"50 Jahre 2. Vatikanum- Was bleibt?"

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"50 Jahre 2. Vatikanum- Was bleibt?"

Ungelesener Beitrag von niels » Dienstag 25. September 2012, 10:09

veröffentlicht i.A. des Verfassers:

Do. 11. Oktober 2012 / MCH 19.30 Uhr

Drei Jahre dauerte das Zweite Vatikanische Konzil: Am 11. Oktober 1962
berief es Papst Johannes XXIII. mit dem Auftrag zu pastoraler und
ökumenischer Erneuerung ein. Die "Zeichen der Zeit" wahrzunehmen und im
Lichte des Evangeliums zu deuten, war eine wesentliche Absicht des
Konzils, das auf Lehrverurteilungen und dogmatische Definitionen
ausdrücklich verzichtet hat. Wesentliche Aussagen wurden jedoch über den
Gewissensbegriff und die damit einhergehende Religionsfreiheit
getroffen. Welche Auswirkungen hatte das 2. Vatikanische Konzil
diesbezüglich und wie stellt sich die Situation heute dar?
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Dekan Prof. Dr. Gabel
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Dr. Phil.Josef Bordat
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Marcel Callo Haus
Lindenallee 21
37 308 Heilbad Heiligenstadt

Podiumdiskussion:
Dekan Prof. Dr. Michael Gabel, Kath.-Theol. Fakultät Erfurt; Dipl.
Theologe Sebastian Holzbrecher, Kath.-Theol. Fakultät Erfurt; Dr. Phil.
Josef Bordat, katholischer Philosoph und Publizist, Berlin

Moderation:
Dario Pizzano , Bildungswerk im Bistum Erfurt


Dario Pizzano
Regionalbeauftragter
Bildungswerk Bistum Erfurt
Lindenalle 21
37 308 Heilbad Heiligenstadt
03606-667-403
0151-1 555 3872
http://www.bistum-erfurt.de
http://www.eichsfeldforum.blogspot.com

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Re: "50 Jahre 2. Vatikanum- Was bleibt?"

Ungelesener Beitrag von Christel » Dienstag 25. September 2012, 20:52

Das ist eine sehr empfehlenswerte Bildungsveranstaltung!

Christel
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Re: "50 Jahre 2. Vatikanum- Was bleibt?"

Ungelesener Beitrag von niels » Donnerstag 27. September 2012, 18:19

Bildung? Ach Du meinst die, die Verstand als dem religiösen Glauben untergeordnet betrachtet, ja sogar Wahrheitsanspruch erhebt? Das nennt sich auch Indoktrination...

Aber Scientologen bezeichnen ihre Kurse bekanntlich auch als "Bildung"...

Christel
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Re: "50 Jahre 2. Vatikanum- Was bleibt?"

Ungelesener Beitrag von Christel » Freitag 28. September 2012, 11:43

Weiß Du Niels, prinzipiell ist jede Kritik eine Möglichkeit zum Lernen. Allerdings ist es davon abhängig, wer zu welcher Zeit sich mit welcher Kritik auseinandersetzt.

Beispiele:
@ Ein Mann schilderte mir, dass er Kritik an der kath. Kirche als Gehirnwäsche empfand. Er sagte mir, aus Weiß wurde für ihn Schwarz und er trat aus der kath. Kirche aus. – Als ich ihn kennenlernte hatte er diesen Schritt bereits bereut und inzwischen sehr viel dazugelernt, doch um welchen Preis.
@ Ich selbst war von Kindesbeinen an solcher Kritik ausgesetzt. Da es mich anregte über den Glauben nachzudenken, habe ich sehr viel auf diese Weise gelernt. Inzwischen unterscheide ich ganz bewusst fundierte Kritik von hohler dummer undifferenzierter Polemik und es gibt sehr viel dazwischen.

