Das ging für mich gar nicht und so quittierte ich meinen Job. Zu Gott sagte ich in kindlichem Vertrauen: " Wenn ich nun meinen Job für dich aufgebe, dann musst du für mich sorgen!"

Und das hat er gemacht, bis heute 😊
Mein Mann verdiente dann ziemlich schnell immer mehr Geld, so dass er irgendwann mehr verdiente, als wir beide jemals zusammen.

Preist ihn, denn ER ist sooo gut 😊 IHM gebührt die Ehre!!!
Liebe Grüße von Ga-chen

Augustinus suchte nach Gott und grübelte und grübelte und ging an einen Strand. Dort traf er einen Jungen, der mit einem Löffel Wasser aus dem Meer auf den Strand goss. Auf die Frage, was er da mache, antwortete der Junge: "Ich löffel das Meer aus!" In dem Moment sprach Gott zu Augustinus: "Genau das machst du!"

Christel
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Re: Zeugen Jehovas

Ungelesener Beitrag von Christel » Mittwoch 6. September 2017, 21:35

Aufgestanden bist Du auf jeden Fall zur Lesung des Evangeliums.
WERDET, WAS IHR EMPFANGT, EMPFANGT, WAS IHR SEID: LEIB CHRISTI!
Predigt zum 20. Sonntag im Jahreskreis, 1Kor. 11. 18-26; Joh.6.51-58
Bernd Knüfer sj, Floßplatz 32 04107 LEIPZIG, 42 25 007
bernd.knuefer@jesuiten.org; www.orientierung-leipzig.de
B 20 2015 1Kor. 11. 18-26; Joh.6.51-58.
WERDET, WAS IHR EMPFANGT, EMPFANGT, WAS IHR SEID:
LEIB CHRISTI!
Mehr: http://www.orientierung-leipzig.de/kont ... ib-christi
Ga-chen hat geschrieben:
Dienstag 5. September 2017, 08:48
Ich hielt sie für die eine wahre Kirche und wäre nur auf die Idee gekommen, dass Götzendienst stattfindet und war entsetzt, als ich in der Bibel las, dass jede Anbetung, wenn nicht zu Gott, Götzendienst in seinen Augen ist. Das ging für mich gar nicht und so quittierte ich meinen Job. Zu Gott sagte ich in kindlichem Vertrauen: " Wenn ich nun meinen Job für dich aufgebe, dann musst du für mich sorgen!"

Und das hat er gemacht, bis heute 😊
Mein Mann verdiente dann ziemlich schnell immer mehr Geld, so dass er irgendwann mehr verdiente, als wir beide jemals zusammen.

Preist ihn, denn ER ist sooo gut 😊 IHM gebührt die Ehre!!!
Angebetet wird auch in der Katholischen Kirche nur Gott!

Auch wenn in der Praxis manches etwas verwaschen ist, auch wenn Du Probleme mit der Heiligenverehrung hast oder damit die Heiligen um etwas zu bitten, deshalb hättest Du nicht aus der Katholischen Kirche austreten oder Deinen Job aufgeben müssen. Du hättest diesen Teil einfach nicht praktizieren brauchen. Man muss als Katholik keine Heiligen verehren. Allerdings muss man in der Lage sein zu tolerieren, wenn es andere tun.

Katholisch heißt allgemein, für alle, das ist der weite Raum. Gerade diese Weite ist für mich ein Grund katholisch zu sein.

Ga-chen hat geschrieben:
Dienstag 5. September 2017, 08:48
" Wenn ich nun meinen Job für dich aufgebe, dann musst du für mich sorgen!"
Nein, das muss Gott nicht!!!
Er hat auch nicht für Dich gesorgt, weil Du Deinen Job für ihn aufgegeben hast, sondern weil Gott gütig ist.
Gottes Sorge für Dich ist lauter Gnade, lauter unverdiente Güte, lauter Barmherzigkeit…

Filinchen
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Re: Zeugen Jehovas

Ungelesener Beitrag von Filinchen » Mittwoch 6. September 2017, 21:59

Christel schrieb:
Katholisch heißt allgemein, für alle, das ist der weite Raum. Gerade diese Weite ist für mich ein Grund katholisch zu sein.
Mit dieser Einstellung muss man nicht unbedingt katholisch sein. Es handelt sich hier um eine liberale Form des Christentums.

