Marcel-Callo-Haus Heiligenstadt Thema: "Was ist Heimat?"

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Marcel-Callo-Haus Heiligenstadt Thema: "Was ist Heimat?"

Ungelesener Beitrag von niels » Montag 30. April 2012, 12:19

veröffentlicht im Auftrag des Verfassers:

Die Eichsfelder Initiative für Frieden, Demokratie und Gerechtigkeit
lädt zusammen mit "Eichsfeldforum aktuell" zu einem Vortrags- und
Gesprächsabend für Donnerstag, 3. Mai 2012, ins Marcel-Callo-Haus
Heiligenstadt ein. Thema: "Was ist Heimat?" Es ist Anliegen der
Veranstalter, den Begriff "Heimat" nicht dem Missbrauch durch die NPD zu
überlassen, "sondern das Verständnis von Heimat qualifiziert und
differenziert in der Öffentlichkeit zu reflektieren und zu vertreten".
Als Einstieg wird ein Video-Clip zum Heimatverständnis von Eichsfelder
Jugendlichen gezeigt. Gedreht hatte den ein Team der Villa Lampe.
Maximilian Bosch vom Jugendparlament Heiligenstadt wird es in der
Podiumsdiskussion kommentieren. Danach erläutern Landrat Werner Henning
<javascript:void(0);> und Pfarrer Bernd Winkelmann ihre Vorstellung zum
Thema "Was ist Heimat für mich?"

Danach ist die Diskussion auf dem Podium und mit den Gästen, moderiert
von Diakon i.R. Johann Freitag. Dario Pizzano vom Eichsfeldforum
eröffnet die Runde um 19.30 Uhr.

Herzlichen Gruss,

Dario Pizzano
Regionalbeauftragter
Bildungswerk im Bistum Erfurt e.V.
Lindenallee 21
37 308 Heilbad Heiligenstadt
03606-667-403
0151-1 555 3872

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Re: Marcel-Callo-Haus Heiligenstadt Thema: "Was ist Heimat?"

Ungelesener Beitrag von niels » Montag 30. April 2012, 12:56

Man möchte den Eichsfelder Bürgern erklären, was "Missbrauch" am Begriff Heimat sei und diesen beibringen den Begriff künftig selbst "qualifiziert und differenziert zu vertreten". Praktisch heißt dies doch hier, das hierbei "qualifizierte" Theologen und Priester den Menschen erklären sollen, was diese unter "Heimat" zu verstehen haben.

Wenn Herr Landrat Henning den Begriff "Heimat" bzw. "Eichsfeld" für seine religiöse Glaubensgruppierung beansprucht, wie er dies öffentlich ja tut - so ist dies kaum weniger oder mehr "Mißbrauch" als wenn dies ebendie NPDler tun, denen er das vorwirft - das sehen inzwischen sogar gar nicht wenige "Eichsfelder" so, auch wenn diese öffentlich bisher kaum wahrnehmbar sind.

Die Veranstaltung ist zudem eines von vielen guten Beispielen für die selbstverständliche "Enge" ("Nähe" wäre untertrieben) zwischen Kirche und öffentlicher Verwaltung / Relgionalpolitik im Eichsfeld.

Bis auf den Landrat sind quasi alle (!) aufgeführten Personen (Dozenten, Podiumsteilnehmer etc.) wie Vereine, die Jugendeindrichtungen, die "Initiative für Frieden, Demokratie und Gerechtigkeit" kirchliche bzw. ehem. kirchliche Mitarbeiter wie Organisationen bzw. explizit / selbsterklärt kirchennahe Gruppierungen - nicht nur die, wo explizit "Pfarrer", Diakon" o.ä. dransteht.

In selbiger Einrichtung MCH (wiederum eine Art kirchliche Jugenbildungsstätte, von denen es im Landkreis heute eine ganze Menge gibt...) (ich nehme an sogar auf "Einladung" kirchlicher oder zumindest kirchennaher Veranstalter) fand erst kürzlich auch die Vorstellung der Bürgermeisterkandidaten der Stadt Heiligenstadt statt - weder aber in der neu gebauten Stadthalle noch in sonstigen verfügbaren öffentlichen Einrichtungen.

Wer selbst derart rigoros und intolerant gegenüber Andersgläubigen bzw. Nichtgläubigen den privilegierten bis exklusiven Anspruch auf Heimatbegriff und geografische Bezeichnung betreibt, muss sich nicht wundern wenn dies auch andere tun. BIs dato liegt auch das Eichsfeld (noch) in Deutschland und untersteht damit dem Grundgesetz, welches jedem Bürger die selben Rechte zuspricht, keinesfalls aber irgend eine bestimmte Religion oder deren Anhänger privilegiert. Wer das Grundgesetz zugunsten irgendwelcher seines Erachtens nach "höheren" oder "wichtigeren" Ideen oder Ideologien - und das gar über seine höchstpersönlichen Befindlichkeiten hinweg - unter solche stellt, hat die Grundprinzipien des freiheitlichen Rechtsstaates ebensowenig begriffen wie das darauf aufbauende Prinzip der Demokratie.

Eine das religiöse Neutralitätsgebot achtende Bildungsveranstaltung zu den Grundprinzipien des Rechtsstaates wie der Demokratie, den Grundfesten einer freiheitlichen Gesellschaft - parteiunabhängig oder übergreifend (d.h. abseits von parteiischen wie religiösen Befindlichkeiten) - wäre wohl die ehrlichere und nachhaltigere Antwort auf die Situation gewesen, denn gerade in der Thematik herrschen offensichtlich sehr große Defizite auf beiden Seiten wie in der Bevölkerung.

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