Wesentliche Kennzeichen fundierter Kritik sind
a) hohe Sachkenntnis (wer sich z.B. nicht in den Beschlüssen des II. Vatikanischen Konzil auskennt kann heute nicht qualifiziert über die Kath. Kirche reden)
b) die Fähigkeit und Wille zur Differenzierung (manche können es nicht, trotz hoher Sachkenntnis; andere wollen es nicht, weil sie durch Pauschalisieren und Verurteilen am „Stammtisch“ die höchste Zustimmung erreichen, ganz bequem, ohne die Mühe des Nachdenkens und Recherchierens)
c) die Liebe zur Wahrheit (Kritik darf nie überziehen, muss die Fakten genau prüfen… ist der Wahrheit verpflichtet.)

Je mehr jemand weiß, desto weniger Nutzen kann er selbst aus Kritik ziehen. Es kommen kaum noch neue Aspekte, das eigene Wissen lässt sich auf diese Weise nicht mehr erhöhen. Je hohler und pauschalierter eine Kritik vorgebracht wird, je weniger lohnt sich die Beschäftigung damit.

Es bleibt die Frage, ob man aus Nächstenliebe, zur Richtigstellung… dennoch darauf eingehen sollte? Vielleicht ist das richtig und wichtig, vielleicht… - Ich weiß nicht!
Möglicherweise ist es besser zu schweigen.

Christel
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Re: "50 Jahre 2. Vatikanum- Was bleibt?"

Ungelesener Beitrag von Liborius » Freitag 28. September 2012, 14:10

niels hat geschrieben:Bildung? Ach Du meinst die, die Verstand als dem religiösen Glauben untergeordnet betrachtet, ja sogar Wahrheitsanspruch erhebt? Das nennt sich auch Indoktrination...

Aber Scientologen bezeichnen ihre Kurse bekanntlich auch als "Bildung"...
@niels

selten habe ich so einen Blödsinn gelesen. Zuerst glaubte ich, Du hättest zu tief ins Glas geschaut, dann sah ich aber Du hast am Nachmittag gepostet. Eine Zeit wo der Verstand noch nicht benebelt sein sollte.

Das 2. Vatikanische Konzil ist ein Beginn eines Umbruch in der kath. Kirche. Es ist ein Abschütteln eines in Jahrtausenden angesammelten Staubes und das vom Kopf beginnend.
Das Konzil darf daher nicht vergessen und nicht umgedeutet werden! Dieses Konzil ist letztlich auch Inspirationsquelle und Zukunftshoffnung der Kirchen-Volks-Bewegung.

Über Bildung vs. Verstand brauchen wir nicht zu diskutieren. Viele Menschen mit Verstand, so wie ich, konnten die atheistischen Bildung in der DDR nicht mehr ertragen und haben ihr den Rücken gekehrt.

Heinrich5

Re: "50 Jahre 2. Vatikanum- Was bleibt?"

Ungelesener Beitrag von Heinrich5 » Freitag 28. September 2012, 14:15

In dieser Veranstaltung geht es um das Zweite Vatikanische Konzil. „Die "Zeichen der Zeit" wahrzunehmen und im Lichte des Evangeliums zu deuten, war eine wesentliche Absicht des Konzils“ Welche Auswirkungen hatte das 2. Vatikanische Konzil diesbezüglich und wie stellt sich die Situation heute dar?
Bildung ist abgeleitet von - sich von einer Sache ein Bild zu machen. Hier soll also einem Gläubigen ein Bild beigebracht werden, wie sich dieses Konzil auf die heutige Zeit ausgewirkt hat. Bildung ist aber nicht gleich Wissen. Wissen ist nicht das Ziel der Bildung, sondern nur ein Hilfsmittel.
Wissen hat aber sehr viel mit Aufklärung zu tun. Wie das halt bei religiösen „Bildungsveranstaltungen so ist, eine Wissensvermittlung im Sinne von Aufklärung, ich meine hier die Aufklärung wie sie Immanuel Kant herausgearbeitet hat, ist nicht zu erwarten.

Religiöse Bildung und Weiterbildung hat wohl mehr mit Einbildung zu tun.

Also genau das Richtige für die im Glauben verharrenden.