Umfragen zeigen, dass erstaunlich viele Christen nicht an einen Gott, die Göttlichkeit von Jesus Christus oder ein Leben nach dem Tod glauben.

Das ist schon sehr bemerkenswert, da dies doch die definierenden Elemente der christlichen Religion sind.

Auch besuchen bekanntlich viele Christen nicht den Gottesdienst, kennen die Bedeutung christlicher Feiertage nicht, haben nie einen Blick in die Bibel geworfen oder schmücken die eigene Religion sogar mit Elementen fremder Religionen aus dem Fernen Osten aus.

Trotzdem bezeichnen sie sich als Christen. Es ist also gar nicht immer so einfach zu sagen, was genau dazu gehört, sich als Anhänger einer Religion zu definieren. Das gilt für meine Pastafari-Religion (Der Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters) ebenso wie für Christen.

Siehe auch unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Liberale_Theologie

Christel
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Re: Zeugen Jehovas

Ungelesener Beitrag von Christel » Mittwoch 6. September 2017, 22:38

Filinchen hat geschrieben:
Mittwoch 6. September 2017, 21:59
Christel schrieb:
Katholisch heißt allgemein, für alle, das ist der weite Raum. Gerade diese Weite ist für mich ein Grund katholisch zu sein.
Mit dieser Einstellung muss man nicht unbedingt katholisch sein. Es handelt sich hier um eine liberale Form des Christentums.
Nein!
Liberale Christen sind nicht in jedem Fall tolerant! Solche Menschen können sehr aggressiv werden, wenn sie merken, dass andere einen Standpunkt haben... Nein, liberale Christen sind viel zu eng und sie machen ja auch nicht die gesamte Katholische Kirche aus.

Natürlich haben auch liberale Christen in der Katholischen Kirche Platz, aber auch sehr "strenge" Christen, Traditionalisten ... , Orden, Geistliche Bewegungen... - Vieles, was es in der "evangelischen Welt" streng getrennt gibt, existiert in ähnlicher Weise unter dem Dach der "Katholischen Kirche".

Zum Beispiel die Charismatiker, sie haben einerseits eigenständige Pfingstkirchen ... gebildet, doch innerhalb der Katholischen Kirche findet sich dies als „Charismatische Erneuerung“ siehe https://www.erneuerung.de/ Es gibt eigene Gottesdienste, Veranstaltungen, Gebetskreise… Trotzdem verstehen sich diese Menschen weiterhin als Mitglieder einer ganz normalen katholischen Ortsgemeinde, besuchen auch diese Gottesdienste und beten gemeinsam mit Menschen, die mit der charismatischen Erneuerung nichts anfangen können, eben alles Katholiken.

Man kann innerhalb der katholischen Kirche auch seine "Vorlieben" ausleben. Anderseits muss, braucht und kann man nicht alles mitmachen...

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Re: Zeugen Jehovas

Ungelesener Beitrag von Filinchen » Mittwoch 6. September 2017, 22:45

Anderseits muss, braucht und kann man nicht alles mitmachen...
Ja - Ich kenne das. Viele sind nur noch reine Kirchensteuerzahler. Sonst nichts.

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Re: Zeugen Jehovas

Ungelesener Beitrag von Christel » Mittwoch 6. September 2017, 23:27

PS: Da wir gerade unter dem Thema „Zeugen Jehovas“ schreiben.
Die Katholische Kirche kennt eine „Hierarchie der Glaubenswahrheiten“, es wird zwischen zentralen und randständigen Wahrheiten unterschieden. Marien- und Heiligenverehrung gehören nicht zu den zentralen Glaubenswahrheiten, daher hätte Ga-chen auch ohne dies gut katholisch sein können.

Ein Beispiel für eine enge Gemeinschaft sind die „Zeugen Jehovas“. Dort muss man der jeweils „aktuellen Wahrheit“ folgen, die von der Organisation verkündet wird. Das ist ein enger vorgegebener Weg. Wer ihm folgt ist stolz darauf in der Wahrheit zu sein und stolz auf die Einheit innerhalb der Organisation. Die Versammlungen sind klein und übersichtlich. Dies ermöglicht eine hohe soziale Kontrolle, die tatsächlich durchgeführt wird. Wer das volle Programm, also Versammlungen, Predigtdienst … absolviert wird kaum Zeit haben zur Pflege von privaten Freundschaften außerhalb der Organisation. Außerdem ist das gar nicht gewünscht.
Zuweilen kommt dieser oder jener ZJ darauf, dass die Organisation die „Wahrheit nicht genau genug getroffen hat“ oder es gibt andere Probleme. Abweichler von der „aktuellen Wahrheit“ werden ausgeschlossen. Das bedeutet sie verlieren ihre Sozialkontakte, dürfen noch nicht mal gegrüßt werden. Ziel ist die Bekehrung… - Manche machen das nicht mit…, aber bei vielen zerbricht tatsächlich die Familie.