Nach Kant ist
……..Aufklärung der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen.
und weiter…
….dass der bei weitem größte Teil der Menschen den Schritt zur Mündigkeit, außer dem daß er beschwerlich ist, auch für sehr gefährlich halte: dafür sorgen schon jene Vormünder, die die Oberaufsicht über sie gütigst auf sich genommen haben. Nachdem sie ihr Hausvieh zuerst dumm gemacht haben und sorgfältig verhüteten, daß diese ruhigen Geschöpfe ja keinen Schritt außer dem Gängelwagen, darin sie sie einsperrten, wagen durften, so zeigen sie ihnen nachher die Gefahr, die ihnen droht, wenn sie es versuchen allein zu gehen.
Religiöse Bildungsveranstaltungen dienen dem Zweck, Gläubige zu indoktrinieren mit dem Ziel, zu verhindern, dass sie durch Aufklärung aus ihrer selbst verschuldeten Unmündigkeit herauskommen.
Also ganz großartige „Bildungsveranstaltungen.“

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Re: "50 Jahre 2. Vatikanum- Was bleibt?"

Ungelesener Beitrag von niels » Freitag 28. September 2012, 15:00

@Heinrich: Der Duden kennt dafür auch das Wort "Indoktrination" - warum so kompliziert? ß)

Liborius
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Re: "50 Jahre 2. Vatikanum- Was bleibt?"

Ungelesener Beitrag von Liborius » Freitag 28. September 2012, 18:22

@heinrich
Kant ist auch heute noch hochaktuell, denn er sagte 'Sapore aude'. Wage zu wissen, bediene dich deines Verstandes und lege die Indoktrination ab.
Genau dies trifft auf Dich wie auch auf die Mehrheit der exDDR Bürger zu. Indoktriniert in der Erziehung zu einem atheistisch sozialistischen Weltbild.
Mit deinem atheistisch-missionarischen Bemühen bist Du eigentlich ein bedauernswerter Mensch.

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Re: "50 Jahre 2. Vatikanum- Was bleibt?"

Ungelesener Beitrag von niels » Freitag 28. September 2012, 19:18

@Liborius: Indoktrination ist keine Glaubensfrage - sie bedeutet das wissentliche Zurückhalten vin Informationen und Meinungen / Äußerungen - siehe z.B. auch Wikipedia:
Indoktrination (von lateinisch: doctrina, „Belehrung“) ist eine besonders vehemente, keinen Widerspruch und keine Diskussion zulassende Belehrung. Dies geschieht durch gezielte Manipulation von Menschen durch gesteuerte Auswahl von Informationen, um ideologische Absichten durchzusetzen oder Kritik auszuschalten.
Exakt dies tat das DDR Regime wie die Priesterkasten der Kirchen / Weltreligionen bis heute tun (ich kenne sogar mehrheitlich Katholiken, die dem nicht widersprechen würden). Umso erstaunlicher, das z.B. im Eichsfeld die eine "Hälfte" an die DDR Doktrin / Ideologie glaubt und festhält, während die andere an Katechismus und Katholizismus festhält - oder einem selbstgestrickten "Konzept" aus theologisch willkürlichem Gebastel (tun die Marxisten übrigens auch).

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Wage zu wissen, bediene dich deines Verstandes und lege die Indoktrination ab.
Danke, exakt DAS habe ich getan, tue es stetig und bin damit dort angekommen, wo ich heute bin - gerade WEIL ich SELBST meinen Kopf einschalte (schon seit Kindesbeinen an intensiv getan habe) und nicht andere für mich denken lasse. Ebenso wünsche ich mir, das dies auch viele andere tun würden - egal mit welchem Ergebnis oder welcher resultierenden Meinung, doch leider erkenne ich immer wieder, das Verstand entweder unbenutzt bleibt, lächerlich gemacht wird oder als gefahr betrachtet wird. Es lebt sich doch viel bequemer im Stallgeruch der Gleichgesinten Schafe - Denken wird nur von Idealisten "überschätzt" - "das haben ja andere eh schon alles für mich getan" u.ä. bekommt man da zu hören...