Zum Christentum gehört nicht nur Wahrheit, die zudem zentral nicht Lehre, sondern Gott selbst ist, Wahrheit, die uns in der Person Jesus Christus begegnet, sondern zum Christsein gehört auch Freiheit, Duldung und Gerechtigkeit.
Christsein ist zudem nicht statisch, sondern entwickelt und verändert sich auf dem nicht immer geraden Lebensweg.

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Re: Zeugen Jehovas

Ungelesener Beitrag von Filinchen » Donnerstag 7. September 2017, 09:03

Christel schrieb:
Zum Christentum gehört nicht nur Wahrheit, die zudem zentral nicht Lehre, sondern Gott selbst ist, Wahrheit, die uns in der Person Jesus Christus begegnet, sondern zum Christsein gehört auch Freiheit, Duldung und Gerechtigkeit.
Darin ist sich das Christentum mit unserer Religion des Pastafarianismus sehr ähnlich. Freiheit , Duldung und Gerechtigkeit wird auch bei uns groß geschrieben. Wir müssen gar nichts. Das ist einer der enormen Vorteile des Pastafarianismus. Bei uns gibt es Riten, Gebete und Glaubensvorstellungen, auf denen die Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters basiert. Jedoch ist es für einen Pastafari nicht verpflichtend, daran teilzunehmen bzw. daran zu glauben. Sogar der Glaube an das Fliegende Spaghettimonster selbst, ist nicht verpflichtend. Wenn es eine Verpflichtung gibt, dann am ehesten die, stets alles zu hinterfragen – auch den eigenen Glauben.

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Re: Zeugen Jehovas

Ungelesener Beitrag von Christel » Samstag 9. September 2017, 22:29

Glaube:
Filinchen hat geschrieben:
Donnerstag 7. September 2017, 09:03
Sogar der Glaube an das Fliegende Spaghettimonster selbst, ist nicht verpflichtend.

Sogar? Im Gegenteil, sobald jemand tatsächlich an das Fliegende Spaghettimonster glaubt, handelt er gegen die Intension Eures „Propheten“, denn ihm ging es um eine Religionsparodie.
Filinchen hat geschrieben:
Donnerstag 7. September 2017, 09:03
Wenn es eine Verpflichtung gibt, dann am ehesten die, stets alles zu hinterfragen – auch den eigenen Glauben.
Das ist der wahre Kern Eures „Glaubens“. Darum geht es und deshalb ist es sozusagen eine „Verpflichtung“.

Das Christentum hat als Kern den Glauben an den Dreieinen Gott und insbesondere an Jesus Christus, der als wahrer Gott und wahrer Mensch bekannt wird. Es gibt ein Glaubensbekenntnis, das ernst gemeint ist… - und es gibt das Amt in der Kirche, welches die Aufgabe hat, die Identität zu wahren… und es gibt die Christen, die ebenfalls Aufgaben haben, die früher mit den Worten „Ite, missa est“ aus dem Gottesdienst entlassen worden - allerdings in der Regel passiert nichts, wenn sie nicht als Christen leben. Das ist Duldung.

Hinterfragung:
Filinchen hat geschrieben:
Donnerstag 7. September 2017, 09:03
Wenn es eine Verpflichtung gibt, dann am ehesten die, stets alles zu hinterfragen – auch den eigenen Glauben.
Am schwersten fällt es allen Menschen sich selbst zu hinterfragen. Was man selbst glaubt, hält man ja für richtig. Dies zu hinterfragen bedeutet letztlich, dass man sich selbst infrage stellen muss.

Beim sogenannten „eigenen Glauben“ bezogen auf das Christentum fühlen sich die Menschen schon stärker, insbesondere dann, wenn dieser „Glaube“ nur etwas Erlerntes ist. Dann kann man etwas hinterfragen, ohne sich selbst zu hinterfragen.

Wir haben unsere Gründe etwas zu glauben: Gewohnheit, Logik …
In einer pluralistischen Gesellschaft wird mehr hinterfragt, denn es kommen ständig Impulse von außen,
zum Beispiel, unser Thema hier, durch die Zeugen Jehovas“: Diese sind nicht nur darauf geschult den eigenen Glauben zu verkünden, sondern auch den Glauben der anderen zu hinterfragen. Ein Durchschnittskatholik fühlt sich zwar stark, schließlich hatte es als Kind Religionsunterricht, liest Zeitung und geht sogar gelegentlich, vor allem Weihnachten zum Gottesdienst, tatsächlich reichen weder seine Kenntnisse des „eigenen Glaubens“, noch die Informationen über die „Zeugen Jehovas“ aus, um bestehen zu können, wenn er sich wirklich auf die Zeugen einlässt. Ähnliches gilt für die Auseinandersetzung mit dem Atheismus.

Um etwas sachgerecht hinterfragen/prüfen zu können, muss man es erstmal wirklich kennen!
Ein großes Problem der Kirchen sehe ich darin, dass sie einen Glauben verkünden, der für Erwachsene bestimmt ist, dem man erst im Erwachsenenalter gänzlich verstehen kann, denn es gehört Lebenserfahrung dazu… - Hauptsächlich wird er jedoch Kindern verkündet, die ihn noch gar nicht völlig fassen können…, wenn dann die Beschäftigung damit abbricht, nur Beiwerk … ist, dann hält der Kinderglaube, den Herausforderungen, die man sich als Erwachsener stellen muss, nicht stand.

Ga-chen, ging sogar von Kindheit an jeden Sonntag in die Kirche, war Erzieherin und gestaltete Kindergottesdienste, ganz sicher kindgerecht. Aber es reichte eben nicht, um den Zeugen Jehovas stand zu halten. Deren Hinterfragung zu hinterfragen, darauf war Ga-chen überhaupt nicht vorbereitet.

Zeugen Jehovas rufen zwar andere dazu auf den eigenen Glauben zu hinterfragen, nur ihren eigenen Glauben hinterfragen sie nicht. Zeugen kritische Literatur wird von Zeugen Jehovas abgelehnt, die lesen sie nicht, auch Literatur von ehemaligen Zeugen nicht. Man wird sie übrigens schnell los, wenn man ihren Glauben hinterfragt. Das mögen sie komischerweise gar nicht. :?

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Re: Zeugen Jehovas

Ungelesener Beitrag von Filinchen » Sonntag 10. September 2017, 09:42

Christel schrieb:
Um etwas sachgerecht hinterfragen/prüfen zu können, muss man es erstmal wirklich kennen!
Richtig

Und das gilt gerade auch für Katholiken, Protestanten und Glaubensanhänger anderer Religionen.

Im 21. Jahrhundert gibt es da jede Menge kritisch zu hinterfragen bei dieser Religion, erdacht (erfunden) von dem Zeltmacher Paulus vor zweitausend Jahren, die besser in das Mittelalter in die Zeit bis Martin Luther gepasst hat.

Jeder kann sich heute darüber informieren, dass ein "Gott" nicht existiert, dass eine Jungfrauengeburt in sich unlogisch ist (weil keine Frau nach der Geburt noch Jungfrau sein kann!), dass Wunder physikalisch unmöglich sind, dass die Reanimation einer drei Tage alten Leiche ohne Kühlraum unmöglich ist und eine Himmelfahrt die technischen Möglichkeiten des 1. Jh. u. Z. übersteigt. Um nur einige wenige Punkte zu benennen.

Holuwir schrieb:
„Du zitierst einen Mann, Paulus, der, wie du selbst weißt, vor 2000 Jahren gelebt hat, zu einer Zeit also, in der es keine Teleskope oder Mikroskope gab, mit denen man die Welt hätte erforschen können, um Anhaltspunkte auf die Frage nach ihrer Entstehung zu finden. Seither hat es viele Menschen gegeben, die dieses Privileg hatten und viele Antworten gefunden haben, die eindeutig belegen, dass die Welt von selbst, aus sich heraus, also ohne schöpferische Eingriffe von außen entstehen konnte, während Paulus keinerlei Belege für seine Ansicht hatte.