Ich bin von BEIDEN Ideologien kräftig als Kind indoktriniert worden und habe beide bereits als junger Erwachsener abstreifen können. Daher kenne ich aber auch die perfiden Strategien, Doktrine wie Unmenschlichkeiten dieser Ideologien, die ich beide verachte. Wie Stalin seine Fähigkeiten zur Indoktrination im Priesterseminar lernte, so habe ich die Prinzipien der Indoktrination von der anderen Seite erleben "dürfen".

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Mit deinem atheistisch-missionarischen Bemühen bist Du eigentlich ein bedauernswerter Mensch.
Warum? Weil er "missioniert"?

Jetzt verstehst Du wohl auch, warum ich bedauere, das Menschen sich einer Priesterkaste, die den üblichen Menschenfang mit irrationalen Überzeugungssystemen betreibt, an den Hals werfen...

Allerdings wundert es mich dann, warum gerade bestimmte Ideologen / Religioten stets und ständig missionieren - ganz offiziell und mit kräftig Geld, Privilegien und Arschpuder durch den Staat?

Meinetwegen sollt ihr alle an Grimms Märchen glauben - nur bitte lasst die Menschheit damit in Ruhe, die damit nichts zu tun haben will. Stattdessen maßen sich Religioten mehr und mehr wieder die Dinge an, die noch bis vor kurzem den Ideologen des endlich zuende gegangenen kalten Krieges zugeschrieben wurden - den Nachwehen jahrtausende alter, religiös fundamentierter Diktaturen. denn nur wer den Menschen vom Denken abhält, kann auch Diktatur betreiben - ein simples wie unbestreitbares Prinzip. Die Kirchen waren und sind die Experten auf diesem Gebiet - wer wollte das Leugnen.

Meine Befürchtung bleibt: Sie ruinieren die Menschheit im Sinne des Guten. Wenn der imaginäre Alpha-Bug den menschen weiter in Beschlag nimmt, dann wird nicht unwahrscheinlich tatsächlich das "Armageddon", das "jüngste Gericht" für ihn kommen (nicht für das Leben an sich, denn dann hat er als eine weitere sensible, komplexe Art das zeitliche "gesegnet"). Den menschen ist es ja eh egal, sie leben ja eh mit Hoffnung und Fokus auf das "Paradies" - dem Ausweg aus der eigenen individuellen Verantwortung.

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Re: "50 Jahre 2. Vatikanum- Was bleibt?"

Ungelesener Beitrag von Liborius » Freitag 28. September 2012, 21:44

@niels
ich bevorzuge die etwas umfassende Definition des Begriff 'Indoktrination'. Im Zusammenhang mit der Indoktrination gehört bei mir auch noch ein sehr tiefsinniger Spruch von Konfusius.

Konfusius: "Wer behauptet, er suche die Wahrheit, aber nur findet, was er immer schon wusste, der hat sich selbst betrogen: Er hat nie gesucht."

Prof. Dr. Heiz Elmar Tenorth, Lehrstuhl für Historische Erziehungswissenschaft an der HU: „Indoktrination liegt vor, wenn Doktrine, also Inhalte von Unterricht, ihre Geltung allein von staatlich-politischer Macht aus gewinnen bzw./und oder Praktiken dominieren, die den Lernenden die Möglichkeit zu Widerspruch, Zweifel und Kritik gegen die zugemuteten Themen, Inhalte und Verhaltensformen systematisch versperren“.

Das Hinterfragen, die Kritikfähigkeit und Widerspruch (und auch das exzerpieren) habe ich als Jugendlicher nicht in der staatlichen Schule gelernt, sondern in Gesprächsrunden (Religionsunterricht) mit einer kath. Nonne. Soviel zu Deiner Meinung die kath. Kirche würde die Jugendliche indoktrinieren.

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Re: "50 Jahre 2. Vatikanum- Was bleibt?"

Ungelesener Beitrag von Christel » Freitag 28. September 2012, 22:19

niels hat geschrieben:@Liborius: Indoktrination ist keine Glaubensfrage
Richtig Niels, Indoktrination ist keine Glaubensfrage!
Nur, warum erzählst Du das Liborius?