Mir ist darum unverständlich, warum du die Ansichten dieses Mannes all denen, die zu anderen, konsistenten und belegbaren Ergebnissen kamen, vorziehst. Die Entstehung der Welt ist kein Beleg für einen Schöpfer. Ganz im Gegenteil, die mittlerweile erkannten physikalischen Gesetzmäßigkeiten, lassen gar keine Schöpfungsakte zu. Ihrer gemäß kann die Welt nur aus sich heraus entstanden sein, denn Eingriffe von außen in die physikalischen und damit auch chemischen Elementarprozesse sind gar nicht möglich.“
Das ist doch schon einmal eine gute Grundlage für eine kritische Hinterfragung des Christentums.

Mit der Kenntnis der Evolution dürfte es als gesichert gelten, dass es niemals eine Schöpfung nach religiösen Vorstellungen gab, wohl aber eine Entwicklungsautomatik, die mit einfachsten Gesetzmäßigkeiten eine unbewusste Evolution bis heute zur Folge hat.

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Re: Zeugen Jehovas

Ungelesener Beitrag von Christel » Sonntag 10. September 2017, 20:37

Mein gestriger Beitrag hier sollte unter Heilige Schriften. Das ändere ich jetzt.

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Re: Zeugen Jehovas

Ungelesener Beitrag von Christel » Montag 11. September 2017, 22:04

Hallo Filinchen, ich freue mich, dass Du so eifrig mitschreibst!

Schön wäre es, wenn Du zukünftig etwas besser auf die Themenstellung achten würdest. Hier lautet das Thema „Zeugen Jehovas“. Hast Du was zu diesem Thema zu sagen?

Was Deine allgemeine Religionskritik betrifft, so zeigt diese eine große Unkenntnis über das Christentum.
Filinchen hat geschrieben:
Sonntag 10. September 2017, 09:42
dieser Religion, erdacht (erfunden) von dem Zeltmacher Paulus vor zweitausend Jahren, die besser in das Mittelalter in die Zeit bis Martin Luther gepasst hat.
Wieso Mittelalter? Paulus lebte „* vermutlich vor 10 in Tarsus/Kilikien; † nach 60, vermutlich in Rom". Das Mittelalter geht von ca. 500 bis 1500 nach Christus, war also 500 Jahr später. Da Paulus die Christen zuerst verfolgt hatte, kann er das Christentum wohl kaum erfunden haben.
Filinchen hat geschrieben:
Sonntag 10. September 2017, 09:42
Jeder kann sich heute darüber informieren, dass ein "Gott" nicht existiert.
Ach ja, das ist neu! Wer hat die Nichtexistenz Gottes bewiesen?
Filinchen hat geschrieben:
Sonntag 10. September 2017, 09:42
, dass eine Jungfrauengeburt in sich unlogisch ist (weil keine Frau nach der Geburt noch Jungfrau sein kann!)
Die Bibel spricht in Bildern. Auch Bilder muss man verstehen.
Wer darin einen technischen Vorgang sieht, zeigt damit, dass er bezüglich dieser Bildersprache ein „Analphabet“ ist. Hier geht es nämlich nicht um die Zeugung eines Kindes. (Wie das technisch funktioniert wussten auch die Menschen vor 2000 Jahren und früher, sonst gab es uns nicht. :mrgreen: )

Worum es geht wird in einem alten Gebet aus dem 13. Jahrhundert, dem „Engel des Herrn (Angelus)“ erläutert:
„Der Engel des Herrn brachte Maria die Botschaft, und sie empfing vom Heiligen Geist …
„Allmächtiger Gott, gieße deine Gnade in unsere Herzen ein. Durch die Botschaft des Engels haben wir die Menschwerdung Christi, deines Sohnes, erkannt.“
Es geht also um die Menschwerdung Gottes, um Inkarnation, ein geistiger Vorgang… „empfing vom Heiligen Geist“, also eben gerade nicht durch Geschlechtsverkehr und normale Kinderzeugung. - Bei der Maria geht es immer um Jesus.
Filinchen hat geschrieben:
Sonntag 10. September 2017, 09:42
dass Wunder physikalisch unmöglich sind,
Wer sagt denn, dass Wunder der Physik widersprechen müssen?
Filinchen hat geschrieben:
Sonntag 10. September 2017, 09:42
dass die Reanimation einer drei Tage alten Leiche ohne Kühlraum unmöglich ist
Die Reanimation einer drei Tage alten Leiche mit Kühlraum für Menschen unmöglich! Ist Dein Gehirn fünf Minuten ohne Sauerstoff, dann war es das!

Wunder überschreiten menschliches Vermögen. Wir glauben, dass Gott mehr Möglichkeiten hat als wir Menschen.
Tatsächlich beschreibt Johannes 11,17-42 eine solche Wiederbelebung. Ziel der Darstellung ist es zu zeigen, wer Jesus ist:
„Jesus erwiderte ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben. Glaubst du das?“ (Joh 11,25f.)
„Als Jesus ankam, fand er Lazarus schon vier Tage im Grab liegen. …
Jesus sagte: Nehmt den Stein weg! Marta, die Schwester des Verstorbenen, entgegnete ihm: Herr, er riecht aber schon, denn es ist bereits der vierte Tag. Jesus sagte zu ihr: Habe ich dir nicht gesagt: Wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen? …Nachdem er dies gesagt hatte, rief er mit lauter Stimme: Lazarus, komm heraus!“ (Joh 11,25f.)
Sprechen wir von der Auferstehung Jesu und die Auferstehung der Toten meinen wir dennoch etwas anderes. Lazarus wurde auferweckt, lebte sein bisheriges Leben weiter, starb…
Jesus ist auferstanden zum ewigen Leben, also nicht zurück in dem alten Zustand, kein wiederbelebter Leichnam, sondern ein „verklärter“ Leib.
Mehr dazu: https://www.bibelkommentare.de/index.ph ... wer_id=633
Oder auch bildhaft in einem Lied.
„Ist das der Leib, Herr Jesu Christ,
der tot im Grab gelegen ist?“
Mehr: https://de.wikipedia.org/wiki/Ist_das_d ... esu_Christ
Das ist übrigens auch unsere Hoffnung, also nicht weiter wie bisher, wie es z.B. die Zeugen Jehovas verkünden.
Filinchen hat geschrieben:
Sonntag 10. September 2017, 09:42
und eine Himmelfahrt die technischen Möglichkeiten des 1. Jh. u. Z. übersteigt.
Hier hast Du wiederum ein Bildwort missverstanden. Gemeint ist nicht ein Ort im Universum, sondern Jesus ist bei Gott. Dass ist der Unterschied zwischen sky und heaven. Daher heißt es ja auch “Knockin’ on Heaven’s Door“. Das Himmelreich ist das Reich Gottes, die Gottesherrschaft.
Filinchen hat geschrieben:
Sonntag 10. September 2017, 09:42
Holuwir schrieb:
„Du zitierst einen Mann, Paulus, der, wie du selbst weißt, vor 2000 Jahren gelebt hat, zu einer Zeit also, in der es keine Teleskope oder Mikroskope gab,
Kann mir jemand erklären, wie man Kulturgeschichte mittels Teleskope oder Mikroskope erforscht?
Wie kann man Gott, der unsichtbar ist, mittels Teleskope oder Mikroskope aufspüren?

Paulus beschreibt seine Kultur betreffend einen Konsens: „Alle erkennen Gott“.
Darüber kann man nachdenken, wie war das damals und wie ist das heute?

Weshalb ist dieser Konsens heute nicht mehr vorhanden? - An der Naturwissenschaft liegt es meiner Meinung nach nicht, denn sie erforscht nur die Natur, aber nicht Gott.

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Re: Zeugen Jehovas

Ungelesener Beitrag von Holuwir » Montag 11. September 2017, 22:33

Christel hat geschrieben:
Montag 11. September 2017, 22:04
Ach ja, das ist neu! Wer hat die Nichtexistenz Gottes bewiesen?
Immer wieder derselbe unsinnige Einwand! Dabei habe ich dir schon gefühlte zehnmal erklärt, dass es prinzipiell unmöglich ist, zu beweisen, dass eine beliebige Sache, zu der keine Ortsangeben gemacht werden, nicht existiert. Da kann man sich ausdenken, was man will, es ist immer unmöglich. Du kannst ja schon mal üben, zu beweisen, dass es das Fliegende Spaghettimonster nicht gibt. :wink: Viel Spaß!
Achte auf Menschen, die die Wahrheit suchen, hüte dich vor denen, die sie gefunden haben. (Unbekannter Verfasser)

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Re: Zeugen Jehovas

Ungelesener Beitrag von Christel » Montag 11. September 2017, 22:57

Holuwir hat geschrieben:
Montag 11. September 2017, 22:33
Immer wieder derselbe unsinnige Einwand!
Unsinnig ist höchstens Deine Antwort!
Nimm zu Kenntnis ich antwortete auf diese Behauptung von Filinchen:
Filinchen hat geschrieben:
Sonntag 10. September 2017, 09:42
Jeder kann sich heute darüber informieren, dass ein "Gott" nicht existiert
Wenn das so eine einfache und klare Tatsache ist, wie Filinchen behauptet, dann her mit dem Beweis!
Dann nicht nur behaupten, sondern die zuverlässige wasserdichte Informationsquelle nennen!