Du und Heinrich, ihr beide tut so, als wäre es eine Glaubensfrage.

Schau Dir die Definition an, die Du selbst eingestellt hast an:
Indoktrination (von lateinisch: doctrina, „Belehrung“) ist eine besonders vehemente, keinen Widerspruch und keine Diskussion zulassende Belehrung. Dies geschieht durch gezielte Manipulation von Menschen durch gesteuerte Auswahl von Informationen, um ideologische Absichten durchzusetzen oder Kritik auszuschalten. http://de.wikipedia.org/wiki/Indoktrination
Sind Eure Aussagen nicht vehement? Wählt Ihr Informationen nicht gezielt aus, um weltanschaulich Andersdenkende herabzusetzen? Hier im Forum läuft inzwischen jede Diskussion in die Richtung, dass Du, Heinrich und Eure Gesinnungsgenossen, die ach so tollen … Menschen sind und alle, anderen … dumm, indoktriniert, Religioten, Heinrich brachte kürzlich den Begriff „Ratten“
Ich will hier nicht alle Eure menschenverachtenden Aussagen wiederholen. – Ich betrachte allerdings inzwischen das, was hier läuft als geistige Brandstiftung.

Richtig Niels, Indoktrination ist keine Glaubensfrage!

Ich halte es eher für eine Charakterfrage, die sich auch der Weltanschauung bedient.

Übrigens, Indoktrination hat nicht selten so ein aufklärerischer Charakter. Die eigenen Leute sind die Guten, die Antifaschisten… - daher brauchten wir ja diesen Antifaschistischen Schutzwall. :mrgreen:
Es ist ein Schwarz/Weiß denken…, was attraktiv ist, denn es ermöglicht zu den „Guten“ zu gehören. Aus diesem Selbstwertgefühlt erwächst die Verachtung anderen Menschen gegenüber.
Richtig Niels, Indoktrination ist keine Glaubensfrage und diese Art zu denken ist es auch nicht.
Ich kenne Menschen, der unterschiedlichsten Weltanschauung. Überall gibt es Solche und Solche.
Doch gerade Menschen, egal welcher Weltanschauung, die sich selbst für große Aufklärer halten, sind nicht selten gefangen in einem Schwarz /Weiß-Denken… und damit sehr viel unfreier als die, die sie aufklären wollen.

An mir haben sich solche „Aufklärer“ die Zähne ausgebissen. – Doch durch alle habe ich etwas dazu gelernt. - Allerdings, war das nur möglich, weil diese nie meine einzige Informationsquellen waren. Denn die gezielte Manipulation von Menschen erfolgt durch gesteuerte Auswahl von Informationen. Siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Indoktrination
Na klar, ich habe nachgelesen…, hatte noch andere Kontakte…

Übrigens, nicht weil es eine kath. Veranstaltung ist, sondern weil es ein wichtiges Thema ist und weil ich einen der Referenten kenne, ist mir klar, dass die angekündigte Veranstaltung am Do. 11. Oktober 2012 / MCH 19.30 Uhr sehr gut ist. Bildung statt Indoktrination.
Daher schrieb ich:
Christel hat geschrieben:Das ist eine sehr empfehlenswerte Bildungsveranstaltung!

Christel
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Re: "50 Jahre 2. Vatikanum- Was bleibt?"

Ungelesener Beitrag von Liborius » Samstag 29. September 2012, 11:01

@Christel

Prof. Wolf Singer, ein bekannter Neurophysiologe sagt in einem Vortrag in Heidelberg:
„Wir können nur erkennen, erdenken, uns vorstellen, was die kognitiven Leistungen unserer Gehirne zu fassen erlauben. Diese kognitiven Leistungen verdanken sich evolutionären Prozessen, für die nur jene Aspekte der Welt relevant waren, die für das Überleben wichtig sind. Folglich müssen unsere kognitiven Leistungen begrenzt und eklektisch sein – und sie sind es!“
Prof Singer als Mitglied der Giordano-Bruno-Stiftung und Vorzeigeatheist erklärt damit verständlich weshalb die kognitiven Fähigkeiten vieler Menschen in transzendenten Fragen beschränkt sind. Ein indoktrinierter Mensch hat die Fähigkeit zu hinterfragen verlernt.
Selbst ein Dawkins, der eigentlich die Evolutionsbiologie verstehen sollte, zeigt diese eklektischen Beschränkungen. Dabei zeigt doch gerade die Menschheitsgeschichte wie eminent wichtig die geistige Evolution den Menschen prägte und geistige Evolution ist das beschäftigen mit transzendenten Fragen, also mit religiösen Fragen.

Heinrich5

Re: "50 Jahre 2. Vatikanum- Was bleibt?"

Ungelesener Beitrag von Heinrich5 » Samstag 29. September 2012, 13:18

@ Liborius

Würdest Du bitte einen Beweis für Deine Behauptung erbringen, dass der weltweit bekannte und anerkannte Evolutionsbiologe Dawkins infolge seiner eklektischen Beschränkungen die Evolutionsbiologie nicht versteht?

Würdest Du bitte einen Beweis für Deine Behauptung erbringen, dass das Beschäftigen mit religiösen Fragen die geistige Evolution in der Menschheitsgeschichte besonders voranbrachte bzw. sogar prägte?

Christel
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Re: "50 Jahre 2. Vatikanum- Was bleibt?"

Ungelesener Beitrag von Christel » Samstag 29. September 2012, 13:42

@ Heinrich, wenn ich lese, wie Du selbst laufend einfach Behauptungen aufstellst, von anderen aber ständig Beweise forderst, dann muss ich an ein Buch denken, was mir einst ein Atheist empfahl. Ich habe das wichtigste daraus irgendwo in Kopie. Hast Du das Buch auch gelesen? Es handelt sich nämlich um ein Anleitungsbuch, wie Atheisten mit Christen umgehen sollen. Eins habe ich mir daraus gemerkt. Dort steht als Empfehlung, man soll dem Christen immer die Beweislast auflegen.

Na ja, vielleicht hast Du diese unfaire Diskussionsmethode auch aus einer anderen Quelle.
„Ich glaube, dass auch unsere Fehler und Irrtümer nicht vergeblich sind, und dass es Gott nicht schwerer ist mit ihnen fertig zu werden, als mit unseren vermeintlichen Guttaten.“ Dietrich Bonhoeffer (Widerstand und Ergebung)

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Re: "50 Jahre 2. Vatikanum- Was bleibt?"

Ungelesener Beitrag von Christel » Samstag 29. September 2012, 14:06

@ Liborius, jedem, der von der Biologie ausgeht, müsste klar sein, dass Menschen alle von derselben Art sind. Es gibt zwar Unterschiede in der Begabung, aber im Prinzip funktionieren wir alle gleich.
Liborius hat geschrieben:Ein indoktrinierter Mensch hat die Fähigkeit zu hinterfragen verlernt.
Verlernt oder nie gelernt ist hier die Frage.
@ Alle Menschen lernen von Klein an, ganz automatisch durch Nachahmung. Ohnedem geht es nicht, denn beispielsweise lernen wir durch Nachahmung sprechen. Hinterfragen ist ein anderer Lernprozess. Dabei kommt es nicht allein auf’s Hinterfragen an sich an, denn das sog. Trotzalter durlaufen wir als Kleinkind und später wird es für Eltern schwierig in der Pubertät. Das sind Phasen in denen Protest geübt wird, aber nicht automatisch so zu hinterfragen, dass richtige Ergebnisse erzielt werden. Dieses Denken muss man lernen. Es wird blockert durch Gefühle der Aufregung wie Wut, Trauer, Angst, Hass - wer denken will, muss folglich "auf dem Teppich bleiben".

@ Nehmen wir als Beispiel Zeugen Jehovas. In Aussteigerkreisen hört man nicht selten, oh wir können nichts dafür, denn wir wurden indoktriniert. Wenn man sich diesen "Chor" genauer ansieht, muss man sich fragen, wo sind die Täter? Denn alle, auch die, die in der Organisation das Sagen hatten, betrachten sich als Opfer. Hinzu kommt, wieso kann die weitaus größere Zahl der Menschen, die von den ZJ angesprochen wurden, dieser angeblich so massiven Indoktrination widerstehen?