Und Holuwir, wenn Du nicht im Geringsten beweisen kannst, dass es Gott nicht gibt, dann hör auf, es selbst wie eine bewiesene Tatsache darzustellen. – Du hoffst, dass Gott nicht existiert. Das ist alles. Hast Du Angst vor Gott?

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Re: Zeugen Jehovas

Ungelesener Beitrag von Holuwir » Montag 11. September 2017, 23:07

Christel hat geschrieben:
Montag 11. September 2017, 22:04
Holuwir schrieb:
„Du zitierst einen Mann, Paulus, der, wie du selbst weißt, vor 2000 Jahren gelebt hat, zu einer Zeit also, in der es keine Teleskope oder Mikroskope gab,
Kann mir jemand erklären, wie man Kulturgeschichte mittels Teleskope oder Mikroskope erforscht?
Wie kann man Gott, der unsichtbar ist, mittels Teleskope oder Mikroskope aufspüren?
Noch diesen Punkt aus deinem Beitrag, der wieder aus nichts als Rabulistik besteht, will ich herausgreifen:

Auch dies stellst du auf den Kopf: Niemand will Gott mittels Teleskopen oder Mikroskopen aufspüren. Und es geht nicht um Kultur-, sondern um die Schöpfungsgeschichte. Paulus wollte Gott mit der Schöpfung "beweisen". Aber wie wir heute dank unserer Teleskope oder Mikroskope wissen, konnte die Welt aus sich heraus entstehen. Für die Annahme eines Schöpfergottes gibt es im Gegensatz zur Zeit Paulus' keinen Grund.

Wenn ich dich aber nach sonstigen Begründungen für deinen Glauben an die Existenz eines Gottes frage, verweigerst du jegliche Antwort. Woher weißt du denn etwas über Gott? Mit welchen geeigneten Methoden hast du denn Gott aufgespürt? Wie kommst du überhaupt auf die Idee? Keine Antwort bisher von dir und ganz sicher auch in Zukunft nicht. Es gibt schlicht keinen Hinweis auf die Existenz eines Gottes. Um dennoch recht zu behalten mit der Behauptung, es gäbe ihn, bleibt dir nur die pure Rabulistik. Recht haben wollen, um jeden Preis, ganz gleich, was der andere entgegnet, das ist einfach widerlich.
Achte auf Menschen, die die Wahrheit suchen, hüte dich vor denen, die sie gefunden haben. (Unbekannter Verfasser)

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Re: Zeugen Jehovas

Ungelesener Beitrag von Holuwir » Montag 11. September 2017, 23:23

Christel hat geschrieben:
Montag 11. September 2017, 22:57
Und Holuwir, wenn Du nicht im Geringsten beweisen kannst, dass es Gott nicht gibt, dann hör auf, es selbst wie eine bewiesene Tatsache darzustellen.
Alles stellst du auf den Kopf! Das ist meine Aussage, nicht mehr und nicht weniger:

Es ist eine bestens belegte Erkenntnis, die wir also guten Gewissens eine Tatsache nennen dürfen, dass die Welt aus sich heraus entstehen konnte. Ein wie auch immer gearteter Schöpfungsakt war weder erforderlich, noch passt er in den Entstehungsprozess überhaupt hinein.

Daraus ziehe ich persönlich den Schluss, dass der angenommene Schöpfungsakt nie stattgefunden hat. Da ein solcher aber das einzige mir bekannte Argument für einen Schöpfergott ist, sind für mich jegliche Gründe entfallen, den Glauben an einen Schöpfergott zu teilen.

Höre du stattdessen auf, bei jeder Gelegenheit die Existenz eines Gottes unterschwellig als Tatsache hinzustellen!
Achte auf Menschen, die die Wahrheit suchen, hüte dich vor denen, die sie gefunden haben. (Unbekannter Verfasser)

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