Es gibt auch Aussteiger, die bekennen sich zu ihrer Verantwortung. Und es ist auch nicht so, dass Menschen, die die Organisation verlassen haben automatisch geistig freier sind als die, die drin sind. Manch einer steigt nie aus den typischen Denkstrukturen aus. – Ich hatte freundschaftlichen Kontakt mit einem Mann, der war von Jung auf dabei, ist dort nie weggegangen, war immer in den Versammlungen mehr als 50 Jahre lang und doch geistig frei, fähig zu hinterfragen, von großer geistiger Weite.

Ein anderes prominentes Beispiel ist Raymond Franz, http://de.wikipedia.org/wiki/Raymond_Victor_Franz , Mitglied der Leitenden Körperschaft, als Zeuge Jehovas aufgewachsen dürfte er, laut der Theorie der „Indoktrination“, gar nicht die Fähigkeit besessen haben zu hinterfragen und doch hat er hinterfragt. R. Franz ist der prominenteste Aussteiger aus dieser Organisation. Seinen Weg dokumentierte er in seinem Buch „Der Gewissenskonflikt“.

„Geistige Evolution“:
Für problematisch halte ich das Wort „geistige Evolution“. Es beschreibt die Weiterentwicklung der Menschheit.
Allerdings, jeder einzelne Mensch wird in diese Menschheit hinein neu geboren und fängt ganz klein an. Die Überheblichkeit, die manch Zeitgenosse gegenüber früheren Generationen an den Tag legt aufgrund der Annahme einer „geistige Evolution“, ist allerdings unbegründet, denn Anteil an dieser „geistigen Evolution“ bekommt man nicht automatisch durch die Gnade einer späten Geburt. Heutige "Analphabeten" sind früheren Analphabeten nicht überlegen, im Gegenteil, sie haben heute die besseren Möglichkeiten ohne sie zu nutzen.

Hinzu kommt die Frage, was ist „geistige Evolution“?
Hier bist Du, lieber Liborius und die Giordano-Bruno-Stiftung vermutlich unterschiedlicher Meinung. Der Begriff „geistige Evolution“ suggeriert einen Fortschritt. Sobald ich die Frage "Glaube an Gott JA/NEIN" daran festmache, beginne ich Menschen einzuteilen in geistig fortgeschrittene und zurückgebliebene. Das ist eine Ideologie, die nicht nur unser biologisches Gleichsein ignoriert, sondern die Menschen, entsprechend dieser Entscheidung einteilt und so die einen, zu den besseren Menschen, zu den evolutionär höherentwickelten erhebt und andere zu Menschen 2.Klasse dekradiert (Über- und Untermenschen).

Die dramatischen Folgen erleben wir hier im Forum. Niels und Heinrich vertreten ein absolutes Schwarz/Weiß-Bild, indem sie zeigen, wie „Schwarz“ die, wie sie sie nennen „Religioten“ sind, übrigbleiben dann Niels und Heinrich selbst als die besseren, die Aufklärer. – Wer den Wachtturm kennt, erkennt die Ähnlichkeit. Es ist dasselbe Prinzip nachdem sog. Sektierer arbeiten. Ob die dann später als Aussteiger zum Atheismus wechseln, es macht keinen Unterschied. Das Prinzip bleibt das Gleiches, dieselbe Schwarz/Weiß-Denke und immer sind die, denen sie sich gerade zugehörig fühlen die GUTEN, die Aufklärer, die Fortschrittlichen und alle anderen das Gegenteil.

LG Christel
„Ich glaube, dass auch unsere Fehler und Irrtümer nicht vergeblich sind, und dass es Gott nicht schwerer ist mit ihnen fertig zu werden, als mit unseren vermeintlichen Guttaten.“ Dietrich Bonhoeffer (Widerstand und Ergebung)

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